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8 Water and Its Outflow

Das VIII. Capitel. Von dem Wasser und seinem Ausfluss.

Wasser und Erde gehören zusammen, wie der Himmel und Lufft, und diese 4. gehören aber zusammen, denn die Erde muß Wasser haben, und das Wasser muß Erde haben, also der Himmel die Lufft und die Lufft den Himmel, und diese alle zusammen müssen einander begreiffen, sonst kan eins ohne das andere nicht bestehen noch wircken. Das Wasser ist das 3te Principium nach der Scheidung des grossen Chaos, und das erste Patiens oder leidende Theil, der weibliche Saamen und menstruum macrocosmi, so da allen unter-mondischen Geburten Nahrung zuführen muß, und ist mit der Erde eine Mutter aller Dinge. Das Wasser ist ein coagulierter Himmel, eine angedickte Lufft, und eine flüssige Erde. Es ist ein zu Wasser verkehrter Dampff. Das Wasser ist ein Mittel zwischen der Lufft und der Erde, und dieses ist das andere Mittel, durch welches der in Lufft gefangene Himmel der Erden einverleibet wird, vermischt und zur Erden gemacht und figirt. Denn so bald der Himmel zu Lufft, die Lufft zu Wasser oder Thau und Regen oder Schnee worden, so fallen sie auf die untere dickere Wasser und Erde, und vermischen sich mit ihnen, fangen an sich selbst zu erhitzen, durch den primogenialischen eingepflantzten Geist zu fermentiren und putrificiren, und wircket eines ins andere, so lange der Geist, ins Wasser, bis sie ihre destinirte Früchte durch (gewisse) gebührliche matrices an Tag bringen und zeugen.

Hieraus soll der Artist Weißheit von der Natur selbst lernen, daß sie nicht content ist mit einem Mittel, als der Lufft, den Himmel zu verterrestrificiren, sondern sie gebraucht die Lufft und das Wasser. Also soll sich der Artist nach der Natur reguliren, und soll seine Kunst in die Regul der Natur richten. Wie schwitzt offt mancher sein Werck zu Conjungiren und kan es nicht zusammen bringen, sondern stehet wie Oehl und Wasser über einander, oder wie Wasser und Erde, oder aber streiten beyde so hefftig wider einander wie zwey Feuer, und zerstossen ihm das Glaß. Hier soll er fein ein medium conjungendi suchen, wie es denn leicht zu finden: Wie auch unten der Weg und Modus solche zu finden soll offenbaret werden. Denn so ein Mittel nicht gnugsam, so brauche er zwey, und so diese noch nichts effectuiren, nehme er drey, jedoch homogenea, und nicht heterogenea, als Mineralia und Mineralia schicken sich zusammen, Vegetabilia und Vegetabilia auch zusammen, also auch die Animalia. Es schicken sich auch zusammen Mineralia und Vegetabilia, die Vegetabilia und Animalia. Denn es ist ein schlechter Unterschied zwischen allen, indem sie doch alle aus einer eintzigen Materia entsprossen, und seynd die Mineralia fixe Vegetabilia, die Vegetabilia flüchtige Mineralia, also die Vegetabilia fixe Animalia, und die Animalia flüchtige Vegetabilia, und kan eins ins andere leicht verwandelt werden.

Denn die Vegetabilia geneust der Mensch und Vieh zur Speise, und machts durch seinen Archeum animalisch, und so der Mensch stirbt oder das Vieh, so wird es in die Erde verscharret, und wachsen wieder Vegetabilia draus. Die Vegetabilia aber geniessen die mineralischen Dämpffe, so da flüchtig durch die Erde in dero Wurtzel aufsteigen, und werden alle vegetabilisch. Die Vegetabilia aber, wenn sie verfaulen und zu einer nitrosischen saltzigen Natur werden, werden durch die Wasser resolvirt und per rimas & fissuras terræ oder per fluvium in das Meer und von dannen ad centrum terræ getragen, allda sie denn zu der mineralischen Natur aufsteigen. Hieraus siehet nun der Liebhaber, wie eins so gar natürlich ins andere verwandelt wird, und ist, wie offt gesagt, ja kein anderer Unterscheid, als das accidens, daß eines flüchtig und das andere fix wird, nachdem erlanget es eine Qualität, daraus denn die Qualitäten und Differentien eines vom andern entstehen. Nun ist der Himmel und Lufft der Vater und männlicher Saame, das Wasser ist der weibliche Saamen und menstruum, die Erde ist das Gefäß und Mutter, in welcher die obern 3. alle Wiedergeburten auswürcken, was ihnen von dem ewigen Schöpffer anbefohlen. Auf was Weise aber die Erde und das Wasser zur Geburt des allgemeinen Samens, Welt-Geistes, Spiritus mundi, Chaos regenerati in die Lufft auffahren und aufsteigen und alles in Dampff und Rauch aushauchen, soll bey dem Capitel der Erden ausführlich folgen.

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