Tap the page, move to the top or bottom edge, swipe down, or press Tab to reveal reading controls. Use the arrow keys or swipe sideways to turn pages.

← ExitThe Golden Chain of Homer
II.5 · The Anatomy and Regeneration of Chaotic Water

Und ob wohl Asche geschwind in eine sehr subtile und schneeweisse Terram zu bringen ist, welches zugehet, so man eine Asche in ein fliessendes Alcali bringet, welches die Aschen gantz subtil und schneeweiß in Guß und Fluß praepariret, und hat also der Artist nicht vonnöthen die Salia durch langwieriges Schmeltzen zu verräuchern, sondern auf solche Manier kan er eine grosse Quantität auf einmal machen, und hat denn zu figiren genug Materie. Es ist aber auch die Arbeit, wenn er nicht gerne will, auch nicht vonnöthen, sondern die Kohlen sind sufficient genug ihre Partes volatiles per Gradus zu figiren. Weil nun dieses in allen und jeden universaliter & particulariter totius Mundi gefunden wird, so probire mir nun einer einige Faeces zu seyn in tota rerum Natura, und weise mir solche, so will ich ihm Victoriae lauream geben. Denn so mir einer sagt von einer Erde, so weise ich ihn zu der Vitrification, die Vitra weisen ihm, daß sie seyn aus allen Dingen der Ruhm der ewigen Beständigkeit. Nun soll aber einer dieses mercken, daß keine Erde ohne Saltz kan zu Glaß gemacht werden, es sey welche es wolle, entweder muß sie ein Saltz schon in sich geboren haben, oder eines ab extra bekommen, und so sie ein Saltz haben, so werden sie flüßig, je länger sie nun im Feuer fliessen, je mehr verrauchet das Humidum superfluum und behält das Vitrum nicht mehr, als es eine Glaßheit anzunehmen vonnöthen, welches das Glaß so fest bey sich behält, daß ihm fast kein Element was rauben kan.

Aus solchem hat einer wieder das schönste Licht. So er seine saltzige Tinctur in kein Vitrum zu bringen weiß, so setze er ihm eine solche subtile praeparirte Terra zu in seinem gewissen Pondere, laß denn im Glaß-Ofen in verschlossenem Tiegel etliche Tag und Nacht zusammenschmeltzen, so wird es sich zusammen vereinigen, und ein flüßiges glasiges Corpus bekommen. Damit er nun gar keinen Scrupel habe, so nehme er zu seiner animalischen Tinctur eine animalische praeparirte Erde, und so zu denen vegetabilischen und mineralischen Tincturen vegetabilische oder mineralische Erde, wie sie dann die metallischen Corpora nach geschiedenem Schwefel genug praestiren, denn so der Sulphur meistens oder gar heraus ist, so wird das Corpus ein Electrum oder Metall-Glaß. Aus solchem siehet nun jeder, daß die Asche eben das ist, was sein abdestillirter Spiritus, Eßig, Oehl, Saltz und Kohle. Denn es ist ein fixer Eßig, ein fixes Oehl, eine fixe Kohle und Saltz, und differiret die Asche nur Forma accidentali & non Materia, und kan also aus den Animalien so wohl als Vegetabilien eine höchst fixe per se so wohl, als aus allen Mineralien gemacht werden, und können also die Animalia & Vegetabilia ihrer Unverweslichkeit halber nicht angeklagt werden. Ob wohl sie in solchem Gradu Fixitatis nicht stehen, wie die Mineralia, so können sie doch durch des Künstlers Hand dahin gebracht werden und hiermit weisen, daß sie trotz denen Mineralien die Unverweslichkeit in ihrem Centro mit und bey sich führen.

Damit aber letztlich der Liebhaber mit hellen Augen sehe, daß jeder Disputat von diesen und jenen Dingen nur Lana caprina sey, so betrachte er nur, wie ich vielfältig in diesem Tractat gesagt, daß die Animalia, Vegetabilia und Mineralia nimmermehr Essentia seu Materia unterschieden seyn, sondern Accidentia, ratione Volatilitatis & Fixitatis minoris & majoris, ratione Subtilitatis & Crassitudinis majoris & minoris, ratione Humiditatis sive Solutionis & Siccitatis sive Coagulationis majoris & minoris; ratione autem Originis & Aquae originalis idem sunt. Und sind die Animalia flüchtige Vegetabilia, die Vegetabilia flüchtige Mineralia, also die Mineralia fixe Vegetabilia, die Vegetabilia fixe Animalia. Nun habe ich probiret, daß keine Faeces in Natura sind. Wer eine bessere Probe als diese weiß aufzubringen, der refutire diese, es ist ihm unverwehret. Unterdessen bleibe ich auf meiner Meynung und Experiment. Was ich mit Augen sehe, und mit Händen tractire, das wird mir keiner nehmen. Ferner daß ich die Coagulation interrumpire, und das Corpus aus dem Kolben nehme, solches zerreibe, begiesse, abziehe, reverberire, das Feuer wieder ausgehen lasse, und wieder zerreibe etc. hier folge ich aber der Natur, und kürtze alle meine Wercke ab. Denn was die Natur des Tages durch die Sonne austrocknet, ausdörret, und macrocosmice reverberiret, das befeuchtet sie und imbibirets durch die Kälte des Monds des Nachts, oder auch zu Tage durch einen kühlen feuchten Regen wieder etc. Denn exsiccirts, coagulirts und reverberirts durch die Sonne von oben, und a Centro von unten in Continuum quasi & Infinitum.

