Tap the page, move to the top or bottom edge, swipe down, or press Tab to reveal reading controls. Use the arrow keys or swipe sideways to turn pages.

← ExitThe Golden Chain of Homer
II.5 · The Anatomy and Regeneration of Chaotic Water

Nun siehet der Liebhaber, daß so viel Wasser zu coaguliren ein Verstand in der Kunst ist wider die Ordnung der Natur selbst, welche uns überall mit ihrer Lehre vorgehet: Denn was jeder Natur angenehm ist, das nimmt sie geschwinde, begierig und reissend zu sich, und nicht so langsam schreitet zur Perfection zu kommen. Denn im Perficiren eilet es gantz geschwinde und begierig, wie ihr es werdet in Praxi finden. Hieraus siehet man aber: Quod gaudet Natura Naturae propriae, Natura recipiat Naturam, Natura amplectatur Naturam, & contrarium seu non necessarium ipsamet repellat. Daß ich aber nicht in einem Ofen oder ein Regimen ignis continuiret habe, und aus dem B. M. in Aschen, von dieser in Sand, Hammerschlag und offen Feuer springe, und also die Hitze interrumpire; hier gehe ich wieder der Natur nach, die mich lehret, so ich etwas will in die Härte bringen, oder coaguliren, so muß ich nicht immer im Wasser kochen, weil solches alle Dinge erweichet und nicht härtet; und weil ich meine Medicin immer fixer intendire zu machen, so gebe ich auch immer stärckern Feuer-Grad, wie die Natur selbst, weil eine scharffe Hitze kein beständig fixes Corpus macht.

Dahero weil ich sehe, daß die Aschen stärcker und hitziger als das B. M. der Sand hitziger als die Asche und der Hammerschlag, und offenes Feuer noch stärcker, und je stärcker die Hitze, je mehr figiret es den Spiritum und je mehr weichet das Recolaceum davon und läßt den Spiritum und Samen in die äusserste Stein- und Glaß-Coagulation gehen. Denn die Natur machet im Wasser-Grad wasserichte leicht-verwesende kalte Fische und Kröten genannt, im halbtrockenen und feuchter Hitze macht sie beständigere Animalia, als in Lufft-trockener Hitze macht sie die Vegetabilia, in noch trockener Hitze die Mineralia. Aus welchem man siehet, daß die Natur zu denen Fischen und ihrem Geschlecht das Wasser-Gefäß brauchet; zu denen perfecten Animalien braucht sie schon einer gelinden trockenen Hitze, so da auf und über der Erde in der Lufft wohnen; bey den Vegetabilien aber eine stärckere und trockenere Hitze, weil sie härtere und trockenere Cörper haben, als die Animalia: Denn man siehet, daß die Sonne solche samt der Erde, worauf sie wachsen, beständig starck bestrahlet, und weil sie nicht weichen können, so werden sie sehr erhitzet und ausgetrocknet, da entgegen die Animalia beweglich solche Hitze in etwas oder gantz meiden und ausweichen können, und in der Kühle oder Schatten ihre Zuflucht suchen.

Die Mineralia aber müssen noch eine grössere Hitze haben, ja die innerliche starcke Central-Hitze, dadurch sie auf unterschiedliche Manier bis zum Stein coaguliret werden; denn je näher die Minerae dem Centro terrae sind, je stärckere Hitze müssen sie ausstehen: Gleich in eines Thieres Magen die gröste natürliche Hitze concentriret ist, zuförderst im Winter; also ist es in des grossen Demogorgonis Ventriculo oder Centro terrae die gröste Hitze concentriret, sonst könte die Natur nicht so überflüßige Vapores und Dämpffe bis ad extremam Terrae Superficiem aufsublimiren oder distilliren. Je näher nun ein Subjectum dem Centro liegt, je stärcker wird es figiret, wenn es nur von der copiösen stets aufsteigenden Feuchtigkeit nicht verhindert wird, wie man die besten und stärcksten Metall-Adern gegen dem Centro zu findet, und die Aeste vel Rami in Circumferentia gantz klein extendiret, weil die Central-Hitze je höher selbe steiget, je mehr sie erkühlet wird, daß sie nicht alles vollkommen figiren kan. Daher an den meisten Orten viel Mineralia zu Tag ausstreichen, welche nicht vollkommen zu Metall, sondern zu Salpeter, Alaun, Schwefel-Kieß, Marcasit, Blenden, Zwitter etc. maturiret, nutriret sind. Es wird aber einer einen Einwurff thun und sagen: Wenn die Natur die Mineralia in so starcker Hitze und trocken bearbeitet, warum ist denn so viel Wasser in der Erde und noch mehr in Centro?

