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Magnesia Catholica Philosophorum. Freylich bleibet alle vnd jedere zeit wol war / wie die alten Weisen recht gesagt haben / A IOVE, h. e. IEHOVAH, Principium Musæ; Von GOTT dem HERRN kompt hero der Anfang aller dinge erforschung.
Alle gute Gabe / vnd alle vollkommene Gabe kömpt von oben herab / von dem Vater des Liechts / spricht der Apostela Jacob.
Demnach dann LAPIS Philosophorum NATVRAE BONVM, per artem, SVMMVM, Das höchste GVTH der Natur ist / das durch Kunst-hülffe zu wege mus bracht vnd erlanget kan
werden; Als wird derselbige / je nicht vnbillich / von den Weisen auch erkennet vnd genennet DONVM DEI triunius Catholici triunum Catholicon; quod datur homini Catholico triuni; ex Mundi maioris FILIO triuno, Hermaphrodito, Catholico; in Regimine triuno; ad Vsum Finemq; Catholicè triunum; Eine sonderliche grosse / des dreyeinigen allgemeinen GOTTes / dreyeinige VNIVERSAL GABE, So Er schencket / dem dreyeinigen Catholischen Menschen; Aus dem dreyeinigen Hermaphroditischen allgemeinē SOHN der grossen Welt; In Dreyeinigem Regiment; zu Allgemeinen nützlichen dreyeinigen BRAuch vnd ENDE; Wie in circumferentia der dritten Figur / vnd an andern örten mehr / meines AMPHITHEATRI SAPIEN-
TIAE AETERNAE / auch meldung geschehen. Für welche vnaussprechliche gute Gabe Gott dem HERRN höchlich zu dancken / vnd derselben / als einem Spiegel des Erkentnis GOttes; der Natur; vnd Vnserer selbst; von jeden Philosophis / das ist / Weisheit liebenden; vnd als der höchstē Artzney / von allen Medicis, so lieb jhnē GOttes Ehre; jhr selbst eigener; auch des Nechsten nutz vnd wolfart; des Teuffels aber / sampt seiner schupē / trotz / hohn vnd spot ist; vngesparter mühe / Chymischer arbeiten vnd kosten. / (vngeachtet wie schimpfflich auch vnuorstendige Eselsköpffe / vnd Lestermeuler / jhrem groben judicio vnd vnwissenheit nach / davon mummeln oder reden möchten) mit allē fleiß billig nachgesucht solte werden.
Es sagē die Philosophi, Quod duo sint artis huius secreta;
Primum, MATERIAE cognitio; Secundum, Eius debita PRAEPARATIO; Das zwo fürnembste verborgenheiten jhres STEINS seind; Die erste / der wahren desselben MATERIAE Erkendtnus; Die andere / angedeuteter seiner Materiæ rechte Zubereitung.
Nun kan aber nichts zubereitet werden / man wisse dann zuuor / was für eine Materiam man zubereiten solle: Wann man dieselbe kennet vnd weiß / was für ein ding sie ist / als dann kan mans herbey bringen / vor die hand nemen / vnd damit vmbgehen.
Itzt schliesse ein jeder vernünfftiger Artista bey sich selbst / ob wenig oder viel daran gelegen / das man recht gründtlich vnd vnfeilbar wisse / vnd nicht nur wehne / was LAPIDES* Philosophorum Catholici Materia Ca-
tholica eigentlich für ein ding sey.
Wie es nun aber etlicher massen eine meinung vnd gelegenheit habe / mit kurtz hiebevorn wolangedeuteten / Catholischen / der grossen Welt Sohn / (welches Philosophischer Name MAGNESIA ist) des geheimen Catholischen STEINS der Weisen wahren Materia; Darzu auch wie viel vñ hoch in ALCHYMIA (den Naturgemeß-Alchymischen plusquamperficierten STEIN der Philosophen daraus zu erlangen) an Erkendtnuß vnd Verstendtnuß desselben gelegen sey; Wil Ich (durch Beystand RVACH HHOCHMAH-EL, des Geistes der Weißheit GOTtes) auff ditzmal / so viel an diesem ort zu erkleren sich geziemet / Philosophisch wolgegründet etwas discurriren: Das vbrige biß an sei-
ne Person / Zeit vnd Stelle dahin sparende: Nicht ein meit achtende / des argChymisten vnd anderer hönischen spöttischen Vögel / gifftigen gewöhnlichen lesterpfeile; Sintemal Ich die vnüberwindliche Warheit zur starcken rückhalterin habe. Viel feinde der Warheit halben / viel Ehre / bey verstendigen leuten; ist ein alt Teudsch sprichwort.
Zu dieses meines intenti desto krefftiger behaubtung / dienet sehr wol / was BERNHARDVS der GRAFF in dem andern theil seines buchs / von Hermetischen STEIN / aus dem Codice TVRBAE VERITATIS, allegiret, da er also spricht: Frustra quæritur in eo, in quo quod quæsitum est, non continetur, Vergebens suchet man in einem dinge / in welchem das jenige / so man gesuchet / nicht ist.
O wie gewißlich war / vnd vnwidersprechlich ist dem also! Wie ein jeder vernünfftiger / auch ohn mein weitleufftiges erinnern / bey sich selbst leichtlich zu ermessen. Wo etwas nicht jnnen ist / da kan mans nicht ausnemen.
Wer in debita materia fehlet / der ist gleich einem wandersman / so den rechten weg nicht reiset. Wann er von Nürnberg auß gen Venedig zu reisen in willens / vnd vber den Brocksberg nach dem promontorio Tabin zuzöge / wie wolte er zu rechte kommen? Oder wann einer wolte Rom / da der Bapst wohnet / nicht in Italia, sondern in Moscouia oder Tartaria suchen. Also auch hierin. Man mus ein ding suchen / wo es ist / nicht wo man wil.
Darumb sehet wol zu / alle jhr sucher des Naturgemeß-Alchymischen Vniuersal STEINS
der Weisen / das jhr vor allen dingen / ehe vnd zuuor jhr darauff anfahet zu laboriren, in wol ermeltes verborgenen Catholischen STEINS geheimen subiecto debito, so auch Catholisch sein mus / vnd ist / (Vniuersale enim non nisi ex vniuersali) Ja / nicht jrret; hoc, certè, esset error non* paruus in initio, ex quo maior in media, maximus in fine; dato enim inconueniente vno, sequuntur plura: Sondern nach lehre des Göttlichen Liechts der Natur / demselbigen (IEHOVAE ductu) zugleich historicè, physicè & Theosophicè, fleissigst nachforschet / so lange / biß das jhr solches neben dem können / auch lernet erkennen; So habt jhr als dann (ehe gewißlich nicht) artis huius secretum VNVM atq; initium, die EINE verborgenheit / vnd den wahren ANFANG dieser
hohen Kunst; als nemlich / die geheime Erst-Materialische Allgemeine Magnesiam der Weisen; des verborgenen Naturgemeß-Alchymischen Vniuersal STEINES / der Catholischen vnd höchsten Medicin der Philosophen / allem rechte vnd wahre Materiam;
Vnd auch (rechtem grunde wahrer Naturgemesser Philosophiæ / vnd dergleichen Chymischer Philosophorum lehrē nach) Silbers vnd Goldes Naturgemeß-künstlicher Wächslich-machungs / Wiedergeberungs / Mehr dann vollkommenwerdungs / Natürlichem vnd eigentlichem ACKER; Dahero (vermittelst Gottes willen) der Vnteren Metallen in die öberen (tam in esse, quàm in forma, so wol im wesen / als in der gestalt) verwandlungs TINCTVREN, hohe ELIXEIRIA, vnd andere dergleichen warhafftige Trans-
mutation PARTICVLARIA, erfolgen mögen.
Wer MAGNESIAM Catholicam erkennet / der mag (wo ferne jhne sonstēa allerhand vnbequemligkeiten / derer sehr sehr viel / auch wol wieder zuuersicht / vorfallen kömen / hieran nicht verhindern möchten) in GOTTES Namen jmmer anfangen zu laboriren / auff den Vniuersal STEin der Weisen. Er hat in diesem rechten anfange allbereit (wie aus vorgesetzten gnugsam erscheinet) die halbe Kunst.
Dimidium facti, qui benè cæpit, habet, guter anfang ist halbe arbeit / lautet das gemeine Sprichwort. GOTT der HERR wird dann hernacher / wo fern der Artist neben embsigem laboriren, vnd gutem vorsatz den gewünscheten STEIN der Weisen / heut oder morgen / Philoso-
phisch zugebrauchen / im Geist vnd in der Warheit Ihn fleissig anruffet / Wann / Wo vnd Wie Er wil / auch weiter ratht schaffen zu der rechten præparation. Eins nach dem andern; sols sein so wird es sich schicken. Es mus von dem Barmhertzigen GOTT erbeten / fleissig nachgesuchet / vnd bis zu seiner zeit / mit gedult / erwartet sein. GOtt / der zum An-fang hilfft / wird auch / so Er wil / vñ du selbst (wie angezeiget) dich recht in die sache schickest / zum Mittel vnd volkommenen Ende helffen. Alle dinge haben jhre Zeit.
Es ligt dissfalls nicht an deinem wollen / Du seist hohes oder nidrigs standes / sondern an der Erbarmung vnd Gnade GOTTES. Das ist gewisslich wahr
Ehe dann aber Ich / zu fürha-benden Philosophischen discursu, fürder schreite / ist zum eingange
auch noch dieses zu erinnern hoch von nöten / das / nemlich / etliche sich selbst sehr gescheide bedunckende / der Natur aber vnuerstendige laboranten / zwar vnphilosophisch genug / dennoch mit hefftigem eiuer vnd ernst fürgeben / Als sey in ALCHYMIA nicht nur VNIVERSALE VNVM, EIN VNIVERSAL der Philosophen / zu verstehen / LAPIS Philosophorum CATHOLICVS VNVS, EIN CATHOLISCHER* oder ALGEMEINER STEIN der Weisen / sondern es wehren vielmehr* VNIVERSALIA / dann Eins; Vnd also schließlich auch aus mehr dann nur aus Einerley dinge zu wege zubringen; Sintemal erstlich ALLE materialische Dinge aus MATERIA PRIMA CATHOLICA erstmals geworden; Auch zum andern / SPIRITVS MVNDI SECRETISSI-
MVS, NATVRA, MVNDI ANIMA, der allergeheimste GEist der WELD / die NATVR / der Welt SEHLE / in allen dingen were.
Ob solches nun nicht gar idiotisch geschlossen vnd geredet sey / auch also / dz billich einem wahren Philosopho es fast lecherlich fürkomme / dauon lasse Ich alle vnd jede wolgelehrte Natur-kündige vnparteyisch iudiciren.
Man bedencke doch nur / was das wort CATHOLICON, VNIVERSALE, ALGEMEIN / in der NATVR / auch sonsten in anderen scibilibus / bedeute / vnd für einen verstand habe? Man behertzige warumb LAPIS Philosophorum mirificus, So aus MAGNESIA CATHOLICA præpariret worden / CATHOLICVS siue VNIVERSALIS, Ein ALGEMEINER
STEIN der Weysen sey vnd genennet werde? Warlich darumb / dieweil Er aus einem PRI-MATERIALISCHEN, CATHOLISCHEN, NATVRLICHEN SVBIECTO (wie in nachvolgenden weiter erkleret wird) zubereitet worden; Vnd dann auch / das Er / eben solcher Vrsach halben / Krafft vnd Macht hat CATHOLISCH / das ist / in ALGEMEIN / Natürlich vnnd Naturgemeß-künstlich zu wircken / in ALLE NATVRLICHE DINGE / So (DEO iubente) aus MATERIA PRIMA CATHOLICA Weldt-anfenglich jhren Materialischen Vrsprung genommen; vnd auch hernacker secundariò, ex propagatione (NATVRA operante) Natürlich geworden sein.
War ist der Philosophen
spruch / QVOT RES, TOT Philosophorum LAPIDES, so viel als Dinge / so viel auch Philosophische STEINE können künstlich daraus gemacht werden / vnd verhanden sein. Dieweil aber die RES seind Speciales, siue SIC vel SIC specificatæ, ALSO oder ALSO / jedes auff seine besondere ARTH / gewiß-geartet / So werden vnnd können auch die daraus Naturgemeß-Alchymisch præparirten LAPIDES dennoch gewißlich keine andere als speciales siue specificati sein / vnd mit nichten VNIVERSALES: Dem Natürlichen Lauff nach / wie der SAME / also auch die FRVCT; Dahero Gleiches seines Gleichen herfür gibt oder bringet. Ein Catholischer Same / eine Catholische Frucht; specificirter, specificirte. Goldt gibt /
Naturgemeß-künstlich / einen Gold-Stein; Silber / einen Silber-Stein; Vitriolum / ein Vitriolischen Stein; Antimonium, einen Antimonialischen; & sic de cæteris: MAGNESIA philosophorum VNIVERSALIS, gibt einen Philosophischen VNIVERSAL STEIN.
Freylich sind alle Materialische dinge aus MATERIA PRIMA VNIVERSALI, Weldt-anfenglich / geworden! So ist auch des HERRN vnvergenglicher aGEIST (qui Spiritus MVNDI secretissimus; NATVRA; Mundi ANIMA) in Allen: IN JEDEM aber IST ER NICHT CATHOLISCH. In keinem andern mehr / als nur alleine in MAGNESIA Philosophorum CATHOLICA, wohnet Er Synopticè-Catholicè. Des Catholischen oder Allgemeinen ge-
heimb-sten fewrigē GEISTES (der SEHLE) der Welt Rationum Seminariarum specialium scintillulæ igneæ speciales habē / jhren Eigenschafften vnd Arthen nach / MATERIAM PRIMAM VNVERSALEM*, in allen vnnd jeden Materialischen Special Dingen / auff jhre gewisse Special Arten / auch gewiß-geartet. MAGNESIAM Philosophorum CATHOLICAM aber hat die NATVR CATHOLISCH gelassen / Dieweil Sie dieselbe weder auff ein Vegetabile, Animale aut Minerale specificiret, Sondern mit jhrer einer Synopticè-Catholica scintillula, h. e. Kurtz-begrifflich-Allgemeinen fünklein Catholicè oder ALGEMein animiret vñ genaturet hat. SVMma: Es ist EIN ALGEMEINER Gott; EIN ALGEMEINE grosse Materialische von GOTT ge-
machte WELD; EIN ALGEMEINE der selbigen Erster-schaffene aMATERIA PRIMA; EIN ALGEMEINER HEILAND des Menschlichen Geschlechts; EIN ALGEMEINER CHRISTLICHER GLAVBE; EINE ALGEMEINE CHRISTLICHE KIRche; EIN ALGEMEINES derselben KIRCHEN HEVBT / IHSVH CHRISTVS; EIN ALGEMEINER Naturgemeß-künstlicher STEIN der weisen / von ERSTER der MATERIALISCHEN Weld / ALGEMEINEN / auch CATHOLISCH animirten / MATERIA, So nur allein in MAGNESIA Philosophorum CATHOLICA / von GOTT durch die NATVR den NATVR-kündigern / zum LAPIDE VNIVERSALI, CA-
THOLISCH fürgestellet: Das EINE der Chymischen Philosophen PRI-MATERIALISCHE VNIVERSale; Welches sonder zweiffel auch darumb mit diesen NAMEN hat / dieweil es vor allen bißhero erzehlten vnterschiedlicher scibilium vnterschiedlichen VNIVERSALIBVS, das ist ALGEMEINEN / IN vnd AVS dem grossen Weld durch GOT-TES / durch GöTTs WVNDERLIECHT* der NATVR / VNIVERSALITER (nach dem höchst-weisesten Rath vnd vnausforschlichem Willē GOTTes) wunderbarlich zeuget; vt INDE etiam physicè ac Physico-Chymicè sciamus, quænam sit mira CREATORIS Bonitas, Sapientia & Potentia. Solte derwegen mit gutem grunde der warheit / aus dem LIECHT der NATVR / VNIVERSALE PLVS
VNO, in ALCHYMIA, NON DARI, das / in ALCHYMIA, nicht mehr als nur EIN VNIVERSALE oder ALGEMEINES sey; Vnd der Sophist bescheidener hiervon reden; auch der Schwetzige Schwermer / so dissfals viel vnnützes vermessenes gewäsche gehabt / seinen hiergegen Trotzigen Beelzebubischen Hummelschwarm / in gegenwart NATVR-Verstendiger Leute / forthin billich einstellen solle vnd müsse.
Wolte aber von irgend jemand (wie Ich dann wol weis / das hin vnd wieder etliche / sonderlich auch azu Hoff / in hohen Schulen / vnd sonsten / vnter Geistlichen vnnd Weltlichen / wiewol jhres Standes / Ampts vnd Profession halben ansehenliche / jedoch in diesem geheimnis vnuerstendige Leute sein) durchaus verneinet wer-
den / das LAPIS Philosophorum in rerum Natura jemals gewesen wehre / oder auch Naturgemeß-künstlich (Vormittelst GOTTES Wille vnd Segen) noch zu erlangen / müglich sein möchte; oder aber von etlichen / auff gut Nicodemisch derwegen zweiffel getragen werden; deme / oder denselben / werden stracks entgegen gehalten / nachfolgende zwo VERITATIS TVBAE, Nemlich / Erstlich die offtere EXPERIENTIA oder ERFARVNG / auch noch zu vnserer zeit; wie solches in warheit an vnterschiedlichen örten / von vnterschiedlichen Leuten (die ich es lasse verantworten / woher / vnd wie sie diese hohe MEDICINAM bekommen / demnach haben sie ein solch Kräfftiges vnd wunderthetiges ENS gehabt / vnd künstlich gebrauchet / Ja vielmehr / wie sie darmit haus-
gehalten vnd vmbgangen / mißbrauchet) in Deutschlande / vnd anderswo / bey Hohes vnd Niederes Standes Personen / vielmals erwiesen / vnd mit höster verwunderung angesehen: Die Personen vnd Orter könten jetzo namhafftig gemachet werden / wo sie nicht allbereit Landkündig weren / auch an einen andern ört / bis zu seiner zeit / eingestellet würden.
Wer nichts dauon gehöret hat / der frage bey dieser Kunst Ehr- vnd Warheit-liebenden verwandten vmb / Er wird deshalben wol warhafftige nachrichtung vberkommen. Vnd ob schon angedeutes ENS MIRIFICVM von jhr jeden / so solches gehabt / nicht selbst præpariret gewesen* / so mus dennoch in rerum natura jemand anders jemals zuvor gewesen sein / der dasselbe zubereitet habe: aus der Lufft wirds wol nicht herfür gesprun-
gē sein! Darzu auch / zum Andern / also sehr vieler vhr-alter / alter vñ newer / Warheit-liebenden recht-Philosophirendē Chymischē Philosophorum hinterlassene mancherley wunderbarliche Monumenta, vñ Naturgemesse Schrifften / darinnen Sie von LAPIDIS Philosophorum SVBIECTO vnd MATERIA; Seiner PRAEPARATION; wunderbarlichē erzeigungē in den Arbeiten / Brauch vnd Nutz desselbigen; dermassen einhelliglich lehren vnd bezeugen / Das ein vernünfftiger Mensch / der dieselbigen recht durchgesehen / fleissig gelesen vnnd (wo nicht gantz vnd gar / jedoch zum teil) verstanden hat / billich bedencken tragen solte / sich disfals zweiffels / Ich wil geschweigen / lesterns vnd schmehens / im geringsten vermercken zu lassen; Vngeachtet / was etliche dieser geheim-
nissen der Natur vnkündige / vnd der Erfahrung manglende sophistisch ratiocinirende Schulfüchse hier entgegen Phantastisch einwerffen möchten; Sintemal angedeutetē Naturkündigen / Weisen / Tapffern Mennern in andern sachen / davon Sie sonsten auch geschrieben / man gerne Glauben gibt; Als wird Jhnen in diesem hohen puncto je nicht weniger zu trawen vnd zu glauben sein! Mendacium ex professo certè non præsumitur cadere in virum bonum; præsertim tale, quod vergit in proximi detrimentum atq; in dehonestationem sui ipsius.