Mercke wohl, Artist! Die Natur hält ihre Vices rerum nicht umsonst, also mache es auch. Es ist ja kein Vortheil dabey, wenn ich einen langen Weg gehe, und kan durch einen kürtzern eher zum Ziel kommen. Ich lasse andern unverwehrt andern Philosophis zu folgen, der mir nicht folgen will, ich lasse ihn ungehindert passiren; allein er mache einen Weg secundum alios, und den andern nach mir, und sehe denn, was für ein Vortheil beyderseits erfolget. Ferner daß der Philosophorum Werck in einem Gefäß gemacht werde, habe ich selbst nicht mehr als einen Kolben, und um Kürtze willen zu Zeiten einen um der fixen Theile willen, weil sie nicht gern so hoch steigen. Summariter: Dieser Tractat ist nicht angesehen, die Autores umzustossen, sondern eine von der Natur selbst gegebene Erläuterung in Physicis. Wenn sich einer hieraus einen Vortheil findet, der sage dem ewigen GOtt Danck. Und weil diese Capita de Corruptione & Regeneratione rerum eine weitläufftige Lehre und Explication verlangen, so wird der Leser zu Gute haben, wenn ich jedem Puncto dubio seine Rationes physicas meistens breviter beysetze, welcher wegen dieses andern Tractats Capita in etwas sich extendiren werden; ob wohl dessen nicht so viel Capita seyn werden, wie im ersten. Ich habe zwar erwähnet, daß meine Praxis mit dem chaotischen Wasser langweilig und verdrießlich, und habe versprochen, einige kürtzere und lustigere Wege zu lehren, welchem ich nun hierinnen nachfolge. Als den ersten secundum Artem crude, den andern secundum ipsissimam Naturam, den dritten secundum Artem Faecum separatoriam. Aus solchen erwähle sich der Artist einen, welchen er will, es stehet in seinem Belieben, und wie es hier zugehet, so gehet es in Animalibus, Vegetabilibus & Mineralibus cunctis.

1. Theil. Sine Separatione Faecum. Rec. ein putrificirtes Regen-Wasser, trübes zusammen auf, thue es in eine Blase, distillire die Spir. subtiliores ab, so hast du das Volatile, dieses behalte besonders. Denn distillire weiter, so bekommst du ein grobes Phlegma, solches distillire bis auf einen noch ziemlich feuchten Liquorem; das Saltz zu purificiren und edulcoriren zu diesem Werck, ist ein Superfluum. Den residirenden Liquorem thue aus der Vesic in eine Retorte, und distillire aus der Asche oder Sand ein Phlegma, Acidum und Oehl, thue das Residuum in einen Kolben, gieß sein Oehl und Acidum drauf, setze es in B. M. ziehe in einem hohen Kolben mit Alembic, so was gehen will, ab, und digerire 4. oder 6. Tag und Nacht, hernach gieß seinen obern Spir. volatilem drauf, laß ihn in primo Gradu B. M. digeriren 2. oder 4. Tag und Nacht, distillire alles, was gehen will, per Gradus, denn, so nichts mehr gehen will, setze in Aschen, coagulire es und reverberire es per 2. Gradum 3. calcinire es, bis daß es eine Farbe auf dem Boden bekommt, nimms aus, reibe es zu Pulver, gieß seinen in B. M. und Aschen abgezogenen Liquorem wieder drauf, setze in B. M. 2. Tag und Nacht, denn distillire alles wieder ab, was gehen will, diß behalte, wie zuvor, zu fernerer Imbibition. Wenn nun alles ex B. M. distilliret ist, so setze in Aschen, und distillire die Humidität gar ab, bis auf die Trockene. Hernach figire es per Gradus omnes Cineris, denn in Sand, wie ich im ersten ausführlich gesagt, so hast du die Quintam Essentiam und Magisterium Macrocosmi, und ist so gut als nachfolgende.