Ist wahr; daß aber das Wasser solte in die Runtzen und Klunsen der Erde so häuffig steigen, wie sie bey uns am Tag ausbrechen, wo die Natur die Metalle will schmieden, das kan nicht seyn: Denn so das häuffige Wasser in solche Oerter käme und hauffen-weise zusammen flösse, solvirte die Natur die metallische und dessen Vitriol-nitrosische Saltze auf und schwemmete es mit sich zu Tage heraus und würden also leere Gewölber und Höhlen oder Löcher bleiben, weil das Wasser allen metallischen Wachsthum verhinderte. Gleichwie aber das Wasser nicht alle Oerter in Quantitate ausfüllet, noch so starck dahin kommt, wo die Natur Metalla arbeitet, also füllet die Natur solche Oerter mit ihren corrosivischen Dämpffen aus, welche sich anhangen an die Felsen und Steine, und solche solvendo corrodiren und in eine Gur bringen und solche Gur machen sie so häuffig, bis die Höhlen der Erden völlig aus- und angefüllet sind, so kan kein Vapor humidus mehr hinein dringen, daher solche Gur immer mehr und mehr coaguliret, exsicciret und figiret wird, bis sie zu einem Metall-reichen Stein wird, welcher alsdenn allem Wasser und Feuer Trutz bietet und solchen auf alle Weise widerstehet. Wenn es aber an solchem Ort dämpffet, da häuffig Wasser ist, als die unterirdische Sümpffe, Lachen und Seen, da kommt zwar der mineralische Samen hinein und wird auch allda überhäufft, jedoch erträncket; und so das ausläufft an den Tag, so wird es von der kalten Lufft praecipitiret und coaguliret und wird daraus ein Wasch-Metall.

Was aber nicht an Tag heraus laufft, jedoch in solchen Wassern bleibet, das praecipitiret sich zu seiner Zeit dennoch und werden daraus allerhand Electra, Gummata und allerhand mineralische Säffte und Berg-Wachs; was aber ad Centrum rinnet, das giebt ferner Anlaß wieder ad Circumferentiam aufsublimiret zu werden und ad Locum terminatum, seine Speciem anzunehmen, getragen. Derowegen wenn die Natur solte durch unterirdische Wasser so verhindert seyn, warum grabet der Bergmann lauter trockene steinigte Ertze heraus, hart und felsicht etc. und keine weiche schleimichte? Auch wird bey denen Ertzen kein Wasser gefunden, als was etwan die unterirdische copiose Dämpffe sind, die da sich in unterschiedliche Klumpen resolviren und überhäuffen, als ein kleines Brünnlein zwischen denen Metall-Adern zuweilen heraus lauffen. Daß ich aber die Hitze interrumpire und also das Werck erkalte, so soll der Künstler nicht gedencken, daß ich allhier trachte Animalia zu generiren, sondern stein-fixe Sachen, welche nicht so leicht verderben, da mir die Natur eben den Weg zeiget, die da bey Tage kochet und die Geschöpffe durch die Sonne erwärmet, zu Nacht aber solche durch den Mond befeuchtet und abkühlet, und die Hitze ohne Schaden interrumpiret. Meistens aber soll der Leser mercken, daß die Kunst nicht verlanget also zu generiren, wie die Natur, denn solches wäre ein unnützer und überflüßiger Vorwitz, weil uns die Natur selbst solcher Mühe überhebet.

