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II.5 · The Anatomy and Regeneration of Chaotic Water

Wilt du aber einen Stein daraus machen, so nimm diese Crystallen, trockene sie zum Pulver, verschließ pulverisirt in einen Kolben, setze in Sand, gieb per Gradus 3. Stunden Feuer, so fliessen sie wie Butter und Wachs zu einem saltzigen Stein. Wilt du nun in diesem Stein sein Oehl D. coaguliren und figiren, so pulverisire den Stein, und nimm dessen 3. Partes, des Oehls 2. Partes, reibs wohl zusammen in einer Glaß-Schale, thue es in einen Kolben, setze in gelinde Aschen per Gradus 4. Tag und Nacht, so wird das Oehl auch fix. Denn so thue wieder 2. Part. Oehl darunter, reibe und figire es wieder, und so lange, bis alles Oehl mit fix ist, hernach gieb immer per Gradus Feuer, bis es endlich zu einem Stein zusammen fliesse, so hast du dein Werck vollendet. Nun wollen wir solche 3. Wercke in etwas defendiren, als nemlich vom ersten, daß ich allda keine Dephlegmation und Rectification gethan habe, ist die Ursache diese, daß die fixere Terra, als die Kohle, von dem Phlegma nichts behält, sondern nur Partes essentiales, und weil es lauter Homogenea sind, als habe ich keinen Zweifel, ob etwas anders Widerwärtiges dabey seyn solle. Wiederum daß ich wenig aufgiesse, oder viel, oder alles zugleich, so weiß ich, daß die Erde nichts mehr annimmt, als sie selbst vonnöthen hat, das übrige läßt sie selbst freywillig fahren. Daß ich aber die Kohlen nicht zu Aschen brenne, ist darum, weil ich weiß, daß hierinnen der essential-embryonirte Schwefel ist, und verlange diesen so wenig als andere Partes zu verliehren.

Das andere Werck. Hier wird sich mancher viel Scrupel machen, und dencken, an welchem Orte solle wohl die Natur so procediren, wie dieser hier gedencket? So sage ich: An allen Orten. Es gestehet ja jeder gerne, daß die Natur in resolvendis Rebus per Putrefactionem gehet: Wie es denn in Vegetabilischen klar mit Augen zu sehen, so ein Vegetabile verdorret, und mit Regen befeuchtet, endlich zu Schleim, Moder und Koth wird, wie die Bauren und Gärtner an ihren von Tannen und andern Bäumen und gross zusammen gehäufften Mist-Hauffen ohne Unterlaß erfahren, daß solche durch den Regen in den Wäldern befeuchtet, endlich gantz schwartz zu einem fetten Koth und Erden werden; und solches ist die natürliche Calcination. In solchem Koth oder Erden steckt ein Sal essentiale nitrosum, eine Pinguedo oder Oleum welches durch die verschlossene Calcination zu einer Kohle verbrennet wird, igne aperto aber wird das Sal essentiale ein Alcali, und solches geschiehet durch unser violentes Feuer. Weil aber die Natur zuförderst in Superficie Terrae nimmer eine so gewaltige Calcination vornimmt, sondern eine gelinde Reverberation durch die Sonnen-Strahlen, also verbrennet sie das Oleum und Sal essentiale nicht, sondern reverberirts nur, daß es begierig werde eine Feuchtigkeit an sich zu ziehen, nemlich den Regen und Thau, aus welchem das Vegetabile seinen Wachsthum nimmt, und in die Lufft aufschiesst.

So aber einem solchen Universal-Saltz die Lufft benommen wird, und doch immer imbibiret wird, wie die Laboranten in Gläsern thun, imbibiren und abstrahiren, so wird das vegetabilische Wachsthum verhindert, und weichet und tritt ab in eine mineralische Natur, nemlich durch das continuirliche Imbibiren, Abstrahiren und Reverberiren, so wird es immer fixer, irdischer und steinhaffter, welches wir auch also verlangen. Solche Steinigkeit aber ist nicht wie ein Stein, dem das Humidum radicale salinum so äusserst benommen ist; sondern wir verlangen zu unserer Medicin eine saltzige Steinigkeit, eine balsamische Saltzigkeit, als welche allein mit ihrer Fixigkeit und Feurigkeit unsere Leiber erfrischet, und vor der Putrefaction bewahret, einsaltzet, balsamiret und erhält. Derowegen wer nun begehret diesen Natur-Weg zu gehen, der folge der Natur, so fehlt er auch nicht; hat er aber noch bessere Wege, so gehe er dieselben. Vom dritten Wege ist keine Weitläufftigkeit zu machen. Denn die Faecum separatores werden solche selbst vor angenehmer halten, als die vorige.

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