Lieben Herrn ob schon jhr ein ding in ewre Köpffe nicht bald bringen könnet / so gebüret doch euch darumb nicht dasselbe stracks / als vnwar / zuverwerffen; sondern jhr soltet es viel mehr in seinem werth dahin stellen / vnd be-
scheidentlich darvon judiciren: auch bedencken jr wisset noch nicht alles; vnd mit dem Weisen Socrate, bis in ewre grube / zu lernen habet. Nec, si quid nescis, reliquis id scire negatum esse. Die grosse Weld ist ein Göttlich Wünderbuch der Natur / so von keinem Menschē aus studiret kan werden: Ein filius doctrinæ lesset sich Philosophisch weisen / vnd bedencket sich eines bessern. Wil man hiermit nicht zu frieden sein / So spreche Ich / plus esse credendum turbæ dextrè Philosophantium & Physico-Chymicè laborantium veraci, quàm aut manipulo sinistrè loquentium, aut multitudini ignorantium fallaci. Wil sich darin ein grober Püffelskopff gar nicht weisen lassen / so muste einer viel zuthun haben / der alle Narren solte klug machen: Vnnd ist eine gewisse vnfeilbare anzei-
gung / das jhn GOTT in verkerten Sinn dahin gegeben hat / bey deme die Warheit nicht hafftē kan; Dafür GOTT gnedig behüte.
Wer hieruon in rechter Natur-kündigen Chymischer Philosophorum Schrifften nichts gelesen / noch mit der Handt in Alchymia sich selbst etwas geübet vnd erfahrē hat / der schweige hierzu nur gar stille. Wie kan einer von einē dinge recht reden dauon er kein wissen hat? Ein solcher kans weder loben noch schelten. Cuilibet Artifici credendum in sua arte: nec Experientiæ temerè repugnandum.
So ist auch zum dritten die wunderbare Harmonia analogica Lapidis Philosophorū mirifici mit IHSVH CHRISTO, VERBO DEI PATRIS incarnato MIRIFICO, & contra, (dauon in nachfolgenden weiter andeutung
geschicht) je nicht vergebens von GOTT an vnd vns fürgestellet / noch verechtlich in windt zu schlagen vnd zuvernichten.
In Meinem buch de Veritate, Antiquitate & Præstantia LAPIDIS Philosophorum, ac ALCHYMIAE, soll hieuon / mit beystande Gottlicher hülffe / ausfürlicher vnd vbergnugsamer beweiß / zu seiner zeit / dargethan werden.
GOTT sey Lob vnd Danck darvor gesagt / das Er / auch noch heutiges tages die seinigen / (ob schon sehr: sehr: wenige / dannoch derer etliche / vnter welchen Ich / ohne vergebenen Rhum / der kleineste bin; wie hefftig auch dem alten Beelzebubischen lester Teuffel / vnd desselben mir mißgünstigen Sudlerischen vnnd Hudlerischen / auch VnHamlischen schmechhummeln / sambt ihren anklebenden
den schmeiß-fliegen / vnd Teuffels köppen / es verdreust) die seinigen / sage Ich / hat / welche Er CHAOS PRI-MATERIALE Sapientū / siuè MAGNESIAM Philosophorum Catholicam / des VNIVERSAL STEINS der Weisen VNIVERSALE Subiectum, nach seinem Göttlichen willen / vor vielen Tausenden andern / Hohes vnd Nidriges stands / dieweil GOTT kein anseher der Personen ist / denen (vngeachtet Ihres fleissigen studirens / mit grossen kosten laborirens, vnitzigen* kopffbrechens / vnd vielfaltigen mühesamen nachgrüblens) Er es zurucke helt vnd verbirget / neben dem kennen / auch wunderbarlich vnnd wol Erkennen lesset: Dafür sey GOTT abermals lob vnnd danck gesagt / jetzo vnd zu jeder zeit. AMEN.
Es seind hin vnd wieder viel
Chymischer künst liebende Leute / fast allerley Standes / zum theil gute / zu gutem Ende / (welche disfals nicht zu verdencken) zum theil aber / mit heimlichen auch offentlichen neid vnd verleumbdungen sehr angefüllete / zum bösen Ende / die jhnen auff mancherley wege mit embsigen / bisweilen auch listigen nachforschen (were zu wünschen es geschehe von diesen auch aus liebe zur warheit / vnnd nicht zur verfolgung derselben / dem exemplo Herodis a nach / welcher zwar dē Kindlein IHSuh, dessē wares Contrafect, aus dem Göttlichē grossen Weldbuch der Natur / MAGNEsia ist / auch fleissig nachforschete / jedoch nicht zu gleichem Ende mit dē Weisen) hefftig angelegen sein lassen / zu wissen / wz doch MAGNESIA Philosophorum CATHOLica sey / dauon Doctor Khunrath lehret vnd schreibet;
Lassen sich auch etliche wol bedüncken / ja offentlich / beydes mündlich vnd schrifftlich / verlau-ten / Sie wissens gar gewis vnd vnfehlbar; Item / wo dieselbe anzutreffen vnd gut zu bekommen sey.
Wann man sie fraget / was es sey? sprechen eins theils / es sey Wißmuth; Andere sagen / es sey Rüß aus den Schornsteinen; Etliche reden von Kiselsteinen; Diesem mus es Salpeter sein; Jenem gemeine / oder aber Rote Erden / Bolus genand; Andern Rötelstein; Calx viua; Ziegelstein; Vitriolum; Arsenicum; Sterngeschoß; Hornfarber Fewerstein; Antimonij Ertz; Goldtquärtze; Blutstein; etc. Vnd was des dinges mehr ist: Kützeln sich damit / verlachens / verspottens / vnd reden gar schimpflich dauon. Fraget man weiter / Warumb dañ gesagter jhnen eingebildeten Stü-
cke / oder sonsten dergleichen Eins / MAGNESIA der Philosophen vnd Meine / entweder sein / oder nicht sein solle? Sprechen sie / Wir habens also gehöret; Item / Er hat je damit vmbgangen / vnd darinnē gearbeitet; oder / es hat jhme dieser / oder jener / einen Handgriff darinnē gezeigt: vnd wissen ferner nichts gründliches / auff einen oder den andern weg / dauon richtigen bescheid zu geben. Da stehen sie dann / wie die beschornen Narren / quorum dicta facilitate eâdem possunt negari, qua ab illis fuêre affirmata. Lieben Leute / es ist damit nicht gnug / das jhr nur schlecht vnd bloß saget / jhr wisset es. Nein / nicht also; Sondern jhr müsset / sol man anders euch auch recht glauben geben / Ewers fürgegebenen wissens / aus gnugsamen warhafftigen vnwidersprechlichen Rationibus, vnd
bestendigen grundfesten der Natur / anderer gestalt gewis sein / auch solches entweder in thesi & affirmativa gründlich darthun vnd erweisen / oder aber in antithesi & negativa krefftiglich refutiren können; Cum scire sit rem per causas scire: Et, teste Aristotele, a soli illi doceant, qui per causas & principia certa docent. Nihil enim, Platone attestante, est ortum sub SOLE, cuius causa legitima non præcessit. Sciens, igitur, est ille, & propterea felix, terq; quaterq; felix, qui rerum scit cognoscere causas. Sonsten ists nur blosses wehnen / vnd bleiben grundlose vergebliche gedancken; Gleubet man euch auch disfals also viel / als den Nugis von Amadis aus Franckreich.
Ich hab mein tag in vielen vnterschiedlichen Materijs Chymicè gearbeitet; Ich habe von manchen
laboranten viel schöne vnd gute handgriffe / bey vielerley materijs nützlich zugebrauchen / vberkommen; solte deswegen eine jede derselben materia stracks vor meine MAGNESIAM gehalten vnnd ausgeschrieben werden? O weit gefehlet! O capita Helleboro digna! EINE alleine ists Vnter Allen / vnd sonsten keine andere mehr. Hanc mihi elegit proposuitq; Natura! hanc (& mediatè & immediatè) mihi ostendit RVACH HHOCHMAH-EL! Cui (ob graues causas easq; sufficientes) dico; Tu mihi sola places! Tu mihi sola places!
Ists nicht ein Elend ding / etwas spöttisch auszumachen / vnd als vnrecht zu verwerffen / dz man per causas sufficientes / niemals warhafftig erkennet hat / wie gut oder böse / nütz oder
schedlich es sey? O Leichtsinnigkeit!
Wil derwegen hiemit bitlich vermahnet / vnnd trewhertzig er-innert haben / Alle / wes Standes oder Würden sie seind / das sie keinem / er sey auch wer er wolle / weder pro noch contra vollkommen glauben geben / als wisse derselbe VNSERE (zuuerstehen / Aller wahrer Philosophorū, vnd Meine) MAGNESIAM CATHOLICAM vnfehlbar / Er gebe dann deswegen richtigen / satten bescheid von sich / wie obenangedeutet. Wolte sich ein* ignorant sein scheffen entschüldigen / Er were ein einfeltiger Leye / Er hette nichts / oder doch wenig / studiret, könte derwegen nicht förmlich / wie es wol sein solte / von den sachen reden ; dannoch aber wuste er die Materiam gar gewis: Man solle jhme nur gleuben / oder ja auff sein
grosses schweren trawen. Ja wol! Wenns dem Lügener zum schweren kömpt / er schwüre dem Teuffel ein bein abe. Man lasse sich ohne gutē grund / von warheit MAGNESIAE, nichts weise machen noch vberreden. Der gestalt wird mancher hinter das Liecht der Warheit vnuerführet bleiben.
Höret / lieben Herrn cauillatores vnd grobe freunde / fahret doch etwas gemach / jhr werffet sonsten gar vmb; Pralet vnd Triumphiret nicht ante Victoriam! Ich rathe / jhr hieltet ewere / euch selbst eigene eingebildete meinungen / gegen diese gegenwertige vnd andere mehr Meine hieruon Naturgemesse Schrifften / vnd ponderirtet, considerandis consideratis / allerfleissigst / Ob auch in ewren euch imaginirten materijs, jhr vngezwungen / vnd nicht gleich als
bey den haren herzu gezogen / findet ALLE (ALLE / Sag Ich) die jenigen Proprietates, Qualitates vnd Conditiones, so Ich von Meiner / zusampt aller wahren Philosophorum / MAGNESIA VNIVERSali / in diesem tractatu zum Beweis lehre / schreibe vnd andeute; Findet jhr / durch eingebung des H. Geistes / solcher gestalt / eine vnfehlbare analogiam harmonicam ewerer Materiæ vnd Vnserer MAGNESIAE, so ists gut / vnd möget jhr als dann erst bestendig schliessen / das jhr auff dem rechten wege der Warheit / auch hierinne mit Vns einig seid / vnd der Philosophen MAGNESIAM CATHOLICAM recht wisset. Ewer vnzeitiges trotziges rühmen / falsche opiniones vnd spöttisch calumniren, wird sich hierauff wol selbst stillen: Ja / mit grossem schemen vnd hertzlichen bereuhen /
geübter vnbedachtsamkeit halben / von sich selbstē dahin fallen: Gleich wie auch Saulo, der Christum vnd seine gliedmassen / aus vnwissenheit / mit drawen vnd morden / tro-tziglich verfolgete / geschehen; Welcher / nach dem jhne der HErr vom Himmel vmbleuchtet / vnd auff dem wege erschienen / auch auff anmelden Göttlichs befehlichs durch Ananiam / des HErrn Namen zuuerkündigen / die schupen der blindheit von seinen augen abgefallen / vnd das Liecht der Warheit in jhme auffgegangen / also bald Christum gepredigt / das derselbe Gottes Sohn sey: Also auch jhr / wann aus Gottes erbarmung / euch vorgesagten das Liecht der Natur leuchten / vnd auff annemung Meiner (der Ich / ohne vergebenen Ruhm / jedoch mit warheit zu sagen / Von GOTT; der NATVR; vnd einem wolwis-
senden Meister / deme in Ewigkeit wol sey / hierinnen trewlich vnterwiesen) trewhertzigen in Philosophischer Warheit wolgegründten vermahnung / die schupen der blindheit / von ewren Augen des trotzigen gemüths auch abefallen; Also auch jhr (sag Ich) als dann erkennen vnd bekennen werdet / das MAGNESIA CATHOLICA, davon Ich lehre vnd schreibe / der grossen Weldt SOHN sey / vnd das allein wahre subiectum LAPIDIS Philosophorum CATHOLICI, des Natürlichen / vnd Naturgemeß-künstlichen SERVATORIS der grossen Weldt ; vnd neben Mir / auch allen wahren Philosophis, dieselbe von den falschen der Sophisten erdichteten Magnesijs vnterscheiden; fest an jhr bleiben; diese doctrinam gebürlich ferner fortpflantzen; vnd als disfals allein warhafftig verthedigē helffen.
Findet jhr aber discrepantias Ewerer meinungen / vnnd dieser Meiner / mit der Natur vnnd vnwiedersprechlichen rationibus befestigten / Philosophischen Lehre / so schliesset / Ihr habt verstossen vnd gefeilet / vnd lernets (wie angedeutet) gewisser indagiren. Sonsten haltet jhr / euch selbst zu nachtheil / Pseudo-Magnesiam pro genuina. Gesagtes lasset in diesem Magnesien handel / so viel ewere pseudo-Magnesias / auch der Philosophen vnd Meine wahre MAGNESIam CATHOLICam anlangt / ewern Probstein sein / vnd nach dem selbē richtet euch
MERCKET AVFF.
Wann (durch GOTTES Gnade) man erweisen würde / aus den Ersten zweyen capitulen des Ersten buchs MOSIS / was MATERIA PRIMA des
gantzen grossen gebeudes der materialischen WELD / zusampt aller materialischen dingen darinnen sey. Für eins.
Zum andern / das man EIN NATVRLICH DING / auch nach lehre des Philosophischen spruchs / vbi Natura desinit, ibi Ars incipit, / wo die NATVR auff höret / da fenget die Kunst an / darzu Menschen-Handt oder Kunsthülffe zuuor noch niemals gekommen / (welches DING / obs schon die gantze Welt vor jhren Augen hat / auch kennet / vnd darzu mit seinem eigenen Nahmen / den es offentlich vnd in gemein hat / weis zu neñen / dannoch gleichwol / dieweil jhrer Augen / Sinne vnd Verstand gleich wie derer Jünger so mit Christo nach Emaus giengen das sie IHSVM nicht kandten / von GOTT also gehalten vnd regieret werden / das sie
Es nicht erkennen; nur allein die jenigen wenigen Erkennen / die GOTT aus seiner sonderbaren GVTE vnd BARMHERTZigkeit es wil erkennen lassen; Ja wol vnter zehen / oder viel viel mehr Tausenden kaum einen. Es ist in den augen des vnuorstendigen ein a schlecht verächtlich ding / jederman bekand / von sehr wenigen aber erkand. Es ist nur vmbs wissen zuthum!) Augenscheinlich zeigen / warhafftig fürlegen / vnd fierlich* erwiesen würde / das dasselbe EINE DING (wie dann alle Naturkündige Chymischen wahre philosophi einhelliglich bezeugen / das SVBIECTVM LAPIDIS philosophorum VNIVERSALIS VNIVERSALE nur alleine EIN DING sein solle / sein müsse / vnd auch sey; Welches in Sich habe b ALLes / was es zu des LAPIDIS Philo-
sophorum VNIVERSALIS constitution, das / Nemlich / derselbige sey / von nöten; Darein aconstitutivè nichts gehe oder komme / was zuuor nicht auch daraus gegangen oder herfür gekommen sey: Nur alleine das der Kunstner / in der Ersten oder VORARBEIT / von welcher die Philosophi fast gar nichts / oder doch ja sehr sehr wenig nachrichtung in jhren Schrifften klar vnd hell verlassen / Solches Naturgemeß-künstlich b AVFLöSE ; gebürlich REINIGE; vnd die vberflüssigkeiten dauon Abscheide: Nachmals / in der ANDERN oder NACHARBEIT / die Reinen theile / in rechten Gewichte / wiederumb RECHT Componire, REVNIRE, COAGVLIRE, FIGIRE vnd INCERIRE) das dasselbige EINE Natürliche DING / wird von Mir gesagt /
sey gleich eben solcher MATERIAE / wo von GOTT das grosse gebewde der materialischen Weldt erbawet / vnd auch Mundi - primordialiter oder erst-Weldt-anfenglich ALLE materialische dinge darinnen gemacht hat: Nicht aber also / wie auch Weldt-anfenglich (ita volente DEO) jede jene Vegetabilia, Animalia, Mineralia atq; Metalla, auff nur EINE gewisse speciem oder Natürliche gesagte Art insonderheit specificiret, oder gewiß-geartet / damals daraus geworden; Oder aber hernacher (itavolente DEO, & operante NATVRA, MOTVS Naturalis principio) aus oder von den GEWECHSEN vnnd THIEREN wiederumb & secundariò die GEWECHSE vnd THIERE immer fort vnd fort / jedes aus oder von seinen eigenen besondern
Sahmen / nach derselbigen Arth vnd Eigenschafften; Item / MINERALIA vnd METALLA, aus MVNDI MATERIA PRIMA CATHOLICA à NATVRAE siue ANIMAE MVNDI CATHOLICAE Rationibus Seminarijs Mineralib9 atq; Metallicis, specialibus siue specificis, SIC vel SIC specificata, von den Weisen Wesentlichē Mineralischen vnd Metallischen vnterschiedlichen vnd sonderbarē Samhafften krefften der ALGEMEINEN NATVR oder SEELE der WELD / auch noch heutiges tages ALSO oder ALSO / specificieret, (in determinirten der Natur alleine wolbekandten Gewichten vnnd Massen / zusammen vermischet vnd vereiniget / an Jhren örten) auff Jhre weise / ferner geworden / werden vnd sein: Sondern gleich also (auch in statu
Pri - materiali Catholico, in ALgemeinem Erst - materialischen Stande) wie die Weldt - anfengliche / von GOTT aus NICHts zu erst erschaffene / vnnd mit der ALGEMEINEN NATVR (dem Allergeheimbsten verborgensten Geist oder Seele der Welt) CATHOLISCH animirte oder Geschligte MATERIA - PRIMA CATHOLICA jenes mahl ware: auch in einem weder Vegetabilischen / Animalischen / Mineralischen oder Metallischen / Sondern EIGENEM / mit Synopticè - Catholica Igneæ CATHOLICAE NATVRAE scintillula Ignea / das ist / kurtzbegrifflich - Catholischen fewerfüncklein der fewrigen ALGEMEINEN NATVR Catholisch animirtem CATHOLISCHEN ENTE oder WESEN / von GOTT selbst / durch die NATVR, dem Phi-
losopho also CATHOLISCH fürgestellet: Fürwar ein besonders geheimes vnnd Meisterlichs der NATVR kunststück subtiler Catholischer Scheidung vnd Composition von LEIB / GEIST vnd SEELE / aus der grossen Weld LEIB / GEIST vnd SEELE / in EIN pri - materialisch eigenes CHAOS; Der Chymischen Philosophen MICROCOSMVS macrocosmicus, non humanus, gros Weldtliche / nicht Menschliche kleine Weldt: Vnd dahero; èx spermate MVNDI maioris, MACROCOSMI FILIVS, ὁμοούσιος, coessentialis atq; consubstantialis parenti, aus dem Sahmen der grossen Weld / ein SOHN der grossen Weldt / gleich seinem Gebärer / an Erst - Welt - anfenglicher Essentz oder Wesen vnd Materia.
