Tap the page, move to the top or bottom edge, swipe down, or press Tab to reveal reading controls. Use the arrow keys or swipe sideways to turn pages.

← ExitThe Golden Chain of Homer
9 Earth and Its Outflow

Dieses aber soll und muß ein jedweder Artist mercken, daß gleichwie das Chaos in seine partes vierfach zertheilet worden ist, als in seine gradus, also ist der Himmel, so der Lufft am nächsten, nicht so höchst subtil, als der zu höchst an den Empyreum stösset; also ist auch die höchste Lufft, die an den Himmel gräntzet, nicht so dick und grob, als die an die Wasser-Sphær anländet. Das oberste Wasser ist ja nicht so dick, als das Grund-Wasser und das schleimichte wässerichte Wesen, das sich an die Steine und Gewächse, so unter dem Wasser wachsen, gantz wie ein Gummi oder Leim anhänget. Also ist auch die Erde in ihre Grad abgetheilet. Denn die Steine und Sand sind nicht allein Erde, sondern es giebt auch irdische Säffte, Saltz, Hartz, Pech, Wachs, das ob und in der Erden wächset, das ist auch Erde und nur nach dem gradu unterschieden, d. i. nach seiner Flüchtigkeit und Fixität. Ja es ist nicht alle Erde so äusserst, wie die Steine, fix, sondern es giebt auch flüchtige Erde, die doch auf dem Wege fix zu werden begriffen. Solche flüchtige Erde nun erweichet und zerlöset, solviret das Wasser und fasset es in sich auf, hoch in die Höhe der Lufft, ja gar durch stete Bewegung in den Himmel. Es ist ja leicht zu argumentiren, und auch in der Probe und Praxi nachgehends des regenerirten Chaos abzunehmen, daß der dickere Himmel leichter zu einer subtilen Lufft werde, als das subtileste, und die subtileste Lufft wird leichter in den dickern Himmel verändert, als die dicke und gröbere untere Lufft. Also wird auch die grobe Lufft ehe zu Wasser, als die obere subtile: Hingegen das untere dickschleimige Wasser ehe zur Erde, als das obere allzu dünne und flüssige; und also e contra: Die flüchtige leicht solvirliche Erde, zuförderst die jungfräuliche Saltzigkeit, läst sich ja ehe zu Wasser machen, als ein ausgetrockneter Stein oder Sand. Das dünne Wasser ist ja ehe zu Lufft zu machen, oder durchs Feuer zu verdämpffen, als das grobe dicke. Also mit dem Himmel und Lufft auch.

Nun haben wir genugsam gewiesen den ersten Anfang der Natur, wie solche von dem allmächtigen und ewigen Wort aus jeden Dampff zu Wasser worden, wie solches Wasser zweyfach, nachgehends in 4. Theile zertheilet worden, und gleichwie diese 4. aus einem Dampffe, Nebel und Rauch, Dunst und Broden entsprungen, und das Gebot empfangen, sich zu vermehren und Früchte hervor zu bringen, daß sie eben und auf solche Weise alle Geburten sollen hervor geben und bringen, gleich auf was Manier sie selbst anfänglich sind hervor gebracht worden. Denn gleichwie sie aus dem Primordial-Dampff entsprossen, also sollen diese 4. continue eben einen solchen Dampff gebähren, von eben solcher Materie und Substanz durchaus ohne einigen Defect, und dieser Dampff soll eben zu einem Chaotischen Wasser werden, durch die regeneration, aus welchem Wasser alles und jedes solle wieder von neuem geboren, erhalten, zerstöret und wiedergeboren werden, ohne einigen Unterlaß, bis ad consummationem seculi. Daß die 4. Elementa ein solches Wasser gebäreten, muste also seyn aus dem Göttlichen Willen, u. konte auch ratione naturali competente nicht anders seyn: Denn sie waren Kinder ihrer Mutter: Also haben sie die Krafft einen solchen Saamen wieder zu geben, von diesem empfangen, und nach dem Ebenbilde dieser 4. Arten sind alle von ihnen hergebrachte Dinge ad individua. Alle diese 4. gebähren den Universal-Samen zur Gebährung, Erhaltung, Zerstörung und Wiedergebährung aller Dinge, junctis viribus.

