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7 the Anatomy of Animals

Anatomia Animalium.

Gleichwie ohne die putrefaction so wol in animalischen als vegetabilischen durch die separation und distillation kein kräfftiger Wasser, ausser was bloß den vegetabil- und animalischen Geruch anbelanget, zu erhalten; also werden Gegentheils durch vorhergehende putrefaction alle Kräffte entschlossen: denn aus dem animalischen Reich sein urinosisch Sal volatile, dem vegetabilischen sein Sp. volatilis ardens &c. erhalten wird. Weil wir Vorhabens eine rechtschaffene Anatomia rerum zu beschreiben, so fangen wir billig nach den legibus naturae an, progrediren und perficiren solches nach ihren gradibus praeparationis, putrefactionis seu solutionis. Gleichwie aber alle subjecta & individua der gantzen weiten Welt eines vom andern unterschieden ist; also ist hier auch in dem animalischen Reich, als da sind gantze corpora mit Blut, Fleisch, Adern, Haut, Marck, Bein und allerhand Urin und Koth, welches man alles zur Medicin nimmt. Wiederum nimmt man eines Cörpers separirte Theile zur Medicin, als das Blut, den Urin, den Koth, die Beine, die Haut, die Haare und Horn &c. besonders, und macht aus jeglichem Theile besonders eine Medicin. Diese Stücke nun samt und insonders wollen wir beschreiben, zerlegen, und wieder zusammen conjungiren, und in eine Quint-Essenz bringen, erstlich alles, was liquidum ist, denn die sicca. Vor allen andern hat dieses Reich die abscheulichste, entsetzlichste praxin wegen seines Gestancks in der putrefaction, jedoch potentere und schnellere Krafft zu wircken wegen seines durchdringlichsten Salis volatilis, als die andern Regna immermehr. Ich rathe aber einem Chymisten, er arbeite nicht im Blute, zuförderst gleich im Thiere &c. Denn mir begegnet, daß als ich per Retortam die fixere Theile wollen distilliren, ist mir von denen Menschen so wol als andern Thieren das evestrum sehr monstros im Recipienten erschienen, hat von Menschen in der Retorte ein Gepolter angefangen, als wenn ein Gespenst darinnen wäre, welches sehr entsetzlich: wiewol es nicht allezeit geschiehet. Läst man aber das Fleisch und Blut putrificiren, so erwecket es einen Gestanck. Deßwegen so nehmet an statt, so ihr haben könnt, die excrementa cujusvis animalis, Urin, Koth, welche am besten und alle Krafft des Thieres in sich haben, hernach die cornua, ossula, ungulas, pilos, Schuppen; jedoch wollen wir am besten alles beschreiben, damit kein Mangel sey.

Nun Rec. cujusdam animalis Blut, Safft oder Urin, und was liquid ist, eines aus diesem oder alles zusammen, gilt gleich viel, denn alle aus einer Materie gemacht sind, obschon eines flüchtiger ist oder fixerer, als das andere, so haben sie doch eine substantz, weil sie von einem subjecto sind, thue es in ein Geschirr zugedeckt, stells an einen lindwarmen Ort zu putrificiren: Wer aber den Gestanck meiden will, der thue es in einen Kolben mit Helm und Vorlage wohl vermacht und stelle es ins B. M. primi gradus, laß 14. Tag und Nacht stehen, so darff man sich des Gestancks nicht befürchten. So es nun so lange oder länger, nachdem es ist, gestanden, so distillire ex B. M. per gradus alles ab, was gehen will, das hebe auf. Wilst du es rectificiren, so rectificire es, und scheide das phlegma davon, so erlangest du einen penetranten urinosischen Spiritum und Sal volatile. Der Eßig steigt nicht per Alembicum. So dieses verrichtet, so nimm den Kolben aus, thue die residirende Materie in eine Retorte in Sand, und treibe aber per lentos gradus, so gehet voran ein phlegma, diesem folget ein Zungen-dringender Spiritus, so das [Acetum] animale ist, diesem folget ein stinckend Oleum crassum, nach diesem bleibet eine zu Kohlen verbrannte Materie zu Grunde, so das alcalische Theil ist. Nun hast du separiret das volatile, den Eßig, das Oehl und die alcalische Kohle. Diß ist nun die Substantz und intrinsecum animale, und seine sordes, aus denen es bestehet.