Zum Dritten / Man vber ge-
setztes alles / auch noch weiter erweisen würde / das in wolangedeutetem CATHOLISCHEN Natürlichen ENTE oder WESEN / vber der Erden / gleich eben von der jenigen ALGEMEINEN MATERIA Catholisch sey / woraus die NATVR (jhrem ordentlichen Lauff nach) jedere zeit gezeuget habe / vnd / in Algemein / noch zeuge alle Metalla in der Erden.
Wann man nun dieses alles / wie obstehet / erweisen würde / Als / helt manse nicht vnbillich dafür / würde gnugsam dargethan sein / dz solch nunmehr offt angedeutes ENS, oder aber in demselbigen DINGE / sey de MATERIA rerum omnium Materialium* PRIMA, eaq; CATHOLICA siue VNIVERSALI, von der ERSTEN vnnd ALGEMEINEN aller Materialischen
dingen MATERIA; vnd also folgende auch de MATERIA METALLORVM omnium PRIMA & VNIVERSALI: Schliesslich dann / CHAOS pri-materiale ac vniuersale Physico - Chymicorum / das Allgemeine Erst - materialische CHAOS der NATVR - kündigen / vnd NATVR - gemeß- Alchimisch laborirendē Philosophen: MAGNESIA siue MAGNES-IAH, & SATVRNVS sapientum; MINERA ARTIS: Das wahre vnd eine des Philosophischen VNIVERSAL STEINS VNIVERSALE SVBIECTVM; Vnd auch der allein rechte / beydes Natürliche (wie es per se oder an sich selbst ist ) vnd Naturgemeß- künstliche (verstehe / wann es in pri-materialisch wasser resoluiret ist / vnd entweder noch Azothisch wesserich / oder aber Azothisch coaguliret vnd figi-
ret ist / wie in nachfolgenden wei-ter angedeutet wird) REGENERATION ACKER des Silbers vnd Goldes / das Sie (etiam nutu Diuino) Metalla plus-quam-perfecta werden; vnd als dann / vff die vnderen metalla in die öberen / verwandelungs Tincturē, Elixeiria vnd Particularia geben mögen: ohne welches hierzu ( vermöge GOTTES vnuerenderlichen Beschluß vnd Anordnung durch die NATVR) kein anders ist / sein soll noch kan / in der gantzen NATVR aller dingen; dieweil dieses DING (Philosophicè consideratis circumstantijs omnibus) seines gleichen sonsten durchaus also nicht hat: a Darinnen Naturlich begriffen sein / †Catholisch verborgen stecken / der Philosophen EINS / als nemlich / MERCVRIVS Philosophorum CATHOLICVS & Crudus;
ZWEIE; jhr Man vnd Weib; wirckendes vnnd leidendes; REBIS; Mercurius duplex, h. e. Mercurius cum Sulphure Philosophorum; Mercurius animatus; humiditas vnctuosa, id est, Mercurius Sulphureus; Vapor humidus vnctuosus, materia proxima omnium metallorum: DREIE; Corpus; SPIRITVS (qui vehiculum proprium & domicilium proximum ANIMAE, atq; Vinculum coniungens Animam cum Corpore) & ANIMA; SAL, MERCVRIVS vnd SVLPHVR NATVRAE, SAPIENTIAE & SAPIENTVM: VIERE; Erde / Wasser / Lufft vnd Fewer / animiret oder geschliget mit ESSENTIA QVINTA; ALLE in EINEM Natürlichen SVBIECTO: Daraus Sie ἀναλύσεως καὶ συνθέσεως, h. e. Resolutionis &, post depu-
rationē sufficientem, Compositionis legitimæ methodo, durch mithülffe Vulcani, Naturgemeß-Künstlich herfür bringen jhren Denarium Physicum realem; plus-quamperfectum ac SVMMVM Naturæ, per ARTEM, BONVM, h. e. LAPIDEM Philosophorum CATHOLICVM MIRIFICVM, diademate rubicundissimo ( perfectionis summæ SIGNATVRA) decoratum.
Was dann ferner anlanget / vber bishero erzehlete / noch andere mehr Requisita, Conditiones, Qualitates, vñ Proprietates SVBIecti LAPidis Philosophorum CATholici / derē in scriptis Philosophorū viel erzelet werdē / aus gewissen gnugsamē vrsachē aber (sonderlich auch mit / das sich nicht alle Bawrē darein findē sollen) anhero zu setzē mit fleiß vnterlassen: Darzu auch noch die vberaus wunderbare
HARMONIAM analogicam / oder Naturlich - contrafectische vergleichung MAGNESIAE ac LAPIDIS philosophorum CATHOLICI, Servatoris & ( suo modo) Salvatoris Naturalis, nec non physico - artificialis Catholici, MVNDI maioris atque fructuum illius, puta Vegetabilium, Animalium, Mineralium & Metallorum, cum IHSVH CHRISTO, Servatore ac Salvatore MVNDI minoris, siue generis humani, Catholico; Item, cum Doctrina, Vita & Miraculis Ipsius; & contra: Nemblich / der wahren MAGNESIAE, vnd des daraus Naturgemeß-Alchymisch zubereiteten VNIVERSAL STEINS der Weisen / des Natürlichen vnd Naturgemeß-künstlichen ALGEMEINEn Erhalters vñ Medicinischen HEILANDES der grossen
Weld / zusampt derselbigen Gewechslichen / Thierischen / Ertzischē vnd Metallischen Früchte; mit IHSVH CHRISTO / dē / von Gott dē Vater / in diese ALGEMEIne Weld gesanten ALGEMEInem einigen wahren Erlöser vnd Heylande der kleinen Weld / das ist / des Menschlichen Geschlechts; dē ALGEMEInem Heubte der ALGEMEINEN CHRISTLICHEN Kirchen vnd grunde jhres CATHOLISCHEN GLAVBENS; Item / mit Desselben Lehre / Leben vnd Wunderthaten; Vnd dann herwiederumb dieses mit jenem: Dauon könten zwey grosse WunderBücher / das eine Apocalypsis / das ist / Offenbarung der Catholischen verborgenen MAGNESIAE; das andere Harmonia analogica MAGNESIAE Philosophorum Catholicæ cum IHSVH CHRISTO, &
contra; genandt / (Welche Jch vnterhanden habe / Gott lasse Mich dieselben vollenden / Amen) in grossem Weldbuch der Natur zusampt in heiliger Biblischer Schrifft wolgegründet geschrieben; Jetzo aber auch (durch beystandt des GEISTES der WEISHEIT GOTTES) dermassen zum teil Philosophischer richtiger Bescheid gegeben / zum teil im Wercke vnd Augenschein vnterricht gezeiget werden; Also / dz ein Weißheit - liebendes Mensch / zwar neben hoher verwunderung (vberzeuget von seinem eigenem Warheit - liebenden Gewissen) damit zu frieden sein mus vnd kan; wie allbereit die mehrmals probirte vnd wolbestandene Warheit gnugsamb bezeuget hat.
Jch bin gewiß / wo ferne man sonsten auch keinen andern grundt hette / als nur jetztgesagte wun-
derbare Harmoniam analogicam alleine / es solte derselbe für sich gnug sein zum beweise warer Magnesiæ; wil geschweigē / wann die andern angedeuteten hochwichtigen Testimonia alle noch darzu kommen.
Jtzo möchte einer fragen / kan man dann solch ding / dauon bishero also viel gesaget / wol haben? Jsts auch zubekommen? Antwort / Ja / GOTT sey Lob / man kans haben / vnd / nach gelegenheit / so viel als einem jeden Doctrinæ filio, zum Lapide Philosophorum nötig / reichlich bekommen. Da ist gut rath zu
Dieweil dann die Sache / mit MATERIA PRIMA VNIVERSALI / dermassen vnd also / nicht anders / wie nach lenge angehöret / beschaffen / auch das man SIE dergestalt kan haben / dieselbe in ALCHYMIA, (durch Göttliche
vorleihung) nützlich zugebrauchen, So vnterstehe vnd bemühe sich der Künstner nur nicht / Erstlich MATERIAM METALLORVM PRIMAM CATHOLICAM (wie jhrer viel zu thun vergeblich vermeinen) aus den METALLen,a als entweder aus Silber Gold / a Quecksilber / etc. Dieweil sie je alle Specificata sein / durch seine Kunsthülffe / so er daselbst in den Metallē† / mit frembden Wassern / corrosiuischen schedlichen Spiritibus / vnd dergleichen sophistereyen / der NATVR zu thun vormeinet / für sich selbst kunstlich zu scheiden / oder zu machen; es ist vergebene Arbeit: Semper enim manet aliquid metalli, quamuis non metallum; siue sit in forma hydrargyri, siue corporis volatilis, siue pulueris fixi, siue liquoris, aut aquæ cuiusdam spiritualis. Die SPECIFICATIO lesset sich
gewislich also / wie mancher vnuerstendig vermeinet / nicht abscheiden. Kan derowegen ein solch præparatum, es sey auch so subtil / als es immer könne oder möge / je nicht MATERIA Metallorum omniū CATHolica PRIma sein: Ja / es ist / zum Ahdern† / ein jtzt gesagtes Solis oder Lunæ præparatum auch nicht des Silbers oder Golds specificirte materia prima; Sintemal die Metalla sich also schlecht gantz vnphilosophisch vnd vn-Natur-gemeß / durch frembde sachen / sophistische Species, dergleichen Præparata, Præparationes vnnd Wege / in MATERIAM PRIMAM nicht zu rücke setzen lassen / aus vrsach / das SIE Erstlich albereit vollkommene / entweder im Fewer geschmoltzene / oder aber selb gediegene solche hart - coagulirte corporalische Metallische früchte / Auch zum andern derowegen
von Natur dermassen qualificiret sein / das SIE in MATERIAM PRIMAM anders nicht / als nur alleine auch durch MATERIAM PRIMAM / Naturgemeß-künstlich reduciret wollen / sollen vnd müssen werden; wo ferne man dieselbigen regeneriren vnd ad plusquamperfectionis statum exaltiren wil: Wie in nachfolgenden ausfürlicher dargethan wird.
Der Artist solte je billich / neben höchster Dancksagung gegen GOTT / zufrieden vnd begnüget sein mit deme welches die NATVR (GOTTES Vicaria in Natürlichen sachen / vnd hierzu insonderheit bestalte gescheide Laborantin) selbst vnd alleine / ohne sein / des Artisten / disfals kein Nutzes Hand anlegen oder zuthun / jhme in dem LABORATORIO GOTTES VNIVERSALI, vernimb in der gantzen grossen weiten Weld
(Darinnen SIE stets vnnd ohne vnterlas / durch vnd durch / vnaussprechlich wunderbarlich wircket /) auch aus der grossen Welt / wie forne gelehret / mit hindansetzung aller SPECIFICATION, CATHOLISCH geschieden vnnd componiret, vnd auch dem Philosopho, als sein SVBIECTVM NATVRALE debitum synopticè - Catholicon; darinnen er auff LAPIDEM Philosophorum Chymicè & Vniuersaliter laboriren, vnd daraus GOTTES wunderbare geheimnisse / so er darein gelegt / percontiren, contempliren, lernen vnd erkennen sol / an SEINEM Orte / vollkömlich dargestellet hat / Nemlich / mit der gleichē vber der Erden / waraus die Natur von anbegin der Weld her / jhrem vnwandelbaren stylo nach / gezeuget hat / vnd heutiges Tages in ALGEMEIN hoch zeuget / im
bauch der Erden / ALLE METALLA; von den Philosophis, (für den vnwürdigen es desto besser zu verbergen) mit vnzehligen Nahmen genennet. Dasselbe CHAOS (sonsten kein anders) ist vnd heisset recht MATERIA METALLORVM PRIMA VNIVERSALIS, die ALGEMEINE ERSTE MATERIA der METALLEN, Minera Artis; so der Künstner brauchen sol / dadurch vñ mit / (nach jhrer / verstehe Magnesiæ / Aiethyschen† Wässerigen zubereitung.) Silber / Gold / vnnd andere Metalla in MATERIAM PRIMAM Naturgemeß - künstlich reduciret werden sollen vnd müssen.
Lieben haltet allhie mit einwendung dessen was BERNHARDVS der GRAF / im andern theile seines Büchleins von Hermetischen STEIN / wieder die blossen Elementa, de MATERIA
PRIMA, disputiret, nur an euch / sonst möchtet jhr euch grewlich schneiden. Es ist dasselbe alles (auch ohne frembde erinnerung) Mir nit vnbewust / vnd zuuor wol bewogen; Es thut wieder MAGNESIAM CATHOLICAM nichts : sintemal aus gegenwertigem TRACTATV allenthalben also viel gnugsamb erscheinet / das Jch keinesweges der meinung sey / welche wolgedachter GRAF / an angezogenē orte refutiret. Er fiere† Mich dannoch / mehres verstandes halben / zum vberfluß jetzo mit Rosario Philosophorum dahin / Quod MERCVRIVS Philosophorum Crudus, (nimirum MAGNESIA) sit talis, quem NATVRA paullulum operata est, (puta, ex Corpore, Spiritu & Anima eum componendo & figurando in massam Catholicam; in Mineram artis) & in formam (externam siue
figuram) metallicam formauit, (non in Metallum, nicht das es ein Metal noch Mineral sey / sondern einem Metallischen ENTI oder Wesen / dem eusern ansehen nach / ehnlicher ist / vnd etwas neher kömpt / als etwan sonsten einem Vegetabilischen oder aber Animalischen dinge) tamen imperfectum reliquit: Sowol auch aus Valerando Syluensi, mit DIONYSIO ZACHARIO, der / als einer. so die Kunst selbst gehabt / angezogenes dictū ROSARII, nicht vnrecht ausgelegt / vnd deswegen Jhme in diesen puncto desto gewisser glauben zu geben / in dem er spricht: Quod hæc sit vera MATERIA nostra quam NATVra præparauit Arti nostræ, & reduxit in certam speciem, (secundum formam vel figuram externam; Schema, in eine gewisse gestalt, ) veris Philosophis nota, absq; VLTERIORI TRANSMVTATIONE SVI
IPSIVS: Vnd dann / dz wol angedeutete Materia (in CHAO vniuersali præfato) sey id super terra ex quo Natura generat siue producit Metalla in terra: Vnde (Regenerationis nimirū & Plusqua-perfectienis† methodo) iuxta vnanimē Philosophorum orthodoxorum omnium consensum, (Deì nutu) conficitur MEDicina CATHOlica & summa. Darbey man es dismal lesset wenden.
WEITER: Jch weis gar wol was für mancherley feine præparationes Silbers vnd Golds / von vielen laboranten hin vnd wider geschehen / sonderlich auff vorhero gegangene derselbigen Metallen Zerbrechungen in starcken corrosiuischen Wassern: dann förder nach Abziehung oder Niederschlagung / auch gebürlichen Absueßsungen / durch Calcinationes vnd Reuerberationes zu Subtilen
luckeren Pulueren; hernacher auch durch extrahiren, soluiren, vnd anderen præpariren, entweder mit spiritu & sale vrinæ puerorum ac fœmellarum duodecim plus minus annorum volatili; oder aber mit Sale Tartari volatili; auch mit Salis Tartari purissimi & fixi Lapidis fusi† viridantis Essentia sanguinea; mit Spiritu vini; Item / durch anderer / beydes Leiblicher vnd Geistlicher / salium, als / Salis commuuis‡; Marini; Nitri; Armeniaci; &c: Auch sonsten vielmehr vnterschiedlicher dingen vnterschiedlicher Menstruorum solutiuorum & extrahentium Brauch vnd anwendung / also / das SILBER vnd GOLD verhanden seind entweder in forma liquida / Blaw / Gelb oder Roth / Corporalisch, soluiret oder extrahiret; Item / Ein Geistlich Wasser oder Wes-
seriger Geist; Oder aber sonsten ein subtiler auch in Metall forthin vnreducirlicher liquor; Oder aber ein lucker / entweder Leichtflüssiges oder vnflüssiges / Puluer oder Massa; oder aber in hydrargyrischer gestalt / das ist Mercurij (wie man es nennet) Corporum Corporei currentes / Nemlich / Metalla, igne quodam Essentiali à vinculis coagulationum relaxata, von jhren härtungsbanden entbundene Metalla / also / das SIE ohne Elementisch fewer stetig im fluß vnd in Quecksilberischer gestalt stehen mögen.
Hieher gehöret auch das mit oleo Tartari niedergeschlagene Gold / so da vmb sich schlecht vnnd stost / wanns zur vnzeit regē gemacht wird; ist sehr subtil / auch also / das man dasselbe balde zum Mercurio Solis, corporeo, currente, reuifici-
ren kan / wer rechten bescheid damit weis.
Was seind aber / frage Jch / ALLE solche vnnd andere dergleichen præparata mehr / sonderlich nach jhrer bequemen dulcoration oder Absüssung; auch gesagte Mercurij, nach jhrer entweder per se, oder aber durch frembde Waßsere / præcipitirung, auch sonsten andern præparationibus, als nur alleine köstliche vnd sehr herrliche MEDICINAE in vielen Kranckheiten Menschlicher Leiber / jnnen vnd aussen / hochnützlich zugebrauchen? Dannoch aber so seind darumb solche soluta, extracta, liquores vnd præparata (auff was weise vnd wege sie auch angedeuteter gestalt immer mögen præpariret worden sein) per se, für vnnd an sich selbst / nicht stracks MATERIA des Silbers vnd Goldes PRIMA, etiam specificata,
jhr Erst - materialisches auch specificirtes Wasser oder Wesen / zu jhrer Vegetation, Regeneration, Plusquamperfection, vnd Multiplication / an vnd für sich selbst alleine / dienlich; Sie werdens auch nicht also / stunden sie schon hydrargyrisch; Item / mit frembder wassere izusätzen / oder aber Liquorisch für selbst / in digestione viel viel Jahre! Warumb dann nicht? Darumb / das Sie / durch MATERIAM Metallorum PRIMAM VNIVERSALEM in MATERIAM PRIMAM nicht reduciret worden sein / nach dergestalt / als an vnd für sich selbst alleine / darein bracht werden.
Die Schwertze / darauff man sich diesfals möchte beruffen / vnd andere mancherley Pfawenschwētzische† farben / so in gemelten præparationibus sich erzeigen; auch an den Seiten der Gläser / in
jhren zubereitungen sich zeigen lassen möchten / beweisen / (das man auff rechtem Wege der NATVR sey / zum LAPIDE Philosophorum, oder aber zu einer der vntern Metallen verwandlungs Tinctur zukommen) alleine nichts! Es gehöret noch ein ander vnd mehrer grund aus der NATVR darzu. Farben alleine seind hierinnen sehr verfürliche Zeichen / vnd in diesem negotio gar fehlbare beweisungen; dieweil sonsten auch viel dinge / wie Philosophorum Lapis, sich wunderbarlich viel färbicht in præparationibus / erzeigen: dauon die erfahrnen Chymici wol wissen. Winde dich / drehe / beuge / vnd disputiere es hinder sich vnd vor sich / wie du wilt / so ist es nicht anders. Etliche sonstē gute Leute / seind in dem wahn / das der Geist Gotes mit dem Bundzeichen des Regenbogens gebe seine eusserliche
Krafft (wie sie reden) fewrischer weise in der Lufft / von oben herab / vnd gleisfalls bleibe ein Same desselbigen / jrrdischer art / auff dem Wasser / wie man Magicè am Pfawenschwantz / Chymicè am Stahl Schweffel siehet. Ein solch ding / sprechen sie / soll Lapidis Philosophorum Catholici materia Catholica sein. Es hat gewißlich eine andere meinung / mit der materia Vniuersali vnnd Pfawenschwantz der Philosophorum / als wie jhr euch disfals lasset bedüncken.