2. Via Naturae ipsissima. Rec. das putrificirte Regen-Wasser, distillire aus der kupffernen Vesic alles Humidum ab, bis auf einen dicken Liquorem, solche thue in einen andern Kolben, mit Helm und Vorlage, und distillire ex B. M. alles ab, was gehen will, so bleibet die Terra in Fundo, solche setze in Aschen mit Helm und Vorlage, exsiccire gantz gelinde per Gradus, daß sie nicht verbrennet, noch seinen Eßig oder Oehl aufweckest, sondern nur das Humidum superfluum abstrahirest, und einen sauren Dunst durch den Schnabel des Helms wahrnimmst, und laß alles abkühlen: Denn es steigt sein Eßig, solches soll nicht seyn, und diesem wird auch gleich das Oehl folgen, denn dieses wäre eine violente Operation, und nicht nach der Natur, welche alles suaviter und lente machet, bis aus dem Wasser einen Stein es machet. Denn sie macht natürlicher Weise aus denen Dingen nicht leichtlich oder gar selten Kohlen, denn sie dir keine verbrennet, und solches ist weder Generatio, nec Corruptio, nec Generatio naturalis, sed violenta Destructio Vulcani superioris. So du nun das Humidum in Asche gelinde abgezogen, so reverberire die Erde per secundum Gradum gelinde, denn nimms aus, gieß sein abgezogenes Humidum drauf, so viel, daß es werde, wie ein dünn zerlassen Honig, setze ins B. M. zu solviren, distillire ex B. M. hernach in Aschen, und dieses Distilliren und Exsicciren, Reverberiren, Digeriren, Coaguliren etc. thue so lange, bis die Erde einerley Farbe hat: Denn es wird sich immer von braunen ins Rothe begeben; und so es etliche mal durch die Farbe gegangen, denn so reverberire es starck, und figire in Aschen, denn in Sand, wie oben, so hast du Quint-Essentiam.

3. Via Faecum separatoria brevissima. Rec. das putrificirte Regen-Wasser, distillire ex Vesica den volatilischen spiritualischen Theil ab, diesen hebe besonders auf & signa cum A. Denn so distillire den phlegmatischen Theil bis auf eine dünne zerlassene Honig-Dicke ab, die Phlegma behalte auch besonders, & signa cum B. Die Honig-Dicke nimm aus der Vesic, thue es in eine Retorte, setze in Sand, und distillire erstlich ein grob Phlegma, denn ein Acidum, hernach per Gradus das Oehl, in Fundo bleibt Caput mortuum. Die gröbere Phlegma, Eßig und Oehl separire durch einen gläsernen Trichter von dem Oehl, & signa cum C. das Oehl mit D. Das Phlegma cum Acido thue in einen niedern Kolben, im B. M. mit Helm und Vorlage ziehe die Phlegma ab, thue es zum obern B. so hast du nun alle Partes geschieden. Solche must du jetzt rectificiren. Den Spiritum volatilem rectificire ex alta Cucurbita so subtil, als dir es selbst gefällt, so hast du den Spiritum volatilem A. rectificirt. Nun nimm das Acidum C. und treibe ihn in Aschen per Retortam gelinde über, so ist dieser auch rectificirt. Das Oehl D. rectificire also: Nimm das Caput mortuum aus der Retorte, dessen Rec. 3. Part. das Oehl D. 3. Part. reibs zusammen, thue es in eine Retorte, distillire ex Cinere vel Arena, so ist das Oehl auch rectificirt.

Das Caput mortuum Rec. und calcinire es im offenen Flammen-Feuer, daß es zu Aschen fällt. Diese Asche lauge mit seinem Phlegma B. aus, filtra & coagula, so hast du ein braunes Saltz, dieses Saltz laß glühen, solvire es wieder in seinem Phlegma, filtrire und coagulire, und dieses Solviren, Filtriren, Coaguliren thue so offt, bis daß es schneeweiß ist, so sind alle Partes rectificirt. Conjunctio. Rec. des Saltzes 2. Partes, des Eßigs 3. Partes, des Sp. volatilis A. 6. Partes, gieß den Sp. volatilem auf sein Saltz in einen Kolben, denn gieß den Eßig darzu, setze Helm und Vorlage an, und distillire ex B. M. ad Oleum ab, das Oehl setze in Keller, laß es crystallisiren, so schiesst es gantz schön und subtil. Solche Crystallen nimm und trockene sie aus, das Liquidum aber ziehe wieder auf die Helffte oder Oehl ex B. M. ab, und laß wieder schiessen, und solches so lange, bis es keine Crystalle mehr giebt. Denn nimm alle Crystallen zusammen, trockene sie gelinde an der Sonnen oder warmen Ofen, so hast du Quint-Essent. Macrocosmi.

Contents

Sign in to save your reading →