Solches nun wieder in eines zu bringen, so must du hier abermal das axioma Philosophorum in acht nehmen: Non transiri posse ab uno extremo ad alterum absque medio. Der Sp. volatilis und die Kohlen sind die beyden extrema, diese vereinigen sich nimmermehr ohne ihre Mittel-Natur. Ihre Mittel-Natur aber ist ihr Wasser oder phlegma, ihr penetranter Geist oder Eßig, und diese vereinigen sich aber nicht, wenn sie umgekehrter Ordnung genommen werden, oder doch langsam, daß ihre Mühe und Arbeit verdriessen wird: Nemlich so du wollest den Sp. volatilem und das Oehl conjungiren, oder den Eßig und die Kohlen, und im ersten den Eßig und im andern das Oehl überhüpffen, das gehet nicht an; entgegen nach ihrer selbst gegebenen Ordnung gehen sie gar gerne in puncto zusammen. Derowegen muß man diese Ordnung halten, wie eines vom andern in separando gegangen ist, also müssen sie in conjungendo eben in der Ordnung einander nachgehen, so dann coaguliren sie sich gleich zusammen durch mäßig gebührende gradus ignis. Welcher nun solche partes rectificiren will, der machts zwar subtiler, aber nicht geschwinder noch besser. Derowegen wer geschwinder arbeiten will, so Rec. das volatile mit dem phlegma, oder separire das phlegma davon und gieß zum Acido, so sind sie beyde conjungirt. Denn so Rec. das Oehl, reibs unter die Kohlen Caput mortuum und thue es in einen Kolben, gieß den Eßig und volatile drüber her, setz 2. Tag und Nacht ins B. M. linde zu digeriren, denn distillire per gradus lentos, so steigt der Spir. volatilis gantz schwach mit dem Phlegma über, und das meiste volatile und acidum bleibt in fundo. Solches nimm aus dem B. M. und setze in Aschen zu exsicciren, coaguliren und reverberiren, wie im Cap. V. gelehret worden. Denn, so es reverberiret ist, so imbibire wieder mit seinem überdistillirten volatile, setze es ins B. M. zu digeriren, distillire denn in Aschen zu coaguliren, exsicciren und hernach zu figiren, wie ferne vom Regen-Wasser gelehret worden in allen, denn also muß es hier auch gehen in aller Ordnung: dann so ist die Quint-Essenz des animalischen Reichs fertig.

Es möchte nun einer fragen und sagen: Mein! warum sagt er, er lasse die phlegma darbey, oder separire davon, es ist nichts nütz? Dieses zu beantworten, so lasse ich zum ersten die phlegma dabey; ob sie schon dabey bleibet, und rectificando vom volatile nicht hinweg getrieben wird, so nimmt es doch der pars essentialis fixativa nicht an, sondern lästes distillando allezeit wieder fahren. Denn es mercke nur einer dieses, wie ich oben gesagt, daß die phlegma noch ein unzeitiger und nicht saltziger Saamen ist, und daher ein vehiculum & instrumentum agentis & patientis Sp. universalis, vermittelst welchen der natürliche coagulirte und eingeschlafferte Geist in einem corpore alles schmiedet, oder geschmiedet hat, alles ändert, oder geändert hat: Denn so lange die phlegma dabey, so erwecket es den Geist wieder, also daß er wieder anfängt zu wircken und zu agiren und also durch solch phlegma eine stete Veränderung zu machen. Dieses zu bestättigen, so nimm eine solche gemachte Quint-Essenz, wenn das volatile alles darauf coaguliret und concentriret, und thue es in einen Kolben, welches die phlegma gantz oben anfüllen kan, gieß sein eigene phlegma drauf, setze es auf eine warme Stelle, und gieb acht, du wirst ein wunderlich Spiel sehen: denn der Geist oder evestrum wird die Gestalt des Thieres praesentiren, wie es zuvor im Leben gewesen, von wem denn das subjectum animale genommen worden ist; so mans aber in die Kälte setzt, so verschwindet es wieder. Aus diesem schliesset nun ein Artist, zu was Ende die phlegma benommen ist, denn sie weckt den eingepflantzten Geist auf zu agiren. Übrigens ist die Phlegma doch nicht zu verwerffen, denn es ist mit seines subjecti Geist und Krafft durchaus angefüllet und impraegniret auf diese Gestalt, wie alle gebrannte Apothecker-Wasser, und an statt, daß ich in einem andern vehiculo die Quint-Essenz einnehme, so nehme ichs in proprio, oder diesem seinen eigenen geschiedenen phlegma. Zum andern ist solche phlegma gut, ein frisches Subject damit in die putrefaction zu bringen, an statt, daß man einige andere fremde species, als Brunnen- und Regen-Wasser oder Sauerteig &c. dazu nimmt: wiewol das Brunnen- oder Regen-Wasser universaliter auch homogen ist. Dieses sey nun von liquidis partibus animalium gesagt.