Ein solches Solutum Argenti vel auri aber wird / zu vorgesatztem Ende / nur alleine das rechte gewündschte sein / welches durch vnd mit MATEria METallorum PRIMa Naturgemeß verrichtet / vnd zu wege bracht worden ist: Sintemal / nach Lehre aller wahren Philosophorum, reductio
Metallorum in materiam primam geschehen sol vnd mus / per MATEriam PRImam. Et, nihil naturalius esse, dicant Sapientes, quàm solui rem aliquam per id, à quo suum habet componi.
Jch wiedere es zwar nicht / es möchten †etliche erwehnte oder andere dergleichen SILBERS vnd GOLDES præparata (als nach erzehlten vnd angedeuteten des Artisten / der NATVR mit subtilen Zerlösen / Niederschlagē / Scheiden vnd andern Præparationibus zu hülffe - kommungen) sowol auff der vnteren Metallen in die öbern verwandelungs TINCTVREN vnd ELIXEIRIA, als dergleichen PARTICVLARIA, nützlich könnē angewendet vnnd beförderlich gebrauchet werden: Es hat aber noch darmit eine starcke NISI! Was dann für eine? Las hören! Ohne allen zweiffel diese / das man
Sie nit schlecht vnd an sich selbst / wie Sie ohne MATERIAE Metallorum PRIMAE Vniuersalis zuthuung præpariret worden sein / hierzu brauche; Sondern wann sie ferner in jhren Pri-materialischen Natürlichen vnnd Naturgemeß - künstlichen Destruction / Vegetation vnd Regeneration, wesserigen Acker geseihet worden oder werden; Auff das sie solcher gestalt / per MATERIAM PRIMam in MATERIAM PRIMAM warhafftig reduciret, vnd / recht Putrescendo, durch die wahre Zerstörung vnnd Aufflösung in jhrer MVTTER Leib / zur Newen Geburt in die Plusquamperfection vnnd Multiplication Naturgemeß - künstlich tretten können / vnd versetzet werden mögen.
Gleicher gestalt wird man es mit den gifftigen flüchtigen Materijs beym selbgediegenen wasch-
Golde; auch bey Rothgülden vnd Glaß - Ertzen so durch artige künstliche Handgriffe / (von denen man / wo nötig / mehr bericht / weder mancher Spötter vnd Nasenweiser tadeler vielleicht meinet / auch geben könte) zart / subtil / lucker vnd weiß / auff Arsenicalische art / daruon abgescheiden werden; Item von GRAWEN Silber Kobolten / vnd dergleichen Wilden Silber Ertzen oder Berckarthen mehr / auch nicht wol treffen. Worumb dann nicht? darumb / dieweil Sie / Erstlich / nicht mehr in specificirten pri - materialischen vnd Silber oder Gold anfenglichen / Will geschweigen / in ALGEMEINEM aller Metallen Erstmaterialischen Stande / sondern albereit Embryonirte Metalla, als / auff entweder Silber oder Goldt / (per Argentificas vel Aurificas NATVRAE, h. e. ANI-
MAE MVNdi, CATHolicæ Rationes Seminarias speciales aut specificas, cum ANIma MVNdi sit Spiritus πολυποικίλος h. e. multiformis, MATEriam Metallorum PRImam VNIVErsalem ad Argenteitatem vel Aureitatem, vt inde fiat vel Argentum vel Aurum, specificantes ) specificirte, vnd schon fast sehr starck ertrucknete oder coagulirte Metallische Leibliche Geister vnd Geistliche Leiber sein: Zum andera‡ man sich auch zubefahrē hat / das Sie nicht pur oder rein flüchtig Silber oder Goldt / sondern mit frembden Mineralischen / oder aber Metallischen Spiritibus; so gebirges Art nach / durcheinayder zu ramblen pflegen vermischet sein möchten; Diese alle (wird erzehlter bedencklicher vhrsachen wegen billich geschlossen) wo sie auch schon nach jhrer Reini-
gung / in durchscheinendes klares Wasser möchten verkehret worden sein / seind dannoch auch nicht MATEria Argenti vel Auri SPECIFICata, multò minus Metallorum omnium CATHOLica siue VNIVERSalis, PRIma; noch die daraus jetzo angedeuteten præparirten Soluta, Jre liquores pri - materiales; Sondern von Primaterialischen stande, albereit zimlich weit abgeschrittene Metallische Embryones oder vnzeitige gebürtē! vnd die Liquores daraus / solcher Embryonum vn-Primaterialische soluta; Welche beyderley / deswegen / der Reduction in MATERiam PRImam, per MATERIam PRIMam, gleich so wol als die zeitigen vnd gantz volkommenen Metallische früchte / auch noch bedörffen: Dahero dann / dieweil sie nicht seind weder der Metallen ALGEMEINE / noch des
SILBERS oder GOLDES specificirte MVTTER vnd Erste MATERia oder Pri-materialische Soluta siue Liquores; & consequenter, neq; Regenerationis Metallorum TERRA vel AGER, vermittelst derer oder dessen die Metalla warhafftig vnd Naturgemeß Regeneriret vnnd Plusquamperficiret sollen werden; so seind Silber vnd Gold / zur Plusquamperfection, in dieselbigen nicht Naturgemeß - künstlich zu seihen; vnd ist / durch gesagte / gewünschtes Ende der Regeneration vnd Plusquamperfection Silbers vnd Goldes / auch keines weges zu erlangen noch zuerhoffen: Sondern das jenige ist es alleine / das nach Azotischer wesseriger præparation, aus Pri - materialischen Natürlichem gewalt / Krafft vnd Macht hat Silber vnnd Gold In Materiam primam zu reduciren /
das sie darnach ad & in Vegetationis actū treten / vnd zur Plusquamperfection regeneriret werden können; wo von in diesem gegenwertigen Tractatu fürnemlich gehandelt wird: Als nemlich / MERCVRIVS Philosophorum CATHOLICVS, in MAGNESIA Pri-materiali Catholica Sapientum.
Alhier wehre manchem zu der erkendtnis MAGNESIAE mit wenigen worten viel zu helffen; Dieweil aber ALLES seine Zeit / Person vnd Orth hat / sparet man es bis dahin.
Wiewol Jch gerne gestehe / das Wundertreffliche Kreffte / Tugenden vnd Wirckungen / auch in vnd auff die Metalla, verstehe dieselben / dadurch præparando / zu Artzneyen / vnd sonsten zu andern sachen / subtil vnd wunderbarlich zu tractiren / in kurtz hiebeuor ge-
sagten Metallischen - Embryonischen dingen stecken mögen; Dennoch seind sie dieses nicht / dessen ALLE wahre recht Naturkündige Philosophi, zu jhren geheimen / beydes dē VNIVERSAL STEINE oder ELIXEIR MAGNO, an vnd für sich selbst alleine / vnd auch zu jhren Special Silber oder Goldt - STEINEN / neben Silber vnd Golde / dieselben darinnen zu Regeneriren, das solche Newe oder Wiedergeborne Plusquamperficirte Metalla / vnd also auff die vnteren Metalla in die öbern speciales Silber oder Gold- TINCTVRAE transmutantes, auch dergleichen ELIXEIRIA minora, vnnd PARTICVLARIA, als vielleicht Nutzbare Cinober Arbeiten / Mercurij Saturni metallici corporei, vnd Mercurij vulgi præcipitationes, fixationes vnd transmutationes, das sie Silbers
oder Goldes Augmenta geben / Naturgemeß - künstlich mögen werden / der vnwandelbaren ordnung GOTTES vnd vnverenderlichem willen der Natur nach / gar nicht entrahten können: Dieweil Sie nicht seind (wie auch oben gesaget) der Metallorum weder Vniuersalis noch specificirter rechtschaffene Pri-materialische ACKER oder ERDE / in welchem (der NATVR vnd ALLER Naturkündigen Philosophorū sensu atq; consensu / Willen vñ einhelligē vbereinstimmendē Lehre nach) Silber vnd Gold zur Regeneration vnd Plusquamperfection, Naturgemeß - künstlich geseihet werden wollen / sollen vnd müssen.
Ja / ob auch schon Mercurij corporum corporei (wie ich weis / das etliche zuthun vorgegehabt† haben) in Wasser / per se /
künstlich, resolviret werden möchten / so wehren dannoch solche wasre† nicht aquæ Corporum Primateriales, darmit alleine / ad Regenerationem & Plusquamperfectionem eorum, an vnd für sich selbst / zukommen; Dieweil SIE per Fontinam pri - materialem Catholicam, in qua sola est FIMVS Philosphorum Chymicorum, ad Opus hoc, putredinalis, ad putredinem talem, quæ mater est corruptionis ac destructionis eiuscemodi, ex quali oritur Generatio noua, & per consequens REGENERatio, noch nicht gebracht worden sein.
Dann auch aus Arnoldi de Villanoua Naturgemessen sehr reichen Zeugnis / ist man gewiß / Quod AQVA Philosophorum Primaterialis Metalla dissoluat, & magno NATuræ consensu, ea in Primam transferat ma-
teriam: Item, aus Clangoris Buccinæ vnd anderen / Quod in Aqua Philosophorum primateriali, NATVRaliter lateat spiritus QVINTAE ESSENTiæ, cuius solius est Magistraliter corrumpere, & in suam materiam primam transformare Metalla. Darbey es billich bleibet.
Alhier fellet ein auch mit zugedenckē / das etliche sprechen / man solle vnd müsse Spiritum Mundi secretissimum, den Geheimbsten Geist der Weld / zum Philosophischen TSEIN‡ / aus dem Lufft / oder aber vom Firmament des Himmels / in gewisse Materias, so auff künstliche anordnung des Artisten darzu insonderheit hingestellet werden / erst fohen. Doctor Khunrath Fohe mir jhn! O du Thore! Gickes geckes / hats auch Narren geregnet? Er ist one zuthuung Menschenhand oder Hülffe /
auff GOTTES anordnung von sich selbst schon gefangen / wie vnd worinnen er gefangen sein; vnnd hat jhme selbst eine Materialische Herberge auserwehlet vnnd zubereitet / wo er entweder Catholisch oder aber specialisch wohnen soll vnd wil: du darffst dich nicht vnterstehen / jhn als einen vmbschwermenden Fladdergeist (gleich deinen Hummelsgrillen) aus dem Lufft / auff ein Armbrust Schus / viel weniger aus dem Firmament (Ja deinem Schwermament) wie du vermeinest zu attrahiren / vnd zu wege zubringen; in deine von dir jhme Phantastisch fürgestalte materiam oder corpus; Du kanst jhne auch solcher gestalt nicht bannen / noch auffs Newe herzu bringen / Er hat schon sein bequem vnd jhme angeneme Losament / darinnen er von den Naturkündigern anzutreffen ist / weit
weit besser / als du jhn vnd seine† - gemeß einzulosiren gedenckest; Du must jhn / deinem trewmen nach / wol zu frieden lassen. Er ist allbereit wo er sein sol vnnd wil; HERR dein vnuergenglicher Geist ist in allen / Spricht der WEISE Man / Sap: 12. I Lerne nur seine Catholische wohnung / darinnen er Catholicè sich auffhelt / h. e. MAGNESiam Philosophorum CATHOlicam recht erkennen; jhn allda / vnd sonsten / zu vorgemeltem Philosophischen Opere dienlich / nirgends anders wo VNIVERSALITER existentem, suchen / so bistu ein Philosophus; Sonsten aber / wo seine Natürliche Catholische wonung / verstehe MAGNesiam Philosophorum du nit erkennest / noch dieselbige (assistentia Gratiæ Diuinæ) Chymicè zu tractiren vnter handen nimbst / sondern auff
erzehlter deiner Phantasey verharrest / so bleibstu gewiß ein commissarius nimiæ Sapientiæ; quæ stultitia summa.
Wolte nun einer weiter sagen; Jn der Philosophen Schrifften / findet man gleichwol hin vnd wieder also viel bericht vnd Lehren / daraus dannoch zu vernehmen / Ja Klar vnd hell zu sehen ist / das diese Kunst in Metallis, als in Silber vnd Golde / stecke; vnd also JN / MJT vnd DVRCH die Metalla / gewißlich müsse gesuchet vnd verrichtet werden: Wie hat es dann darmit eine meynung?
Demselben ist also zu antworten. Woferne man in ALCHYMIA nur alleine sehen wil / auff SJLBERS oder GOLDES EJGENSCHAFTEN nach / OPERIRENDE höchste MEDICinas / beydes der vntern Metallen / dieselben in die obern /
als in Silber oder Gold zu transmutiren, vnd auch der Menschlichen leiber / solche (nach GOTTES willen). dardurch von Kranckheiten zu liberiren / oder zu præseruiren, Welche MEDICINæ Plusquamperficiret Silber oder Gold seind; vñd nicht / (wie doch billich fürnemtlichst geschehen solte / das man principaliter nicht nur auffs Silber oder Gold - machen / wie mans nennet / gaffete / Welches dannoch an sich selbst wol folgete / wann LAPIS Philosophorum VNIVESRALis† verhanden were / vnd lege artis recht angewendet würde) auff LAPIDEM Philosophorum CATHOlicum siue VNIVERsalem / nudum ac simplicè, auff dz GROsse EL-I-X-EIR, so eigentlich heisset FORTItudo, ja splendor fulgureus siue scintilla perfecta vnici Potentis ac Fortis,
Ein heller Schein / Blitz vnd Fewerfunck des Einigen / Mechtigen vnd Starcken) an vnnd für sich selbst / sowol auch auff desselbigen VSVS atq; EFFECTVS VNIVERSALES omnes; So ist freylich von nöten / das die Oberen Metalla / als Silber vnd Gold / in allewege höchlich respectiret / vnd Naturgemeß - künstlich adhibiret werden ; Dieweil Argenteitas & Aureitas / die Silberkeit vnd Goldigkeit sonsten anderswo nirgend / als in Silber vñ Golde / es sey dasselbe auch entweder vollkommen Metallisch / oder aber nur Embryoniret / zu finden; Nach dem willen Gottes / vñ lauff der Natur / dz gleiches gezeuget werde von seines gleichen / das Silber vnd Goldt (auff jhre weise) auch bringen vnd geben Silber oder Goldt: Nemlich / in PROIECTIONE Philosophica / durch plusquamperficirt Silber
vnd Goldt. Jst doch dieses von Mir niemals verneinet worden! So wird auch noch nicht demselben wiedersprochen: Jch weis (ohne meister Klüglings Naseweises vermahnen) für Mich selbst gar wol / quod ARS teneatur imitari Naturam in principijs atq; seminibus naturalibus. Alhier aber stecket es: Sollē Silber oder Gold / sie seindt nun entweder noch Metallische nur dunne laminirete corpora; oder aber hierzu zuvor auch præpariret wie sie wollen; Als / entweder in Mercurios coporeos currentes verkehret; oder aber durch allerhandt Corrosiua / oder auch Vncorrosiuische Wasser / in liquores gebracht; oder sonsten zu andere weise zerbrochen; damit sublimiret; oder gar vbern helm gejagt; rein widerumb außgesüsset; Jtem / mit oleo Tartari niedergeschlagen; calciniret / oder
luter reuerberiret / extrahiret &c. Wie es immer namen haben mag / vnd hierbeuor auch beides austrücklich angezeiget vnd angedeutet sein oder werden mögen) sollen Silber od Gold / sage Jch / Natur-gemes künstlich plusquamperficiret, vñ Newe oder Wiedergeborne Metalla werdē. Also auch das sie transmutirende Silber vnnd Goldt TINCTVREN sein / vnd jres gleichen früchte (auff jhre weise durch Kunsthülff sich multipliciende / Nemlich aus den vnteren Metallis) Krafft / Macht vnd gewalt haben in Proiectione Philosophica zuzeugen / So wil höchst von nöten sein / nach erforderung der Ordnung vnnd Lauffs der NATVR (es befehlens auch alle wahre Philosophi, Ja / der Warheitliebende Natur - kündige Artista wirdt es / auch vberzeuget võ seiner Vernunfft vñ Gewisse / selbst gestehen / dz es also sein müsse)
Das dieselbige durch die REGENERAtion oder Widergeburt dahin / wie gesagt / kommen vnnd befordert werden müssen.
Wie können aber / Sag mir es einer / Silber oder Goldt Regeneriret oder Newgeboren werden / wo sie in jhrer MVTTER (welche vrsacherin wahrer corruption vnd destruction, & consequenter nouæ generationis / ist) LEJB nicht wiederumb eingehen? Was ist dann jhrer Mutter Leib? Gewißlich vnnd ohne allen zweiffel MATERIA Metallorum PRIma, FONTINA h. e. AQVA PRI-MATERIALIS / so auch dem philosopho von GOTT (gleich wie forne gelehret ) durch die NATVR in CHAOS MAGNESIAE Sapientum, (darinnen QVINTA ESSENtia siue SPIRITVS MVNDI secretissimus OMNIA VEGETare faciens
das FVNFTE WESEN / der geheimbste vnd verborgene Geist der Weldt / alle dinge in jhren Wachsthumb treibende / KVRTZBEGRIFLICH CATHOLISCH LEJBHAFTIG vnd NATVRLICH wonet) als in sein SVBIECTVM hierzu VNIVERSale debitum / dadurch (Nach Lehre Tabulæ Smaragdinæ HERMEtis) zu perpetriren Miracula REI VNius (h. e. FILII MVndi maioris plusquã-perfecti præsertim, atq; ad glorificationis statum Physico-Chymicè exaltari) multa, aus lauter GVTE vñ Gnade / CATHOLJSCH fürgestellet ist.
Wird derowegen wol vnd recht geschlossen / das Silber vnd Goldt in Materiam primam, h. e. in Mercurium, qui AQVA est, durch MATERIam PRIMam, per AQVAM Mercurij Catho-
lici pri - materalem† siue Mercurialem philosophicam / durch das Erst-Materialische FONtinlein / nothwendigst müsse reduciret werden / sollen anders SJE in & ad actum VEGETationis treten / vnd Naturgemeß regeneriret werden. Vnde & dictū Aristot: 4 Meteor: quem & Auicenna sequitur, alijq; Philosophi quam plures ita allegant, inquientis, In- uanum operantur Alchymistæ / Metalla perficere conantes, nisi reducant illa in MATERIAM PRIMAM. Ob schon / solch dictum heutiges tages in Aristotele nicht funden wird / so gehört es dannoch hinein; Auicenna würde es sonsten daraus nicht allegiret haben. Ohne zweiffel hat ein Alchymiæ feind mit diesem Loco vmbgangen / wie an etlichen örten Jüden / Arrianer / vnnd andere in vnserm seculo; mit der Bibel.
Werden nun diese in MATEriam primam per MATeriam primam, h. e. Fontinam siue AQuam MAGNESIAE pri-materialem reducirte Silbere oder Goldere / verstehe SAME vñ MVTTER oder ACKER / darein sie Philosophisch geseihet worden / beyde miteinander zugleich vnd zusammen (dieweil auch sonsten im Bauch der Erden die mit den Silberischen oder Goldischen special füncklein der NATur besamete allgemeine MVTTER vnd PRIMA Materia der Metallen zur frücht selbst wird) in Philosophischen ATHANOre, (darzu mein ATHANOR mit dem vnuorbrenlichen Tocht nicht vntüchtig sein würde) Natur gemeß - künstlich follends coaguliret, figiret vnd inceriret / so wird (DEO volente) verhanden sein Argentum siue Aurum regene-
ratum ac plusquamperfectum; LAPIS Philosophorū aArgenteus, Argentificus, siue bAureus, Aurificus; SPECIalis aut specificatus; der Philosophen auff entweder Silbers oder Goldes NATVR specificirte vnnd gewißgeartete Silber oder Gold-STEJNE / vnd aus den vnteren Metallis / verwandlungs weise / Silber oder Goldt machende TINCTVREN / welche hohe Medicinæ auch hernacher anders nicht / als nur alleine jhren (aus Eigenschafften vnnd Krefften solcher Samen) SJLBERJSchen oder GOLDJSCHEN special Artē nach / so wol in Menschlichen vnd anderer animalium leibern Medicinaliter; Als bey den vntern Metallen in Silber oder Gold transmutatoriè; vnd bey den Vegetabilibus aut instauratiùe aut conseruatiùe, operien. Durch diesen
weg lesset sich auch MATERIA PRIMA CATHOlica selbst / gesagter gestalt / auff Silbers oder Goldes eigēschaffteē / in Erster jhrer beyder Künstlichen Composition / vnd darauff folgender Natürlicher Mixtione & Vnione, durch den Philosophū imprægniren vnnd specificirē: Bleibē auch vñ wirckē (idiomatibus Naturarum utrarum hinc inde communicatis) Silberisch oder Goldisch miteinander allezeit Vnione hypostatica vnzertrenlich vnd vnabscheidlich also vereiniget.