Gleichwie nun diese 4. zusammen in einer Vereinigung unanimiter einen Universal-Samen erwecken: Also hat jedes aus diesen vieren absonderlich die Krafft empfangen, seine gleichförmige Geburt in seiner Sphær hervor zu bringen. Denn der Himmel ist der allersubtileste, höchstreineste, durchsichtigste, klareste über die untern: Also brachte er solche Früchte aus sich selbst ohne Zuthun der untern, nemlich seine Sterne, so da voller Leben und Licht; Die Lufft brachte ihre meteora; Das Wasser und Erde seine Thiere, Kräuter und Ertz. Die Geschlechte nun sind wieder aus dem Saamen ihrer Sphær absonderlich gemacht worden; Item die Sterne und Lichter, die meteora und Thiere, Kräuter und Ertz. Gleichwie nun jede Sphær besonders ihr Geschlecht aus ihrem Saamen hervor gebracht hat; also hat dieses Geschlecht, in seine individua abgetheilt, nach dem Ebenbild der allerersten Materie abermal sich zu besamen und zu vermehren das Gebot empfangen, also daß nicht allein jeder Stern wegen seiner Purität ein langes Leben und die Krafft sehr lang sich zu erhalten, hat erlanget, sondern man hat von Seculo zu Seculo erfahren, daß unterschiedliche neue Sterne sind aufgegangen und dagegen andere verlohren worden: welches ich aber denen Astronomis befehle, und wende mich zur Lufft. In der Lufft werden täglich andere Geburten ausgebrütet von allerhand meteoris, also daß kaum eines verschwindet oder vergehet, daß nicht selbige Materie zu einem andern Anlaß giebt. Solches aber kan besser observiret werden mit unsern Augen und Betasten der Hände in der Wasser- und Erden-Sphær. Man siehet ja, daß jedes Thier und Kraut, wenns in seine Perfection kommt, einen Saamen erlanget, sein gleiches wieder hervor zu bringen, und die Krafft der Multiplication gehet fast in infinitum oder die Unzehlbarkeit hinein, da kaum eines stirbet oder verdirbet, so wird ein anders oder 10. mal so viel davor wieder geboren und gezeuget.

Solches siehet man an den lebloß-scheinenden Creaturen der Steine und Ertze. Denn so man noch so viel Steine aus der Erden gräbt, und so viel 1000. Jahr zu unterschiedlich grossen Stein-Gebäuden adplicirte, würde man doch kein Ende nicht finden, indem bis dato nicht der geringste Abgang und Abnehmung derselben ist verspüret worden, daß nicht die Menschen überflüssige Berg und Steine, auch Ertz hätten finden sollen. Aus diesem aber soll der Leser abnehmen, daß ob wohl eine jede Sphær unsern Augen nach ihre individua gebieret und solche von einander und an einander unterschieden zu seyn scheinen, so ist hier eben wie oben zu argumentiren, daß die obere Himmels-Arten so wohl als der Lufft, des Wassers und der Erde nur ratione der Volatilität und Fixität unterschieden sind, als auch jedes individuum unterscheidet sich in jedweder besonderer Sphæra von denen andern auf obige Weise. Denn daß der Himmel durchleuchtete Creaturen hervor bringet, macht seine Reinigkeit, Purität und Klarheit. Also machen die untern Elemente nach dem Grad ihrer Subtil- u. Grobheit subtile und grobe Geschöpffe, und diese sind alle unter einander unterschieden, und dieser Unterscheid ist wieder ratione majoris & minoris volatilitatis & fixitatis.

Denn der Himmel ist nicht so gar durchaus flüchtig, daß er nicht ex parte ein fixum in sich hätte, und solches ist die subtile Erde, und nach dieser Erden-Beständigkeit richtet er seine fixität nach ihrer Art ein, und auch das Wasser und Erde. Gleichwie das Volatile oder die Flüchtigkeit der Erde gegen des Himmels seiner zu schätzen eine Fixität ist; also ist des Himmels Fixität gegen der Erde ihre eine Flüchtigkeit. Doch ist es also zu verstehen: wo Erden ist, wie es dann so wohl als andere Elemente secundum majus & minus in allen Dingen ist, so ist eine Fixität oder ens fixandum vorhanden, nach dem es in seinem quanto excedirt, & contra: wo Himmel zugegen ist, da ist auch eine Volatilität zu argumentiren, nachdem eines von diesem oder jenem vieles oder wenig hat, nachdem ist auch zu judiciren und zu appliciren. Nun haben wir geredet von der Regeneration des Chaos oder Universal-Dampffs; jetzt aber wollen wir solchen Dampff zu Wasser, zu einem wahren regenerirten Chaos, wie es am allerersten gewesen, machen, und mit Theoria so wohl als Praxi darthun seine Krafft und Macht, welche es vom Anfang so wohl als jetzo, wie auch künfftig, so lange es GOtt beliebet, haben soll, damit der Artist mit Händen greiffe, was er zu tractiren vornimmt, damit er denn magis descendendo seine Gewißheit stuniren könne.

Contents

Sign in to save your reading →