Jetzo wollen wir siccas & sicciores partes nehmen. Derowegen Rec. Fleisch, Bein, Horn, Haar, Klauen, Haut und was da härter am Thier ist, zerstosse, zerschneide, zerquetsche, raspele, feile und mache deren eins klein, welches du wilt, und so gut als du kanst, denn so thue es in einen Kolben, und giesse entweder dessen Thiers, davon das Subject genommen ist, Blut oder verfaulten Urin oder Safft, oder im Mangel aller derer ein faules Regen-Wasser, doch aber microcosmi, das ist, vom Menschen, weil er ist das centrum concentratum des gantzen animalischen Reichs, als in welchem alle virtutes caeterorum animalium zusammen geflossen, gleichwie im Wein alle virtutes caeterorum vegetabilium, im [Nitrum] und dessen vitriolinischen Gur alle virtutes mineralium. Giesse, sage ich, eines dergleichen auf dein kleingemachtes subject, setze ins B. M. oder vaporis, Roß-Mist, laß putrificiren, denn so separire per B. M. und Aschen durch den Kolben, und distillire alle partes davon, wie vor gesagt worden. Denn, so du wilt, rectificire jeden part nach gesagter Lehre, und conjungire es, wie die vorgesagten in allen. Weil aber zuförderst die Haare an einem Thier eine fast lautere fette coagulirte substantz ist, oleosum pingue, und die oleosa mehrentheils balsamica sind, und schwer in die putrefaction gehen, und sehr langsam, gleich also auch die Beine, Hörner, daß einen Liebhaber schrecken möchte, solche verdrießliche operationes vorzunehmen: also muß ich ihm auch zwey kürtzere Handgriffe zeigen, mit welchen er geschwinde zu rechte kommen kan.

Wenn du derowegen Haar, Beine, Hörner, Klauen klein geschnitten, zerraspelt und gefeilet hast, so koche sie mit eigenem Urin des Thiers, davon die Beine sind, oder Urin vom Menschen, oder verfault Regen-Wasser, oder aber Saltz-Wasser zu einer Gallerte oder Sultze. Du must wohl 24. Stunden oder zwey Tag und Nacht aneinander kochen, bis die Hörner und Beine also werden; doch werden auch etliche geschwind, nachdem die coagulation hart oder weich ist. Wenn sie denn zu Sultze worden, so gehen sie in wenig Tagen und Nacht in putrefaction, mit Zugiessung mehrern Regen-Wassers oder Urin, das faul und stinckend ist, das ist so viel, daß es werde wie ein dünn zerlassen Honig, und so es nun faul und stinckend ist, so ist die separation und conjunction in allen, wie oben, daß du erstlich die flüchtigen Theile per alembicum ex B. M. dann die fixere ex arena vel per Retortam treibest, und post rectificationem conjungirest, coagulirest und figirest. Der andere Handgriff ist dieser, allein es giebt nicht so viel substantz, als durch die putrefaction, jedoch wird es ein contento machen. Man nimmt die Hörner, Klauen, Beine, Haare, Koth und Haut, macht sie klein, wie Hasel-Nüsse, die Haare klein geschnitten, in eine Retorte gethan mit seiner Vorlage, und per gradus lente distilliret alles, was da gehen will. Wenn die praeparation geschehen, so conjungiret mans wieder in solcher Ordnung, als sie von einander gegangen. Hier aber erlanget der Künstler kein volatile, sondern nur ein grob phlegma, acidum, oleum und die Kohlen, denn das volatile ist durch die coagulation und exsiccation in solchen harten partibus zum Theil verflogen, zum Theil aber in das acidum oder [Acetum] animale mutiret worden. Dieses ist nun die separatio & conjunctio artis, atque separatio faecum, in welchen alle partes ausser dessen recolacei seu phlegmatis concentriret und figiret worden.

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