Wird aber MATERIA PRIma CATholica limpidissimè depurata, AZOTH siue MERcurius Philosophorum Animatus, Catholicus, Viuus, die pri - materialische FONTIna, (daraus auch alle Metalla in gemein jhren Vrsprung hero beginnen ) per se, für sich selbst alleine ohne einigen
oder allen Silberischen oder Goldischen zusatz / von Erstem Anfanfange† an / bis zum letzten Ende aus / (sintemal CHAOS MAGNESIAE Sapientum CATHOLIcon, wie auch forne a gesagt in sich selbst hat / ALLES / was es Catholisch bedarff / das LAPIS Philosophorum VNIVERSaLIS Naturgemeß - künstlich PLVSquamperfect daraus præpariret werde) in Philosophischen ATHanore, durch Putrefactionē, Coagulationē, Fixationē & Incerationē Regeneriret vnd Plusquāperficiret /: so ist auch (annuente Deo) aus MATERIA PRiMA CATHOLIGA‡ depurata perfecta/ per se, verhanden MATERIA PRIma CATHolica Plusquamperfecta, AZOTH h. e. Mercurius Animatus Catholicus per se regeneratus ac plusquamperfectus / LAPIS philosophorum V-
NIVERSalis glorificatus, ELIxeir illud Magnum Philosophorum CATHOLICVM, (So / respectu LAPIdum Argentificorum vel Aurificorum specialium sine† specificatorum / billich LApis Philosophorum MAGNVS, der Grosse STEJn der Philosophen / jene aber Parui oder kleine / billig vnd recht genennet wird vnd werden) auch CATHOLJSCHER Kreffte / Tugenden vnnd Wirckungen / dessen ( tanquam MEDIcinae verè CATHOLICæ) Operationes Diuinæ atq; mirificæ sich auch VNIVERSaliter erstrecken / so wol auff Vegetabilia, Animalia, Lapides, Gemmas, vnd Mineralia; dieselben zu Renouiren, zu jhrer Virtutum ac Operationum ESSE (so hoch sie nur von NATVR, durch Kunsthülffe immer müglich zubringen sein) zu Exaltiren; Item / Instau-
riren / vñ conseruiren; als auff Metalla, dieselben ( FERMENTATIONE philosophica) zu Plusquamperficiren, das sie hernacher auch Krafft / Macht vnd Gewalt haben / Sich (PROIECTIONE philosophica auff die vnteren Metallen) in momento zu MVLTIPliciren, vnd solcher gestalt / jhres gleichen früchte / zu bringen vnd zu geben.
Diesem Wege nach lesset MATERIA PRima CATHOLica plusquam perfecta, h. e. LAPIS Philosophorum Plusquamperfectus, sich auch / nach seiner vollkommenē zu Bereitung / specificiren, von denen special füncklein der NATur specierum illarum metallicarum, puta / Argenti, auri; oder aber anderer Mineralischen / Vegetabilischen vnd Animalischen hierzu insonderheit gereinigten vnd subtil
præparirtē Materialium, liquoribus / &c: mit welchen ER in FERMENTatione philosophica Vnione indissolubili vereiniget wird: Bleiben vnd Wircken auch also vereiniget allezeit vnzertrenlich beysammen vnd miteinander / nach Eigenschafft vnnd Art der damit vereinigten Materiæ. Er / der VNIVErsal STEJN / verwandelt auch (nach Lehre aller wahren Chymischen Philosophorum) in Fermentatione Philosophica / vnd exaltiret das Silber vnnd Gold in einem Nu vnnd Huy ad statum Plusquamperfectionis, ohne vorhero gegangene obengemeltē Reduction in materiam Primam; (Mit welcher Symbolicè zuuergleichen vnnd daraus Naturgemeß - künstlich zuuerstehen ist / das Geheimnus der jenigen Verwandlung der ent-
schlaffenen Menschen Leiber / so am Jüngsten Tage zur zeit der letzten Posaunen / nach Lehre Pauli, auch sollen Plötzlich in einem Augenblick zur Plusquamperfection vnd Vnuerweßligkeit verwandelt werden) also / das SJE (Silber vnd Gold) Regenerirte vnd mehr dann Vollkommene Silbere vnd Goldere seind; vnnd dahero Crafft vnnd Macht haben / den vnterē Metallis von jhrer Plusquamperfection oder mehr dann Vollkommenheit / et in FORMA & in ESSE, in radice mitzutheilen / das dieselben in die Obern Verwandelt können werden.
Man nehme nun aber die Regeneration vnd Plusquamperfection Silbers oder Goldes für / auff welchen / vnter diesen beyden bisher gesagten wegen (via physico - Chymica tertia, ad LAPI-
dem vel Vniuersalem, aut LAPIDES Argenti siue Auri SPECIALES, datur nulla) man wolle / so mus dannoch MATEria Metallorum Catholica PRIma, so aue† MAGnesia Catholica (dauon in diesem Meinen Tractatu jetzo gehandelt wird) herkommen / entweder AQVOSa, Volatilis & perfecta, oder aber physico-Chymicè Coagulata, Fixa & Plusquā perfecta, ror allen dirgen‡ zum guten Anfange / besserem Mittel vnd gewüntschetem Ende nothwendigst verhanden sein; Sintemal Sie aus pri - materialischen grunde / vnd also schlieslich ALLE der vnteren Metallen in die Obern Verwandlungs TINCTVREN / vnd auch wahre PARTICVLaRIA aus solchem fundamento oder grunde des VNIVERsalis der Philosophorum (jedoch jedes auff seine weise) herfüro fliessen
sen. Es ist nicht anders / du machest auch daraus was du wollest. Springe auff oder nieder; fluche oder bete; so wirstu grossprechericher calumniant / diesen WARHEJTS grund des LJECHTs der NATVR, mit deinem Lügenhafftigen geschwäz / wol vnumbgestossen bleiben lassen müssen.
Alles was in ALCYMIA von VNIuersal vñ auch von SPECial Silber oder Goldt-STEJNEN der Weisen / als / der vnteren METallen in die Obern Verwandlungs TINCTVREN, ELIXEIRIEN, zusampt von dergleichen Nutzbaren PARTICVlaribus, ausserhalb vnd ohne diese Catholische Warheit MATEriae PRIMæ CATOLICæ fürgegeben wird / vnd dargegen leufft / dieweil dasselbe nicht gegründet auff das Liecht der NATur / ist vergebens / vnd seind eitel feh-
lungen. Von Nutzbaren Silbers oder Goldes SCHEJDVNGs künsten / aus allerhand Mineralibus vnd Metallis / welches nicht Transmutationes, auch nicht EJN sondern AVS - bringen seind; Noch von figirungē embryonischer Silber vnd Golder / so nur eine ZEJTJGVNG ist; wird allhie nicht geredet: Darumb solche eigentlich nicht PARTICularia heissen / dieweil sie keine particulæ des Vniuersalis seind. Philosophi reden Naturgemeß vnd recht Philosophisch von Philosophischen sachen; nicht nur Goldsüchtig.
Was vnd wie viel †nuu einem Chymischen waren Naturkündigen Philosopho anfenglich an Erkentnis vnd Verstendnis MATERiæ PRImæ CATholicæ (So GOtt / durch die NAtur in MAGNEsia CATHOlica, dem Philosopho Catholisch fürgestellet) gelegen
sey; Vnd dann auch / fürs Ander/ dz er wisse dieselbige in Mercurium Philosophorū Catholicon aquosum / das SJE FONTIna Philosophorum PRI - MATErialis fluens werde / Naturgemeß - künstlich zu resoluiren vnd depuriren; das fület der jenige am besten / der getrieben von GOtt die Warheit des grundes des Philosophischen STEJNS in seinē von Sophistereyen Theosophisch gereinigten Hertzen vnd Hirn schmecket; Sintemal / wie zuuor auch recht vnd wol gesagt / in diesen beyden VERBORGENHEJTEN dieser Kunst / stecket der Grund des VNIVERSalis Philosophorum / auch alle der vnteren Metallen in die Oberen Verwandlungs TINCTVREN, ELIXEIRIEN, vnd dergleichen warhafftigen PARTICVlarium. An MATEria Metallorum PRI-
ma genuina ac vera hat es manchem sonsten fürtrefflichen / vnnd sehr embsigen Chymico bishero gemangelt; Hetten sie / mit Silber vnd Golde/ aus offtermel-† meltem pri- materialischen fundamento MAGNESiæ auch Azothisch procediret / so möchten ihre/sonsten schöne vnd tieffsinnige Labores/ jhrem hoffen nach/vielmals fruchtbarlicher abgelauffen sein/als / leider/ geschehen. Man visitire doch nur alle Chymische Proceßbücher / so wird man darinnen gar selten CHAOS siue MAGNEsiam Sapientū, nemblich/ MATERIam METALLorum PRIMAM/ mit jhrem Eigenen Nahmen, quod habet apud vulgus, wie Hermes redet / ausdrücklich genant/viel weniger derselbigen ware Resolutionem vnnd Brauch/recht vñ ausdrücklich finden. Ich habe viel dergleichen /
beydes geschriebene vnd gedruckte Bücher durchstöret / aber allda fast nichts / oder doch gar wenig / dauon klar vnd helle antroffen. Nun / wz sol man thun? jedes ding hat seine Stelle vñ Zeit; GOtt weiß wol Warumb / Wan / Wo / vñ Wehme. Derohalben lasse jme / bishero gesetzte doctrinas vnd distinctiones, ein Artista nicht nehmen / als lieb jhme die Warheit ist / so wird er nicht alleine aus dem Labyrintho derer dem eusseren ansehen nach gantz streitigen vnd wiederwertig - lautenden Schrifften der Philosophorum (neben verleihung Göttlicher Gnade) sich leichtlich können richten; Sondern auch mit ersparung vieler grossen Kosten / vergebenen Müge† vnd Arbeiten / aus den Al - vnd Arg - Chymischen Processen wissen das gute zu erwehlen / vnd das böse zuverwerffen. Wer Ohren
hat zu hören / der höre / was da sagt der Geist der Warheit den Kindern der Lehre.
¶ Allegire, aus der Philosophorum Schrifften / hierwieder was du wollest / so bestehet in diesem fall / die regula Philosophica allezeit doch Recht vnd stat / Quod Philosophorum dicta & scripta semper sint intelligenda secundum NATVRAE possibilitatem, & non secundum nudum verborum sonum. Et; non secundum superficiem, sed secundum significata per similitudinem; vt dicit, in Libro perfecti Magisterij, RAsis. Sprecht SIE† doch selber / Quando videmur manifestè dixisse veritatem, tunc maximè occultauimus artem. Vnde dicitur in Turba: Philosophi multa ponunt, quorum nihil faciunt. Darumb stehet in Libro SATVRNI: Philosophi non
scripserunt suos libros, nisi filijs eorum; & filios eorum voco, qui perfectè. intelligunt dicta eorum, & non secundum literam. Nam operatio secundum intentionem literæ, est dissipatio diuitiarum, & temporis perditio. Dahero verwirfft auch AVICENna den todten vnd verführischen† Buchstaben / vnd beschleust also / Sed cum Ego me reduxi ad principia Naturalia, cognoui tunc Artem esse veram. SVMmatim: Litera occidit, Spiritus viuificat, Der Buchstabe tödtet / der Geist macht lebendig.
¶ Man verwirfft der Philosophen‡ Bücher nicht / sondern lesset sie alle gut bleiben / jedoch in NATVRGEMEssen verstande; wo fern sie mit der Natur vbereinstimēn. Gleich wie auch der Patrum vnd anderer vornehmer Theologorum Schrifften / wo ferne sie /
mit heiliger Biblischer Schrifft / Schrifftgemeß concordiren / au-thentisch gehalten werden; sonsten nicht. Non igitur, quis dicat, sed quid dicatur, est attendendum. Num benè, vel malè
¶ Man spricht / das geschriebene Recht habe eine wächsene Nase / Man könne es drehen wie man wolle: Solches möchte auch wol gesaget werde / von der Chymischen Philosophorū Schrifftē: Sintemal jhre dicta võ CHao oder MAGnesia VNIVErsali auff alle Materias in der Welt / zum beweis / scheinlich können gedrehet vnd gedeutet werden. Omnia enim (res miranda!) possunt prædicari de MAGNEsia VNIVERSali. Quarè & OMnia Nomen eius apud Philosophos; propterea, quòd sit id, ex quo materialia omnia. Darumb es weit sicherer
vnd gewisser ist / ex possibilitate NATVræ vernünfftig zu philosophiren, als ex litera nuda Librorum. Nach solchem NATVræ basano soll vnd mus man der Philosophen Schrifften / Naturgemeß verstehen / vnd nicht nur allein Papieren-buch-gemeß / nach dem Todten Buchstaben.
¶ Wie? Wann dann auch die Philosophi / wo sie de Metallis reden / nicht allezeit von gemeinen / sondern vielmals de Metallis Philosophicis, als Argento & Auro, h. e. Mercurio & Suphure† Philosophorū, occultis in MAGnesia (quæ MINERA ARtis) auch wolten Philosophisch verstanden sein? Vnnd wann Sie sprechen / relinquas Metalla / quanquam ex ipsis est introitus & Materia nostra; das es entweder von Silber oder Golde / zu jhren Special Silber- oder
Goldt-STEINEN/ darauff Sie damals gearbeitet / dannoch aber mit Hülffe MATERIAE PRimæ Naturgemeß / wie bishero erwiesen ist; Oder aber schlecht Pri-materialiter, als de materia Metallorum CATHOLIca Prima, vnnd nicht von der Metallischen leiblichen harten frücht/noch von irgend etwas aus denselbigen hero genommen / zu jhrem VNIVERSali gemeinet wehre? Was sagt ihr hierzu / meine lieben nudè ac purè Metallisten? Bedencket euch wol.
¶ Etliche Artisten sprechen; Bringen wir doch Silber vnnd Gold in jhre Erste Materiam, in deme wir dieselbigen scheiden in jre Tria, ex quibus constant; Als/deñ Sulphur oder Animam extrahirē; den Mercurium oder Spiritum in gestalt eines klaren Wassers/ per
se, pur lauter vnd Rein / ohne frembder Wassere oder Liquorū zusatz/ manifestiren: Endlich auch das Saltz oder Corpus daraus rein zu wege bringen; Folgendes die Sulphura in jhre eigene Mercurios vnd Saltze (jeden in seine) als in jhre Regeneration ACKERE seihen†; in digestione lassen Putresciren vnd Soluiren; hernacher vollents Coaguliren vnd Figiren; das wir also zum LAPIDE Philosophorum vel Argentifico vel Aurifico, vnd Transmutation TINCTVREN kommen mögen. So sagen sie auch / es habe das Silber seinen eigenen Silber Sahmen; Gold / Goldes Samen / in sich selbst: Vnd verhalte sich damit gleich wie mit einem Apffel; denn so man denselbigen auffschneide/ finde man in jhme seinen Samen /zuverstehen/ die Kernen; Also sey es auch mit
dem Silber vnd Golde: Item / Sulphur Argenti sey der Same des Silbers; Auri des Goldes rc.† Es weren auch beydes der SAME vnd ACKER des Silbers im Silber / des Goldes im Golde / zugleich mit vnd beyeinander/ nur das der Natur durch obgesagte Naturgemeß - künstliche beförderungen geholffen werde; So habe man Silber oder Goldt *TINCTVRAS Metallorum inferiorum in superiora TRANS**mutatorias.* Hæc illi. Antwort: Das Erstlich Sulphur Lunæ & Solis künstlich extrahiret können werden / gestehet man gerne: Das aber hernacher / fürs andere / nach angedeuteter extraction Sulphurum, auch der Mercurius Lunæ vel Solis in gestalt eines klaren Wassers / per se, pur lauter vnd rein / ohne frembder Wassere oder Spirituum
zusatz/ daraus eröffnet/ verhanden sein solle / ist sehr verdechtig / vnd fast fehlbar: Man Separire die in Præparatione adhibirten Wassere/Spiritus oder Liquores daruon / so wird sichs finden/was für ein klarer Wesseriger Mercurius Lunæ vel Solis, per se, bleibet. Zum Dritten/ das Saltz daraus belangende / deme wird nicht wiedersprochen / das mans haben könne?
¶ Was aber were es dann nun mehr / sagt mir lieben Herrn / wann schon (posito hoc, non tamen simpliciter concesso /) ermelte drey DINGE / Nemlich Sulphur, Sal vnd Mercurius† aus Metallischē Silber oder Golde/von euch angedeuteter gestalt / vnterschiedlich gehabt werden möchten oder könten / Als derer beyder/aus materia Metallorum Prima vel Argentificè vel Aurificè speci-
ficata / gezeugeten zeitigen Metallischen früchten / vernimb Silbers vnnd Goldes / vnpri - materialische / das ist / nicht in Pri - materialischen stande / drey wesentliche theile (partes Essentiales tres, non principia Pri - materialia tria, imò potius principiata tria) abbesonders künstlich getrennet vnd von einander geschieden? Welche DREJE / wo ferne Sie / recht vnd eigentlich / principia Pri-materialia tria sollen sein/ müssz† sie es auch sein Pri-materialiter; vnd derowegē per materiam Metallorū Primā, (so etwz† besonders selbstē diges‡ für sich ausserhalb den Metallē ist/ auch von diesen gar nicht herkompt / sondern diese von jenem/) noch erst in materiā Primā weiter zurücke gesetzt vnd wieder gebracht worden sein / oder werden. Sintemal materia Metallorū Prima alleine Macht/ Krafft
vnd Gewalt hat dasselbe zu thun / sonsten durchaus kein ander Ding / künstlicher Weg noch Handgriff; Darumb es auch/ ohne neben anwendung materiæ Metallorum primæ, keines weges geschehen / noch also der Natur / zur Regeneration vnnd Plusquamperfection Silbers vnd Goldes / gnugsame Hülffe gethan werden kan.
¶ Dieweil dann diesem / dem Lauff der Natur/ auch aller wahren Philosophorum vnwiedersprechlichen Zeugnissen / zusampt Naturgemesser Vernunfft nach / also/ wie von Mir bishero erzehlet vnd erwiesen ist / so bleibet je materia Metallorum omnium Prima Catholica, auch des Silbers / Goldes / vnd aller anderer Metallen Allgemeiner Regeneration ACKER alleine; Wie können dann Mercurius vnd Sal
Auri derselbe zum Golde sein/oder Argenti, zum Silber? Lieben Laboranten bedencket doch/ was für eine Arbeit jhr fürhabt? Wollet jhr nicht durch Naturgemesser kunst hülffe Silber oder Goldt Plusquamperficiren? Ja. Seind nicht Sulphur, Mercurius vnd Sal, alle dreye zugleich/ des Silbers vnd Goldes wesentliche theil; Ausserhalb derer einem / wo es dauon were / Silber nicht Silber / Goldt nicht Goldt were? Anders nicht. Silber vnd Gold / sollen sie Newe oder Wieder geborne Metalla werden/ müssen in jhrer Mutter leib je wieder eingehen/ darinnen Faulen/ vnd in materiam Primam wiederumb zurücke tretten? Gewißlich Ja. Jrer Mutter leib aber ist nichts anders / als materia Metallorum Prima Catholica, der Eine vnd Allein wahre Regeneration A-
CKER aller Metallen, wie in gegenwertigen Tractatu gnugsam erwiesen.