Der Künstler hat eine andere Generation vor sich, das ist eine Regeneratio in Quint. Essent. permanens, immortale, glorificatum, penetrans, Corpus spirituale & Spiritus corporeus, und ist solches dahin anzusehen, weil der Mensch stets preßhafft und also eines kurtzen Lebens, daß er die Geschöpffe von der corrumpirenden Feuchtigkeit oder Recolaceo separire und in eine steinigte, saltzige leicht-solvirliche Medicin bringe, die da lieblich in aller Feuchtigkeit zergehet, und da solches in Leib genommen wird, daß es durchdringe wie ein Rauch in alle Lufft, also soll die Medicin den gantzen Leib von dem Magen an bis in die Extremität des entlegensten Beins oder Marcks dringen, da wird alsdenn eine vollständige Heilung derer Morborum heraus kommen, da werden alsdenn die Spiritus animales, vitales & naturales und alle Glieder gestärcket, daß hierdurch die Natur selbst potens wird, seinen Feind durch solche Fortification auszutreiben. Denn die krancke Natur oder morbose Archeus hat nichts vonnöthen als eine starcke Beyhülffe, dieweil ihn die Kranckheit überwunden und obsieget, und er also lang unterliegen muß, bis er eine Hülffe bekommt, die da mächtig ist, dem Feind Widerstand zu thun, alsdenn so gehet der Archeus insgesamt mit allen noch übrigen natürlichen Kräfften und dabey kommenden Hülffe der Kranckheit entgegen, und fangen an gegen einander zu streiten, bis die Kranckheit überwunden ist; er aber als Obsieger fängt sein Dominium aufs neue wieder an, zu regieren, bis er es wieder in vorigen Stand bringe.

Denn ein gelehrter Medicus weiß wohl, daß die Natur nicht mehr als eine Confortation vonnöthen, durch welches sie schon selbst wieder potens wird sich zu helffen; solche Confortatio aber könne besser nicht erlanget werden, als durch solche Regeneration in Quintam Essentiam, da alles rein und pur und eine fixe und spiritualische Medicin ist. Weiter, daß ich keine Faeces zu scheiden gelehret, wird manchen Gelehrten fulminiren machen, weil die Separatio faecum also eingerissen, daß jeder nichts als Faeces scheiden will, wenn er gleich solche nicht examiniret, daß in solchen der Kern gewesen und er die Hülsen erhalten. Dieses, sage ich nun, wird Gelehrte stutzend machen, geschweige einen anfangenden und nicht tieff-gelehrten. Ich bekenne es ja, daß ich keine Faeces scheide, will durchaus in der Natur von den Faecibus nichts wissen; und wiewohl alle und jede Philosophi seither und von zwey bis drey 1000. Jahren her die Faeces geschieden; so sage ich doch jetzt, die Natur habe gar keine Faeces, sondern alles und jedes, was sie gemacht, das ist rein, gut und gesund, und muß beysammen bleiben, und kan nicht entrathen werden. Damit ich aber voran setze, was ich vor Faeces meyne, so ist es dieses, wenn zu einem Subjecto ab extra ein Contrarium beygesetzt wird. Würde also ich einem Menschen einen Stein, oder Mineral, oder ein corrosiv Gifft vorsetzen zur Speise, so siehet ja jeder gleich, daß dieses dem Menschen nicht zur Speise von der Natur gemacht ist, und ist ihm contrair und heterogen und dieses ist ein Faex vor den Menschen.

Denn die Natur hat den Menschen nicht die mineralische Subjecta oder Gifft zur Speise gewidmet, sondern die Vegetabilia, als Brod und Wein etc. und die Animalia, als Rind-, Kalbfleisch etc. solches ist dem Menschen homogen und angenehm. Darum nimmt jedes seines gleichen zu sich, und das ihm contrair ist, das wirffts von sich als ein Excrement, Faex, Heterogeneum. Solches Excrement ist aber nicht negative in toto Faex oder Res sive Terra damnata, daß es zu gar nichts nütze seyn solte; sondern taugt es hierzu nicht, so hat es die Natur zu was anders gewidmet: Derowegen was nicht immediate zusammen gehöret, als die Mineralia und Animalia, das ist einander Faex, contrair und heterogen. Nun aber ob wohl solche, als Mineralia und Animalia, immediate einander contrair sind und heterogen sich stellen in sua Specie & Individuitate; so sind sie doch als universaliter sumtum, oder in Essentia einander intrinsece homogen, weil sie alle aus einer einigen Materia prima entsprossen und können gar leicht per sua certa Media, als das Regnum vegetabile, homogen gemacht werden. Damit ich aber zur Probe komme, so wohl theoretice als practice, daß keine Faeces in rerum Natura zu finden, sondern alles, was ein Individuum sive Universale hat, das hat es zu seiner höchsten Nothwendigkeit vonnöthen: Erstlich sage ich, daß alle und jede Dinge von dem allerreinesten GOtt entsprungen, von, durch, aus und in ihm als dem Uno unissimo gemacht worden. Ist nun GOtt rein, so müssen auch alle aus ihm entsprungene Creaturen nothwendig rein und pur seyn.

Contents

Sign in to save your reading →