¶ Sollen nun Silber vnd Gold Naturgemeß - künstlich geseihet werden/ so mus es geschehen in jhren hierzu bequemen ACKER: Der SAME aber ist allhier in diesem Wercke / nicht der ACKer/ noch ACKER der SAME: Wie können dann Silber vnud Goldt Same vnd Acker zugleich sein? Zu deme / dieweil dann Silber / Silbers; Gold / Goldes Samen/ in sich hatt? Argenteitas aber/ oder Aureitas nicht nur alleine in Sulphure Lunæ vel Solis stecken / sondern auch zugleich mit in deroselbigen andern partibus, verstehe Mercurij, & Salis, tota in toto; Darumb mus auch das gantze Silber oder Gold / es sey nun entweder Corporalisch noch in massa una beysammen /
oder aber zertrennet / also / das Sal/ Sulphur vnnd Mercurius, jedes abbesonders vnd vor sich alleine ist; oder sonsten anderer gestalt subtiliret worden; geseihet werden: Wohin / oder aber worein dann? Gewißlich nicht in sich selbst / sondern vielmehr in jhren/jhnen von der Natur hierzu deputirten Pri - materialischen Regeneration ACKER; welcher trawn ein ander REBIS oder doppelter Mercurius ist / als der jenige / so aus den Corporalischen Metallis, vn-Primaterialisch / von den Sophisten hero genommen wil werden. Derselbe jetzt angedeutete ist des Silbers vnd Goldes Allgemeine Mutter; Nicht der Vn- Primaterialische/ in oder aus den Metallis.
¶ Bleibet derowegen vnwiedersprechlich wahr / das / wann schon obgedachte Artisten, bis
ans Ende der Welt / obgedachten ihren† Vorhaben vnd Modis nach / ohne materia Prima Catholica procedireten, Sie doch keines weges jhr jhnen vorgesatztes gewüntschetes Ende der gestalt erlangen werden; aus vhrsach / dieweil jhnen ein Warhafftig Naturlich Werck/ aus falschen vnnatürlichem Grunde/ herfür zu bringen vnmüglich.
¶ Sonsten gestehet man gar gerne/ das Silber vnd Gold jhre eigene Sahmen in sich selbst haben: Es hat aber darmit weit eine andere meinung/ als dein vngleichnis vom Apffel angedeutet; Solch Exempel reimet sich hierzu / wie fünff Finger auff ein Auge. Du Leymstenglischer Phantast soltest ja bedencken / das man im Golde / wann es stückweise zerschroten wird / seinen Sahmen nicht dergestalt antrifft noch fin-
det obbesonders liegen / wie die Kernen im Apffel: Zu deme auch so seihet man die Apffel Kernen nicht wiederummb in den Apffel/daraus sie herfür genommen / Sondern in die Allgemeine Erden der grossen Weldt/ daraus desselben Apffels Stam vnd Baum auch herfür gewachsen. Hettest derowegen mit deinem vngleichen gleichnis / bey wahren Philosophis, wol mögen zu Hausse bleiben / vnd solches bis zu deines gleichen Physicunculis sparen / allda es / vielleicht/ gelten mag/ was vnd so viel es kan.
¶ Damit dir aber etwas zu rechte geholffen werde / so wisse / das mit dem Kern Silbers oder Goldes es also beschaffen sey / (wo man ja von Kernen reden wil) das solcher nicht alleine ist nur jhr Sulphur, sondern viel mehr/ (wie auch oben recht gesaget) das reineste Totius,
verstehe Sulphur, Mercurius, vnd Sal, das ist / des gantzen Metalli zugleich. Dieses / wie jtzo gehöret / ist / also zu reden / des Silbers oder Goldes Kern; Vnd wil solcher gleich so wenig in Silber oder Gold/ oder aber in jrgend etwas daraus hero genommen/ als des Apffelskern in den Apffel/ oder in etwas von jhme genommen / zur Wiedergeburt geseihet werden/ Sondern Naturgemeß - künstlich in seinen vnd einen solchen Primaterialischen ACKER / woraus Silber vnd Goldt / von der Natur/ auff jhre weise/ auch noch heutiges Tages Naturlich / Catholicè gezeuget vnd herfür bracht werden. Diese Nuß mustu Naseweiser Vogel mit deinem zumal spitzigen schnabel/ mir wol vnauffgebissen lassen; vnnd wann du auch schon deinen KJEsen† zu Hülffe nemest.
Mit dem Spruche der Philosophen/ SAL METALLORVM est LAPIS philosophorum, hats/ bey NATVR - kündigen Philosophis, auch weit einen andern verstand / als wie die/ der Natur vnverstendigen einfeltigen Laboranten, gedencken/ die da vermeinen/ die Metalla, als Silber oder Gold/ entweder blos vnnd für sich alleine durch Langwiriges Calciniren vnd Reuerberiren zu zerstören; nachfolgends durch öffters/ in hierzu von jhnen insonderheit deputirten Wassern / Soluiren; Extrahiren; Reinigen; vnd endlich das Silber zu blawen / das Gold zu Roten Saltz - steinlein schiessen zu lassen; Welche ich hohe Medicinas zu Menschlicher Gesundheit / innerlich vnd eusserlich zugebrauchen hochnützlich/ trefflich dienende/ gantz gerne sein vnd bleiben lasse; Oder aber / die mit Zusatz
frembder hierzu schedlicher Corrosiuischer Wassere vnd gifftiger Materialium SIE in subtile sehr luckere vnd leichte Pulueres Sublimiren, vnnd zu Saltz (wie Sie sprechen) verkehren wollen; Da doch dieselbigen von zugesatzten Corrosiuis / mit denen sie auffgejaget vnd auffgeführet (wie die dulcoration gnugsam lehret) pflegen schärff zu sein; auch dahero Braun oder Rothfleckicht/ wie mit Aquæ-fortischen vnd Aquæ-Regischen des Silbers vnd Goldes vermeinten solutionibus, sonsten auch zu geschehen pflegt / in Holtz vnnd Menschen haut einfallen/ dieselben tingiren / das ist / coloriren oder ferben / aber noch weit weit fehlet/ das Sie der vnteren Metallen in die öberen Verwandlungs TINCTVRISCHE Silber oder Gold SALTZE sein: Vnnd auff solche vnd andere dergleichen We-
ge / ohne adhibition materiæ Pri-mæ, Lapidem Philosophorum ( wie gesagt) zuerlangen vermeinen. O in der NATVR vnerfahrnen! SAL Metallorum ist zu eweren fürhaben wol gut / wanns vormittelst MERCVRIO Metallorum Pri-materiali duplici Catholico Regeniret vñ Plusquamperficiret / erlanget vnd zu wege bracht worden ist. Verkehret (vermittelst GOTTES Gnade vnd Segen) das reinste der gantzen massæ des Silbers in fixes, ohne rauch Wachsflüssiges Saphyrisch / vnd des Goldes in dergleichen Rubinisch Saltz oder Saltz Steine / durch das (so wol Aller Metallen in Allgemein / als LAPIDIS Philosophorū VNIVERSALIS) Primaterialische SALIS Sapientiæ, gedoppelte Mercurialisches SALTZ - FONTINLEIN / So in MAGNESIA
CATHOLICA anzutreffen / vnd aus derselben / nach GOTTES willen / a Naturgemeß - künstlich erlanget mus werden / So könnet jhr / ( Omnipotente concedente) dem vnfehlbaren Wege des LIECTS† der NATVR nach / zu gewüntschtem Ende kommen: Sonsten ist es vnd bleibet blindheit vnd jrthumb / wo es in Silber vnd Gold - arbeiten disfals / ausser MAGNESIAE Pri-materialischen AZOTH / am besten ist.
Die Philosophi sprechen auch / In SALE sint Labores tui. Quæritur: In was für einem? Vnd / wo soll ich solch SALTZ finden oder nehmen? Philosophicè cum Philosopho, & sapienter cum Sapiente, respondeo: Est SAL Maris CATHOLICON; reperiturq; in Oceano vel Mari illo Philosophorum Catholico, quod est MAGNESIA: Quæ,
teste Sapiente, apud Hamuelem filium Zadith, interpretem Senioris, est Aqua composita, congelata, quæ repugnat Igni. Hoc Mare latum, magnum, bonum, cuius bonitatem commendauit Hermes. Darbey bleibe es.
Wird gefraget / wohero ist man dann dieser nuhmehr offt vnd vielmals angedeuteten MATERIAE also gar gewis / das eben dieselbe / vnd sonsten keine andere / Sie habe auch Nahmen wie Sie wolle / von GOTT / durch die Natur / dem Philosopho hierzu fürgestellet / das gleich SIE† das ausserwehlte vnfeilbare SVBIECTVm LAPIDIS Philosophorum VNIVERSALIS sein solle vnd sey? Hat man dann den STEIN der Weisen jemals daraus zubereitet? Wie kan mans also eigentlich wissen / wann man jhn zuuor noch nicht draus gema-
chet / vnd zum gewüntschten Ende gebracht hat? Hat doch Doctor Khunrath noch nichts gewisses in der Kunst / wie darff er dann also gewis / von MAGNESIA reden? Er las die jenigen daruon reden / die allbereit transmutiret haben. Antwortet: Hilff GOTT! Solte des SVBIECTI LAPIDIS Philosophorum CATHOLICI niemand anderer gestalt vnfehlbar können gewis sein / Was / nemlich / oder welches DING / dasselbige eigentlich wehre / Er hette dann den VNIVERSAL STEIN der Weisen zuuor daraus selbst zubereitet gehabt; So würde gewißlich der aller erste Philosophus Chymicus, So LAPIDEM Sapientum CATHOLICum gehabt / sehr vbel daran gewesen sein / ehe dann er allerley materias in der gantzen Natur aller Materia-
lischen dingen / wie sichs gebüret / im Fewer Naturgemeß - künstlich durchsuchet / vnd vom anfang bis zum ende ausgearbeitet hette! vnd solcher gestalt / die allein EINE rechte vnd wahre MATERIAM, vnter also vielen vnzehligen vnrechten / erst finden hette sollen oder müssen. Vnmüglich were jhme gewesen / dieselbe also zu erfinden! Judicire hieruon ein jeder im Fewer wol erfahrner Artista selbst. Es muste BERNHARDVS der GRAF / das doch bey keinem Doctrinæ filio gleublich / grewlich (mit Reuerentz) gelogen haben / vnd nicht Veridicus Treuisanus sein / in deme er spricht: Er habe diese Kunst zwey Jahr zuuor gewust ehe er den STEIN der weisen gemacht vnd verfertiget habe. Spricht man / Ja / Ja / dieses schriebe er zu der zeit / wie er sein Werck schon
allbereit etliche mahl verfertiget gehabt hatte; Dahero / vnd als dann were er erst recht gewis gewesen seines vorigen vermeinten jhme eingebildeten wissens. Antwort: Were sein voriges wissen nicht gewis vnd wahr gewesen / welches er aus allerhanden gnugsamen Naturgemessen fundamentis in seinem cerebello jhme ideiret hatte / vnd hette er demselbigen nicht nachgearbeitet / so were er auch zu dem gewüntschten guten Ende / dauon er hernacher geschrieben / nicht gekommen. Gienge derhalben noch die Warheit seines wissens / der Arbeit seines Operis vorhero. Seine eigene Worte lauten also: Postquam, inquit, sciui artem, familiarem† notitiam habui cum quindetim bonis uiris, qui pariter sciebant LAPIDIS artificium, & præcipuè cum quodam
Barbarino, (sciueram nihilominus Artem duobus annis priusquàm elaborassē vel perficissem) hic inter disputandū (cum ex improviso dixissem, me nondum expertum fuisse) conabatur à proposito vero diuertere, quapropter deserui societatem eius. h. e. Als Ich / sagt Er / die Kunst wuste / vberkam Ich kunde vnd gemeinschafft mit funfftzehen guten Mennern / die so wol die kunst des Philosophischen STEINS wusten / sonderlich aber mit einem Barbaro, (Dann ich wuste nichts desto weniger die Kunst zwey Jahre zuuor / ehe dann mit der Hand Arbeit ich Sie verrichtet vnd verfertiget hatte) Derselbe vnterstünde sich vnter vnserm disputiren (Als ich mich vngefehr verlauten lassen / das ich das Werck selber mit der Handt noch nicht gemacht hette) von dem wahren Wege vnd rechtem vorsatze abzuwenden: Darumb ich auch
seiner müssig gienge. So weit Bernhardus.
Wann nun eingeworffenes Argument solte gelten / so würde dem AVTHORI ROSARII Philosophorum (dessen allerley zeugnisse in diesem Negotio viel fürtreffliche Leute / zu stewr der Warheit / sich viel gebrauchen) wenig / oder fast gar nichts / zu gleuben sein müssen / dieweil er ausdrücklich spricht / das damals / wie er angezogenes sein Philosophisch Buch geschrieben / er das Philosophische Werck weiter nicht / als bis zum LÖWEN / gesehen habe.
Wie würde BONVS LOMBADVS† Ferrariensis seine Margaritam prætiosam nouellam können vertheidigen? In deme er Cap. 15. also sagt: Sapientum plurium libros vidimus, & iuxta posse nostrum & modicum ingenium studuimus, quamvis Ope-
rationi & labori fuimus rarò dediti &c: Wie ist solches zuuerantworten? Höret ROSARII Authorem: Scio, inquit, quia de necessitate Opus ad talem perueniet Naturam. Ich weis / spricht Er / das das Werck nothwendig also werden würde. SVMMA. Wahre Philosophi WVSTENS. Wohero? Entweder von GOTT / durch sonderbare GOTTLICHE Inspiration, geheime Visiones, vnnd gut - Geistliche Offenbarungen; oder aber nach GOTTes gnedigen Willen / von einem wolwissenden Menschlichem Lehrmeister; oder aber / auch nach GOTTES Willen vnd Erleuchtung / (Regimen enim eius maius est, quam ratione percipiatur, nisi ab inspiratione Diuina detur, inquit Balgus in Turba) aus dem LIECHT der NATVR, durch
fleissigs Lesen vñ gesundē Verstand Naturgemeß - Chymischer Naturkündiger warhafftiger Bucher; auch Theosophischē contempliren, meditiren vnd obseruiren, der wunderbaren Natürlichen wirckungē / beydes in der grossen Weld hin vnd wieder / vnd auch in Laboratorio Chymico / in vielfeltigen / offters auch sehr gefehrlichen / Arbeiten. Also auck wol andere / noch heutiges Tages: agitur enim & hodie eadem Comœdia, quæ quondam, mutatis duntaxat personis. Wer hat dem allerersten Philososoho gesagt / oder woher wuste er es / das ein LAPiS Philosophorum in rerum natura, sey? Woher kam jhm diese wissenschafft? Er mus fürwar eine andere erkentnis gehabt haben / als mancher / der Geheimnissen GOttes vnverstendiger / jtzo meinet. Hieruon ist an einem an-
dern Orte weitleufftiger von Mir gehandelt worden. Intelligenti sat.
Schliesse derowegen ferner / so lange bis das die jenigen in diesem Tractatu gesetzte HEVBTPVNCTA, vnd deroselben angedeutete CONFIRMATIONES (so an seinen Orten / da sie bey gelehrten doctrinæ filijs, vnnd Natur - erfahrnen vertrawten Philosophis in tentamine & examine gewesen / rechtschaffen pro & contra, wol herdurch gezogen / vnd gnugsam probiret worden / auch GOTT lob / tapffer bestanden seind) mit der Warheit des LIECHTS der NATVR niemals wiederleget vnd vmbgestossen / auch bessere vnnd gewissere an statt deroselben / mit bestande dawieder auffbracht seind / noch auffgebracht werden können: So behalten diese je billig den Platz /
vnd Triumphiren vor allen andern; Sintemal auch die Rechtsgelehrten vernünfftig dahin schliessen / quòd vna ratio fortior vincat plures alias, minus fortes. Nedum plures vincerent. Dieweil Ich auch noch kein ander ding in rerum Natura funden habe / oder finde / das / in allen circumstantijs vnd durchaus / also Qualificiret, Conditioniret vnd Naturet were / wie die Chymische Philosophi von jres LAPIDIS SVBIECTO lehren / als numehr offt angedeutete meine MAGNESIAM: Item, in welchem die wunderbare HARMONIA analogica mit dem Rechten vnd allein Seligmachenden IHSVH CHRISTO, GOTTEs vnd der Jungfrawen MARIAE SOHN / deme mit Hertzen / Glauben vnnd Leben ALLEIN anzuhangen / & contra &c. dermassen herfür leuch-
tete / als eben offt vnnd viel wol angedeutete MAGNESIAM CATHOLICAM; Derowegen so verwerffe vnnd lasse ich auch billich alle andere materias, tanquam Pseudo-Magnesias, fahren / vnd verharre standhafftig bey dieser alleine / weil eins das andere / nach Gottes wunderbaren vnerforschlichē Willen / also wunderbarlich erkleret vnd bezeuget.
O jhr Weißheitliebenden suchet auch Naturgemes-Alchymisch in der Göttlichen Schrifft des grossen Weldtbuchs; dann die Naturkündigen Theosophi meinen / Sie haben zeugnis des ewigen vnd Artzney des zeitlichen Lebens darinnen; vnd MAGNESIA CATHOLICA / im grossen Weldbuch der Natur / ists / die von CHRISTO Naturlich vnnd Vniversaliter zeuget: Vnnd jhr wollet zu derselben nicht kom-
men / Sie annehmen / darinnen nicht laboriren vnd forschen / das jhr zeugnis des ewigen / vnd die heilsame Catholische Medicin dieses zeitlichen Lebens warhafftig daraus haben möchtet?
Ihr Herrn Theologi, Ich bitte jhr wollet vleissigst vnd wol ponderiren, wie embsig veneranda Antiquitas (das doch an jhnen / als sehr wolgethan / von euch billich gelobet wird; jhr auch / & pro concionibus & in scriptis publicis / Sie löblich hierinnen imitiret) sich auch (gleich wie Ich allhier vnd anderswo in Meinen Schrifftē hin vnd wieder thue) bemühet habe / die articulos oder Haubtpuncta Christlicher† Religion mit gleichnissen / võ Natürlichen dingen hero entlehnet / symbolicè zu exemplificiren vnd zu erkleren; ehe dann jhr deswegen mich / als blasphemū, vnschuldig vnd vnverdienet / ohne gnugsamen
vorbedacht / damniren vnnd ausschreiben möchtet. Ich habe es von den Propheten vnd Aposteln CHRISTI / ja vom HERRN selbst / aus heiliger Biblischer Schrifft (wie / GOTT lob / gnugsamb zu erweisen ist) also gelernet. Zu deme / so kan ich auch den Papisten / Lutheranern / Caluinisten vnd anderen / einem jeden aus seiner Theologen Schrifften / dergleichen similium sehr sehr viel exempla / auff den Nothfall / vorstellen. Was woltet jhr euch dann zeihen / mich viel zu vexieren. Turpe est Doctori, cum culpa redarguit ipsum.
Meine Beweisungen seind nicht nur allein gegründet auff Papierne Bücher / Eines oder des Andern scribenten; noch auff blosses wehnen; sondern vielmehr vernünfftig (wie auch des aller ersten Philosophi / der niemals
einige beschriebene Rinde / wachsene noch andere tabulas, auch jrgent ein Papieren oder Pergamenen Buch gesehen / geschweige dann gelesen) auff das GOTTliche LIECHT der Natur / in der grossen vnd kleinen Weld; auch Biblischer Schrifftē Analogisch-harmonischen consensum: dieweil sie aus vnd von derselben Fundamentis hero fliessen / können sie vberall wol stehen vnd gehen.
SIHE! Ich habe EIN BVCH / durch vielseltiges Reisen / grosse Mühe vnd Kosten / auch nicht aller dinge ohne gefahr meines Lebens / zusammen bracht / welches (fast in die dreyhundert) literas† die Natur selbst geschrieben hatt; Sol manchem Hochgelehrten (der nicht auch tieffgelehrt darneben vnnd zugleich mit ist) schwer gnug fallen / dieselben zu kennen; Wil geschweigen (wo
er kein Fewerkünstner ist) Naturgemeßkünstlich zu lesen; Ja / viel schwerer zu Erkennen vnd zu wissen / WAS vor eine Dinte es sey / wo AVS die Natur dieselbe componiret / vnd wie wunderbarlich sie die gekochet habe / darmit sie erwehnte Wunder schöne vnnd vielseltige vnterschiedliche Buchstaben Naturlich selbst geschrieben / vnd dem Physico / Philosophisch† vñ Chymisch zu lesen / in Macrocosmo sehr weißlich vorgestellet habe. Es ist fürwar ein recht Wunder - buch! Zu desto gründlicher Erkentnis vnd gewisserer Erweysung‡ materiæ Metallorum primæ atq; MAGNESIAE pri-materialis Catholicæ hochbeförderlich. Aus diesem Buch habe ich / ohne fals / mehr Warheit studirt / als sonsten aus vielen Vn-Nutzgem§ß geschrieben Büchern. Da bein¶ euch mit alle ihr
Teuffelsköppe vnd Beelzebubische verfolgere der Warheit / die jhr hin vnd wieder mit gifftigen Natterzungen / aus lauter neidt vnnd mißgunst / wegen von GOTT gnedig Mir vorliehenen Erkentnis vnd Bekentnis MAGNESIAE Catholicæ Philosophorum / Teuffelisch hinder Mir herstechet.
Auch ist noch zur zeit vnuonnöten das man öffentlich vnnd jederman / ohne vnterscheid / anzeige / ob jemand / oder Wer den STEIN der Weisen / siue Vniuersaliter daraus; siue Specialiter darmit; jemals præpariret oder gehabt möge haben: Die Antwort auff solche Fragen bleibt billig eingestellet / bis einmals / zu Meinen deutlichen wolgegründten Confirmationibus vnd klerern Erweisunge / vorngesagter Hauptpuncten / zu seiner Zeit / an seinem Ort / vnd bey seiner Person / altem Philosophi-
schen brauch nach / auff vorhero gegangene Ehrliche gewisse Conditiones, vnnötig allhier zu erzehlen. Die Zeit vnd Gelegenheit werden dieselbigen wol geben.
Das Geheimnis von Erkentnis MAGNESIAE öffentlich für jederman ohne vnterscheid kommen zulassen; kan / soll vnd mag / noch zur zeit / nicht sein; Sintemal GOTT / seinem vnergründlichen Willen nach / von anfang der Welt hero / bis auff diese zeit / jmmerdar es also hat geschehen lassen / das dasselbe zu jederzeit nur wenigen / von Jhme insonderheit darzu erwehleten doctrinæ filijs / kund gewesen / wie solches die Erfahrung bezeuget / vnd aus der Philosophen Schrifften / auch allerley Historijs / hin vnnd wieder gnugsam zu ersehen; So wol auch in dem 1. Cap. meiner Confes-
sion vom Hylealischen CHAO weitleufftig angezeiget worden.
Es wisse auch ein jeder; Wird der jenige / deme GOTT MAGNESIAM hat erkennen lassen / Sie böß-vorsetzlich vnnd mit trotzigem ernst gtring schetzen; oder aber derogestalt; / aus leichtfertigkeit / böß-verächtlich tractiren; auch die / seinem Præceptori, vhraltem Philosophischen löblichen Brauch vnd Gewonheiten nach / darüber (als einer Ehrlichen vnd Billichen sache) vngezwungene freywillig gethane Gelöbtnis vnd Pflichte (quæ non sunt vincula iniquitatis) allezeit / sein gantzes Leben hindurch / nicht candidè atq; syncerè & sinè fraude ac dolo, steiff / fest vnd vnverbruchlich (ein jeder pflicht - schüldiger prüfe sein Gewissen) halten / sondern Gewissen - los - vergeslich an die Wand hencken / den wird
GOTT deswegen zeitlich gnug / hinwiederumb mit Hertz / Leib vnd Seel zitterlicher verfluchung vnd straffe / nicht vngestraffet dahin gehen lassen. Deuorabitur, secundum Hebræorū doctrinam, à IEHOVAE vltore subdelegato. AZAZELE, per proprietatem Iudicij, iuxta legem iræ & punitionis Diuinæ. Derhalben / auff das du nicht sündigest / so schreibe sie in die Taffeln deines Hertzens / stelle sie ins Liecht für deinem Angesicht / vnd thue bestendig darnach / so wirstu wohnen in der Hütten des HERRN / vnd bleiben auff seinem heiligen Berge; auch / nach GOTTES gnedigen willen / zu rechter zeit / vom HERRN in diesem Geheimnis weiter gesegnet werden. Dann es spricht LILIVM, si DEVS reperiret cor fidele, vtiq; revelaret ei Artem
hanc, fünde GOTT ein trewes Hertz / gewißlich er offenbarete jhme diese Kunst. Wer seinem Nechsten schweret vnd helts / der wird wol bleiben / sagt der Man nach GOTTES willen / im 15. Psalmo. Die exception, lingua iuravi, mentem injuratam teneo / als habe man es im Hertzen also scharff vnd hefftig nicht gemeinet / wie die Wort gelautet / hat in foro conscientiæ keinen bestand; sie pflegt doch entlich noch elendiglich zu expiriren.
CHRISTVM verachten / lestern / wissende - vnd vorsetzlich verspotten / auch vngebürliches eigenes nutzes halben grüblen vnnd suchen / wie man / in Ehrlichen billigen Sachen / möge ausflucht haben / gethane pflicht nit zu halten / seind Sünden in den heiligen Geist / die nimmermehr vergeben werden; Gewißlich auch nicht
ein geringes / sondern hoch straffwürdiges verbrechen gegen GOtt / an MAGNESIA, CHRISTI Natürlichem vnnd Symbolischen Effigie in der grossen Weld; vnd an seinem Præceptore, qui (calculo Sapientum) parentis loco venerandus, solches thuen. Ein Christ dencke jhme Theosophisch nach. GOTT lesset mit sich nicht schertzen. aDann der HErr wird den nicht vngestraffet lassen / der Seinen Nahmen Mißbrauchet.
Wie nahe oder ferne aber man dem Lapidi Philosophorum sey / darumb lasse der Calumniant sich nur vnbekummert / vnd sehe zu / das er selbst seine vorhabende Arbeiten zum verhofften Ende bringe. Was einem andern GOtt geben hat / oder noch geben wil / das wird jhm der Teuffel / ohne Gottes willen / nicht nehmen.
Vermeinestu dann / in der Kunst etwas gewisses haben / heisse vnd sey nichts anders / als nur alleine Silber vnd Gold machen? Meinstu dann / das der / so MAGNESIAM erkennet / stracks müsse Transmutatoriè tingiren können? Oho / Geitzhals! O GeldNarr! weit gefehlet. Werestu ein wahrer liebhaber der rechten Weisheit / vnd ein Gehorsames Kind der Philosophen / du würdest die Wunderbare Erkendnissen aus Magnesia Vniuersali, als nemlich / des Ewigen / Allmechtigen / gutthetigen Schöpffers / aus dem Geschöpff; vnd dessen / den er gesand hat / IHSVH Christi; des anfangs der grossen Weld / vnd Naturlicher dinge; deiner selbst / was du seist; vnd der viel wunder wirckenden Natur; Aus welchen allen die Weisheit / Allmacht vnnd Gütigkeit GOTTES (deswe-
gen du auch in diese Weld gesetzet bist) reichlich zu erlernen / vnnd GOTT dafür zu dancken / loben vnd zu preisen / dem Silber vnnd dem Goldmachen weit fürziehen. Est, certè, MAGNESIA horum omnium agnoscendi & cognoscendi ratio pulcherrima. Rectè igitur ipsa Physice quodammodo Theologiæ pars, quæq; illi subseruit, est appellata à viris doctis. Paulus etiam τὸ γνωστὸν τοῦ Θεοῦ ex rebus his creatis & conspicuis haberi docet. Vnde & Tertullianus sæpe scripsit, DEVM ex Mundi huius òpificio cognosci; ex Verbi autem sui prædicatione recognosci.
Sprichstu / wz wehre mir MAGNESIA nütze / wann ich dadurch nicht stracks solte können Silber vnd Gold machen? Setzen† doch die Philosophi sehr viel in jre Schrifften / von Verwandlung der vnte-
ren Metallen in Silber vnnd Gold / durch Lapidem Philosophorum, ELIXEIRIA vnd TINCTVRAS! Ja / es ist recht: solchen angenehmen Speck aber / haben Sie / gegen GOtt wolverandwortlich / der Weldt müssen auff die falle binden / solten sie andera† grosse Arbeit (so in Præparatione MAGNESIAE, vnd anderer allerley Materialien, Alchymisch angewendet werden mus) schewende / vnd lieber mit dem Jüdenspieß rennende / oder sonsten zu andern GOtt Mißfelligen Weldlichen Sachen / vor sich vnd die jhrigen / jhr Geld viel lieber anlegende / dann auff tieff verborgene gute Künste etwas wendende / wol vermögene Leute / auch darzu locken vnd anbringen / die vielseltigen wunderbaren geheimnissen GOttes in der Natur / durch Fewer / mit grossen Kosten /
Mühe / Fleiß vnd Arbeiten / GOtt zu Ehren; Jhnen / vnd jren Nechsten zu allerley guten; auch dem Teuffel / sampt desselben anhang / zu verdrieß; Alchymisch (GOtt hat es nicht anders geordnet) zu erforschen / vnd denselben wie billich geschehen solte / vnuerdrießlich nachzusuchen.
O / Jhr viel - geld - Reichen vnnd sehr wol - habenden! Meinet jhr dann auch eben das euch Gott der HERR derowegen viel Geld vnd Gut gegeben habe / Euch vnd die ewrigen / nur alleine in Geld vnd Weld - sachen / hoch zu machen? Nein / Warlich. Jhr seid nur Haußhalter von dem grossen vnd milden GOTT darüber gesetzet; demselben müsset jhr (da wird keine exception für helffen) am Tage des strengen Gerichts / SEINES von jhme auch vertraweten vnnd vnterhanden bevolenes
Geldes - Talenti oder Pfundes halben / Ob vnd Wie jhr GOtt / Ewern Geld vnd anderer hülffen bedürfftigen Nechsten / vnd euch selbst sambt den ewrigen / dauon CHRISTLICH gedienet; das quod tibi vis fieri, alteri feceris, damit recht practicirt; vnd gnug - verantwortlich Haußgehalten habet. Wehe / als dann / euch Mammons Dienern.
Ein Philosophus heist vnd ist ein Weißheitliebender / nit nur ein Silber oder Goldliebender; Darumb seind seine Arbeiten fürnemlich gerichtet zum Erkentnis der wahren Weißheit / auch aus dem Buch der Natur: diese selbe suchet er zu forderst durch fewer kunst / das andere alles (darbey der Transmutatio Metallorum auch gehöret) wird jhme dann / nach dem willen Gottes / wol zu fallen. Lies meine Schrifften / verstehe
sie / vnd judicire als dann Philosophisch den Vogel aus seinem gesang / so wirstu sehen / ob Doctor Khunrath etwas PHILOSOPHISCH - GEWISSES habe / in dieser Kunst / oder nicht.
So folget auch nicht stracks / das ein jeder (ein jeder / sag Ich) der transmutiret hat / oder noch etwan heutiges tages transmutieren† thuen kan / die wahre MAGNESIAM Erkenne; auch die Kunst / der Philosophen STEIN recht zu Præpariren / selbst gar gewis habe; vnd man solchen / gezeigeter prob wegen / als ein vnfehlbares Oraculum, nur alleine hören solte oder müsse: Sintemal Landkündig ist / WIE / auch durch WAS für geschwinde seltzame Mittel etliche Leute / die offt vnd vielmals transmutatoriè tingiret haben (Wil von betrieglich vnnd vnredlichen proie-
ctionibus / die mancher wol zu brauchen weis / auch viel zuseher / aus vnwissenheit / für auffrecht gehalten / jetzo nicht reden) an dieselbigen Tincturas gantz vn - Philosophisch gerathen sein / vnd sie erpracticiret haben. Als lange die Tinctur, also lange wehrete auch jhre Kunst. Man hat nie erfaren / das angedeuteter Tingenten einer den STEIN der Weisen / wie Bernhardus der Graff in seinem hohen Alter vier mahl gethan / hernacher jemals zu Bereitet hette. Hetten sie Materiam gewust; auch derselbigen rechte Præparation; vnnd wehren ware Philosophi gewesen / wie sie doch darfür angesehen vnd gerühmet sein wolten / Sie hetten das Werck / in der langē zeit vnd bey so sehr sehr guten Gelegenheiten / die sie darzu gehabt / wol wiederumb troffen. Aber solches geschahe niemals. Wer
hat gnugsam Bürgschafft dafür / dz heutiges tages dergleichen nicht auch wiederumb geschehe / geschehen könte oder möchte? Man mus nicht nur schlecht vnd blos auff die gezeigte Probam sehen / vnd derselben alleine trawen / sondern vielmehr den Vogel aus seinem Gesang iudiciren, ob er Natur-gemeß oder aber vn-Naturgemeß dahero singe. Wo jrgend / so hat allhier stat / loquere, ut audiam qui sis! Als dann kan man ein richtig Vrtheil fellen / vnnd die Lügen von Warheit vnterscheiden. Man mus auch in scibili chymico die Geister / ad Lydium Naturæ Lapidem, prüfen. Ein warer Philosophus schewet das Liecht nicht; darumb ist mit dieser admonition vnd angedeutetem tentamine, jhme auch nichts zu nahe geredet. Seine Philosophia von MAGNESIa, minera Artis, wird
auch dieser Naturgemessen doctrin, welche Ich in gegenwertigen Tractatu handele / nicht zuwieder lauten / est enim Veritas semper & vbiq; sibi consona; das ist wol gewiß vnd vnfehlbar. Lasset einen solchen ankommen / so wollen wir es hören / vmb welche zeit es ist.
Lieben / höret doch (reveren-ter) eine tapffere Lügen / die etliche Leute vnuerschambt dörffen auff die Bahn bringen / in deme sie ernstlich vorgeben / sie wollen / zum krefftigen beweis wahrer Materiæ LAPIDIS Philosophorum, mit jhrer noch rohen materia, die sie für die Rechte materiam des STEINS der Weisen aus vnd angeben / allbereit die vnteren Metalla in die obern bestendig transmutiren, vnd also schon eine prob des Goldmachens thuen. Ist dis nicht ein grewlicher Schus?
Welcher Naturgemeß lehrender Philosophus hat jemals dergleichen sich verlauten lassen? Warlich gar keiner: aus vhrsach / das ein solches der Warheit / auch Mügligkeit vnd Willen der Natur / gantz vnd gar zu wieder / &, consequenter / durchaus vn-Philosophisch ist. Betrachte es doch ein jeder Doctrinæ filius! Wie kan Lapidis Philosophorum materia allbereit bestendig Transmutatoriè tingiren, dieweil noch keine derselbigen Regeneratio, Plusquamperfectio, vnd andere darzu nothdürfftige Qualificatio mehr (wie den Natur-gemes geschehen mus ) vorhero gegangen sein? Könte man also rohe vnd vn-præpariret stracks darmit Transmutatoriè tingiren, wozu bedürfften die Philosophi (wie jre vielfeltige vnnd fast vnzehlbare Schrifften Naturgemes gnugsam
bezeugen) also viel Mühe vnd Arbeit / auch grossen vleis vnd subtiligkeit in Præparatione oder zu-Bereitung jhrer Materiæ, durch Calciniren, Dissoluiren, Depuriren Componiren, Putrificiren, Soluiren, Coaguliren, Fi-giren, Inceriren vnd Metallisches Fermentiren, jhren LAPIDEM MIRIFICVM / den Wunderthetigen STEIN / mit welchem Proiectio auff die vntern / vnd Transmutatio in die oberen Metallen geschehen sol / vnd von jhnen geschicht / Naturgemeß-künstlich zu erlangen?
Es ist aber von Verstendigen (dieweil solchen gut zu predigen) leichtlich zuerachten / was angedeuteter pseudo-chymicorum newer auffzug / von jhrer vermeinten Transmutation proba / stillschweigend vnnd zu rücke hinder sich habe; sonderlich †bey in der
Natur vnuerstendigen Leuten, vnd auch krim kratzend zusamen scharrendē Geldwürmen. Nun! ein jeder stehe sein ebentenr†. Alleine seyt vermanet / wañ der Tingirer seine Probam thuen sol vnd wil / das jhr ja vleissig achtung gebet auff seine geschwinde Handgriffe / vnd jhme dieselben / neben den instrumentē / auch allen andern Werckgezeuge / so er darzu brauchet / recht absehet. Hierzu kan euch gute nachrichtung geben die Trewhertzige Warnungs vermanung / so zu ende Meiner Teutschen CONFESSION von Hylealischen Allgemeinem CHAO der Philosophen / mit hinbey gesetzt vnd angetrucket ist. Warner ist noch kein böser Man.
Es können auch / aus bishero gesagten allen / die jenigen / so da sprechen / Ich hette mein Schreiben von MAGNESIA einstellen
sollen / bis so lange Ich Lapidem Philosophorum daraus aller dinges verfertiget / vnd darmit transmutiret hette / die antwort auff solche jre rede nun selbst schliessen. Sie mögen aber auch dieses darneben wissen / Ob Ich schon nimmermer erlebete / das Ich Lapidem Philosophorum vollkömlich daraus præpariren möchte / (weil solches in GOTTES gewaltiger Hand vnd vnerforschlichem wissen stehet) vnd zur Transmutation Metallorum dadurch jemals gereichte / wolte Ich mir dannoch deswegen keine grawe Hare wachsen lassen; gleichwol aber deinethalben vnd vor dir / schmehe vnnd schandvogel / die wahre Erkendtnis rechter MAGNESIAE behalten; auch wol ein wahrer Philosophus sein vnd bleiben / vnd an denen von GOTT mir verliehenen Gaben ( auch Alchymiam / zuuerstehen / in
puncto MAGNESIAE, von deinen / beydes subtilen vnd groben / Sophistereyen Naturgemeß zu repurgirē) reichlich genügē lassen. Ich dancke GOTT für das Meine; Was in Præparatione noch mangelt / das kan vnd wird Gott / wann im Geist vnd in der Warheit Ich Ihn darumb anruffe vñ bitte / auch vleissig darneben laborire, zu seiner Zeit vnd auff seine Weise Mir vollends wol bescheren. Trotz dir Verleumbder! Hat einander sein schreiben bis dahin eingestellet / auch erst nach seinem Tode herfür kommen lassen wollen / was fechtets Mich vnd dich an? Ists doch kan‡ GOttes Bevehl / das es einer diesfals machen müsse wie der andere. Wann wir alle einen Kopff hatten / so trügen wir alle einen Hut: Ey wie ein feiner bequemer Hut solte derselbe sein! Wir haben auch nicht alle einer-
ley antreiben von Gott / noch einerley verrichtung; Ein jeder verrichtet / ad ædificationem Veritatis / das seine / darzu jhn GOtt zu seiner zeit begabet vnd stimuliret; Als dann heist es auch / Maledictus, qui opus DOMINI facit fraudulenter. Wer wil Gott meistern / das Er Mich also antreibet? sintemal Ich den HERRN teglich anruffe / vt sim sibi id ad Bonum, quod est artifici sua manus. Er erhöret Mich gnediglich; darfur dancke Ich Ihme / vnd verrichte / nach vermögen / was er mir befihlt. Wanns dann GOtt also wil haben / was kan Ich dafür? Quò fatum ineuitabile trahit, eundum.
Dancke du GOTT / das Er dir dieses lesset fürtragen.
Beschluß.
WElcher Chymicus nun / aus schickung vnnd anregung des heiligen GOTTES Geistes / MAGNESIAM CATHOLICAM in seine Hende vberkommet / vnd Sie Erkennet / der mag von grund seines Hertzens / mit Theosophischen frewden wol sagen: HERR / Nun lessestu deinen Diener / auff der Chymischen Philosophorum LAPIDEM, in friede laboriren, wie du es haben wilt; dann meine augen haben deinen Medicinalischen HEILAND der grossen Weldt / ein wahres Symbolisches Effigiem, vnd Naturliche Contrafactur des HEILANDES Menschliches Geschlechts / IHSVH Christi / im GÖTTlichen grossen Weldtbuch der Natur / ge-
sehen: Welchen du / durch die Natur / bereitet hast für allen Völckern; Ein vber-natürlich Liecht / Naturlich vnd Naturgemeß-künstlich zu erleuchten die in Mysterijs physicis ac hyperphysicis, h. e. Theosophicis jrrendē vnd vnweisen; Vnd ein Preiß deines Volckes / derer so die Wercke des HERREN in der NATVR hoch achten / Ja beharlich hoch halten; vnd haben / mit wahrer Theosophischer zurucksetzung aller vergenglichen vppischen Eitelkeiten dieser Weldt / jhres Hertzen Lust daran.
Du Spottvogel vnd Teuffels Alister† / behertzige auch nachfolgendes: Ob schon der Altvater Simeon von dem Kindlein IHSVH Christo noch gar kein miraculum hatte thun sehen / noch dennoch wuste er / aus eingebung des heiligen Geistes / der Biblischen schrifft
nach / gar gewis / das er den wahren HEILAND Menschliches Geschlechts auff seinen Armen hielte: Also auch / ob schon ein wahrer Philosophus Chymicus von MAGNESIA CATHOLICA, daraus LAPIS Philosophorum Catholicus præpariret mus werden / noch keine transmutationes Metallorum (wornach nur allein die Geldtsüchtige Weld gaffet / vnnd weit höhere Theosophi-sche auch Medicinalische desselben Breuche vnd Nützungen / gantz Vnphilosophisch zu rück setzet) erlanget / vnnd thun hat sehen: Noch dennoch weis er Physicè, historicè ac Theosophicè aus eingebung vnnd Lehr des heiligen Geistes / auch aus dem Macrocosmischen Buche / dem Liecht der Natur / vnnd guter Vernunfft nach / auch gar gewiß vnd vnfehlbar / das er den wahren Medici-
nalischen HEILAND der grossen Weldt / Als nemlich / LAPIDEM Philosophorū, noch in statu humiliationis aut exinanitionis / in seinen Henden halte. Es ist nit anders / der calumniant vnd vnuerstendige plauderen vnd pelferen hierwieder was sie wollen. Wolten sie die Warheit reden / oder verstündens besser / so würden sie auch vernünfftiger / besser vnd bescheidener dauon reden.
Jedoch lasse Ich mich allerley vnnütze gewäsche hierwieder fast wenig irren ; vnd auch nicht vnbillich: In deme Ich betrachte / was es mehrentheils für Philosophi sein / von denen dasselbo† herkombt. Gewißlich es ist mehrteils (auch ausgenomen etlicher sehr we-nig hochgelerter / bisweilen auch in Alchymia nicht so gar vnerfarner / leider / hoffertigen Geistere / welche aus eitel Truffelischen‡ Neide
vnnd abgunst / andern vleissigen Leuten GOTTES Gaben mißgönnen / vnd was gut ist / dieweil es von jhnen nicht hero kompt / leichtfertig tadeln vnd Calumniren,) ein elender / verworrener / verloffener hauffe allerley ( darunder auch viel Hudelmans gesindlein) herumb schlumgelender / jhren jnen sonsten ordenlicher weise gebreuchlichen gewerben vnd Handtirungen / ja / auch GOTTes vnd der Natur vocationē zuwieder / in diese Kunst sich selbst entringender / auch vom Geldtgeitz / beneben Faulheits lust / zum Müssiggange verleiteter gemeiner Laboranten / vnd / wegen jhres vnuerstandes / grober / vermessener / auch wol pengklich‡ starrender vnd trotziger Gesellen / die doch von den Geheimnissen GOt-TES in der Natur / also viel verstehen / als die Krahe vom Sontage / oder eine Schweitzer
Khue vom Dantzen. So wol seind sie in der Natur gegründet / vnd also gewiß jhres dinges / das sie fast alle Monate ( ja / bisweilen wol in einer Wochen etliche mahl) von Lapidis Philosophorum Materia, was nemlich dieselbige sein solle / eine newe meinung haben. Sobalde nur ein newer Vogel Federlos / oder jhres gleichen Goldtkäfer / dahero geflogen kompt / der von vielen Sil-ber oder Goldmachen gros schreihand herein hummelt vñ summet / auch den Leuten jhr Silber vnnd Gold / ohne Wurmsamen solcher gestalt heuffig abtreiben kan / plumpen sie ohne Philosophisch nachdencken stracks zu / wie ein Fliege in die Buttermilch / oder ein schwein in die Saw schüssel. O / schlimme Vögel / die jhres dinges aus der Natur nicht besserē grund habē / das sie ein jeder leimb-
stengler also leichtlich hinweh† fangen kan! Helt man jhnen dann fundamentaliter wiederpart / welches Behamsche Dörffer seind in jhren köpffen / so donnern vnd pralen sie gewaltig herein von jhren künstlichen Handgriffen / vielem laboriren / grossen Vbungen vnd trefflichen Erfarungen in Alchymia; schmehen vnd pochen noch wol darzu / wann man jhnen allerdinges nicht wil recht geben noch gleuben; wollen Wunden hawen / darff nicht sagen wie gros. Oho / lieben groben freunde / solche Kreutlein seind mir wol ehe fürkommen; Dein sudlen / Kochen / Kolen verbrennen / auch viel Silber / Gold vnd anderer vielerley guter Materialium verderben / wird dir zu Erkentnis MAGNESIAE weniger dann nichts nütze sein / wo Natürlicher grund / Vernünfftige obseruationes aus den
Arbeiten / was dieselben herfüro bringen vnd dich lehren / beneben rechtem Philosophischen Nachdencken / nicht auch darbey sein oder ist. Was sol man thun? Ich mus bekennen / man trage (aus Christlicher erbarmung) schier bil-liger / mit solchen elenden / groben / tölpischen Thieren vnd verworrenen köpffen / mitleiden / als das man sich mit jnē hefftig solte zancken vnd viel schelten. Quô fugiam, linguas vt effugiam? Attamen Caballus generosus non curat latratus insequentis catelli. Idem & Ego faciam, in Nomine DOMINI.
Ein solcher Artista, der in vnd mit MAGNESIA Philosophorum CATHOLICA laboriret, suchet freylich aus gar gutem gewissen grunde des LIECHTS der NATVR den LAPIDEM Philosophorum VNIVERSALEM:
(Vnd auch / neben Philosophischer Naturgemesser anwendung / Silbers oder Goldes / Lapidem vel Argentificum vel Aurificum specialem) Dann er suchet jhn in deme / worein jhn GOTT geleget hat; vnd also schliesslich / worinnen GOTT vnd die Natur jhn von dem Artisten gesucht haben wollen. O wie in gewissem SVBIECTO artis huius CATHOLICO laboriret ein solcher!
Nun wil auch förder hoch von nöten sein / das er hierzu PATREM LVMINVM, GOTT / den wahren GEBER, in Spiritu ac Veritate; in ORATORIO anruffe / jhne SOPHIA ENTHVSIASTICA zuerleuchten; in specu-lo MENTIS, oder sonsten / sehen zulassen; vnnd in lectione librorum Philosophorū Theosophicè also zu admoniren / das er nicht als
lein in acht nehme vnnd verstehe / wo sie die Warheit der PRAEPARATION geschrieben, Sondern auch per SPIRITVM BONVM / jhme gute einfelle zu geben / vnd also regieren zu lassen / das er MAGNESIAM in LABORATORIO auch dermassen Physico-chymicè recht tractire, damit er zu gewüntschetem Ende gelangen vnd kommen möge.
Es were manchem besser / er hette sein lebtage von Lapide Philosophorum gar nichts gehöret / dann das er mit stoltzen trotzigen worten (wie Meine wiedersacher thun) MAGNESIAE, Lapidis Philosophorum Catho-lici wahrer MATERIAE, sich rühme / vnd gehet doch jrre; arbeitet auch auff lauter Phantaseyen / vnd in jrrigen Materijs, an stadt der EINEN allein wahren Materiæ, die er nicht Erkennet.
Dann die / so da die rechte vnd wahre MAGNESIAM der Philosophorum nicht haben / die haben auch den rechten grund LAPIDIs Philosophorum nicht; Arbeiten derwegen also / wie alle Sophisten oder jrrende / ohne das fundament der Warheit.
Vnd weil auch jhre Pseudo-magnesiæ falsch / jrrig / vnd hierzu von vnkrefften / So ist auch das Werck / das sie daraus zu erlangen verhoffen / nichtig / falsch vnd vntüchtig; wann sie gleich noch so grossen kosten / fleiss / Mühe vnd Arbeit anwendeten. Es ist doch alles vergebens: dann wie sol das jenige daraus her-kommen / So darinnen nicht ist? Ist derowegen vnmüglich / das ein einig Mensch durch Pseudo-Magnesias zum LAPIDE VNIVERSALI, TINCTVRA, ELIXEIRI oder war-
hafftigen Particularibus jemals komme.
Bleiben demnach in Eitelkeit vnd jrrthümen / alle die / so auff sie trawen / wofern sie sich nicht zur wahren MAGNESIA bekehren. Der wahre MAGNESIAM nicht hat / der hat auch Ihre Kreffte vnd Wirckungen nicht / kan derhalbē auch nie zum gewünschten Ende kommen.
Dargegen aber / hat der jenige Doctrinæ filius, Welcher MAGNESIam Philosophorū CATholicam erkennet / solchē nutz hieuon / das / sintemal er auff diesen Pri-materialischen festen grund vnd gleich als Fels der Natur / aus welchē alleine Naturgemeß-künstlich herfür fleust Philosophorum, permanens unda / der Philosophen bleibendes Wasser / sein fundament legt vnd bawet / Seine labores / die Pforten der Albern vnd
Arg-Chymisten / mit jhren / auff entweder *Vegetabilische, Anima**lische,* oder aber blos *Minerali**sche* vnd Metallische arten specificirten / vnd darumb disfals vnd hierzu (als zum LAPIDE Philosophorum CATHOLICO) keines Weges gehörige / Sophistischen vnd verführische Materialien oder Pseudo-Magnesijs / jhn nicht können vberweltigen noch verführen.
Darneben auch / so GOTT jhme einen guten Man zufügete (wie wol ehemals geschehen / auch noch geschehen kan) der in materia debita laborirete, oder laboriret hette / vnd also auff dem rechten Wege des Anfangs zur Kunst / vielleicht auch wahrer Præparation / oder doch nahe dabey were / das er wuste denselben zu hören / gute nachrichtungen zu vberkommen / vnnd von jhme et-
was Nützliches zulernen; Die Sophisten mit jhren verführischen jrrwegen zu meiden / abzuschaffen / vnd gantz vnd gar zuuerlassen; vnangesehen / wie ein mechtiger grosser hauffe (wol ein solcher / damit man den Türcken aus Vngern leichtlich schlagen möchte) blinder Laboranten / auch den Pseudo-Magnesijs beypflichten / zu jhrem endlichen verterb / starck darauff liegen / vnd darüber Starköpficht veste halten: Dafür hette Er Gott billig zu dancken / das derselbige mit seiner Barmhertzigkeit jme dermassen beywohnet / aus dem Labyrintho errantium zu kommen / oder nicht darein zu gerahten.
Ich hoffe mit GOTTES Hülffe durch diese meine getrewe warnung (dahin mein Scopus vnd Zweck / gegenwertiges schreibens / fürnemlich gerichtet ist) noch
viel guter Warheit-liebende Hertzen / So einen rechtschaffenen Philosophischen Hunger vnd Durst nach dem höchsten GVTH in der NATVR / durch Alchymiam, fülen / von dem vnwege auff die rechte Bahn des Erkendnis eines darzu gewissen Anfanges (verstehe der wahren Materiæ, dauon im Anfang dieses Tractatus auch meldung geschehen) zu bringen: In deme Ich jhnen eine rechte Philosophische anweisung entdecket / wie sie die allein wahre / aller reiner Philosophorum Catholische Magnesiam, darinnen der grund LAPIDIS Philosophorum stecket / nach dem willen GOTTEs / aus Natürlichem LIECHT vnd HARMONischer analogia mit IHESV Christo / von den Pseudo-Magnesijs vnterscheiden möchten; das jhnen nicht quid pro quo, merda pro balsamo, auff-
gedrungen würden. Wol allen Chymicis die / LAPIDem Philosophorum zuerlangē / auff MAGNESIAM CATHOLICAM bawen.
Da auch etwan ein ZEDE-KIAS sich vnterstünde / MICHAM auff den Backen zu schlagen / vnnd hochtrabend / mit trotziger verachtung / zu sprechen: Wie? Ist der Geist der Warheit von mir gewichen / das er mit dir redet? Hastu denn die Kunst alleine gefressen? Solte D. Khunrath mich erst lehren was MAGNESIA Philolophorum† sey? Ich habe sie allbereit vor so vielen Jaren gewust / etc. Das befehle Ich Gott vnd der Zeit / vnnd stelle es dahin. Dannach ists vnd bleibts die Warheit / was Ich in diesem Tractatu von MAGNESIA lehre. Es mag aber ein solcher darneben wissen / das / wie er in den Waldt wird
schreihen oder fahren / der Echo jhme wiederumb heraus werde entgegen schallen; Darnach sich / disfalls / ein jeder zurichten.
War ist das gemeine Sprichwort / Es ist ein gut Freund der einen warnet: Ich weiß aber allbereit / das (wegen dieser Meiner Bekentnis MAGNESIAE / CHRISTI IHSVH Symbolischer vnd Natürlicher Contrafactur in dem Buche der grossen Weld) solcher Weldt-danck Mir auch wiederfahren werde / gleich wie Christo / seinen Aposteln / vnnd allen Warheit bekennern / geschehen. Dann es heist noch heutiges tages / Merces Doctorum; vndanck in fine laborum.
Was? Soll man dann darumb stillschweigen; der Warheit / mit dem Pfund so von GOTT einem verlehnet / nicht nach vermügen zu hülffe kommen; die
Sophisterey ober Hand behalten lassen; dem Lügener vnd verleumbder nicht das Maul stopffen; vnd ein Stummer Hund sein? Das sey ferne / von einem Warheitliebenden Philosopho: Vielmehr wil Ich mit DAVID also sagen: Ich wil Predigen die Warheit / in der grossen Gemeine; Sihe / Ich wil meinen Mund nicht stopffen lassen / HERR das weistu. Ich Weis vnd Erkenne MAGNESIAM, darumb rede vnnd schreibe Ich auch dauon: Solte auch der Teuffel mit seinen Schupen darüber noch so sehr zürnen / vnnd gar bersten. Von Magnesia Vniuersali, dieweil Ich (GOtt sey lob) sie kenne vnnd Erkenne / kan vnd darff Ich wol schreiben; sol Mir deswegen keiner den Mund zubinden. Wer weiß was Gott beschlossen habe / für gutes zu stifften / mit dieser Meiner öf-
fentlichen Bekentnis vnd Lehre vom SOHN der grossen Weld / in diesem letzten zänckischen seculo: vieleicht vielen zweiffelern / die lehre von seinem SOhne / auch aus der Natur zubestetigen. So ich den Sophisten vnd vnwissenden zugefallen / wie sie es gerne höreten / vnd nicht der Natur nach / lehrete / so were Ich der Warheit Diener nicht. Warlich / warlich Ich sage euch / wer nicht zur rechten Thür hinein gehet in diese Kunst / sondern steiget anderswo hinein / der ist ein Sophist vnd jrrender. MAGNESIA Catholica ist die Pri-materialische Thüer der Natur / das HöCHSTE der NATVR GVTh / durch Chymischer kunst hülffe (benedicente IEHOVAH) zu vberkommen. So ein Philosophus durch SIE Naturgemeß-Alchymisch eingehet / der wird FORTVNATVS & BEATVS
werden; vnnd wird Auffschliessen vnd Zuschliessen / vnd finden VOARCH BETH ADAMOTH, ja alles / was sein Philosophisch Hertz begehret.
Bey dieser MAGNESIA, IHSVH von Nazareth / GOTTES vnd MARIAE des Menschen SOHNES Symbolischen Contrafect vnd vnleugbaren vergleichung aus der NATVR, die Alleine ist / vnnd sein mus / die wahre MAGNESIA Philosophorum CATHOLICA, vnnd keine ander oder frembde / (Sintemal von jhr / ALSO / SYMBOLICE auch zeugen die heiligen Biblischen Schrifften / neben dem hellen Liecht der NATVR, vnnd allen Naturkündigen Philosophis, wo sie die Warheit / ohne superfluitet vnnd zusatz / geschrieben / das diese sey jhr CHAOS Catholicon vnnd MAGNESIA
Vniuersalis, daraus Alle / welche Naturgemeß-Alchymisch darinnen Laboriren / nechst GOTTES Gnad vnnd Segen / LAPIDEM Philosophorum erlangen sollen) wollestu / O HEILIGER GOTT / vns bestendiglich / solch HöCHSTES GVTH der NATVR durch Kunst daraus zu vberkommen / gnediglich erhalten: AMEN.
Dann / diese MAGNESIAM stellet vns die Natur für Augen; diese hat vns GOtt gegeben; diese haben vns alle Naturgemeß-lehrende Philosophi zu gebrauchen befohlen; keine andere sollen wir wissen / erkennē noch annehmen; Sintemal in keinem andern die höchste Medicin der grossen Weld / sampt jhrer früchten / zufinden.
Wo ferne anders ein Philosophus selbst an dieser einmal er-
kandten vnd bekandten Warheit / von MATERIA PRIMA CATHOLICA, so in wolgedachter MAGNESIA oder CHAO Philosophorum anzutreffen / nur feste / steiff vñ vnuerrücklich wird halten / So lesset SIE in tentationibus dubitationum, & tribulationibus disputationum, de LAPIDE Phiosophorum† / jhn auch nicht stecken.
Das ist gewißlich wahr.
Tanto namqúe CHAOS cum fructu discitur in- gens!
NATVRGEMES-ALCHY- MISCH, vnd recht PHILO- SOPHISCH habe Ichs ge- sagt / durch Theoso- phischen bey- stand RVACH HHVCH- MAH-EL! HAllelu-IAH! HAllelu-IAH! HAllelu-IAH! Phy Diabolo. AMEN. HENRICVS KHVNRATH, LIPS. Theosophiæ amator & utri- usque Medicinæ Doctor. Anno Christi, 1599.