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So mache es auch mit dem 4ten, 5ten und 6ten, und so du ein Ventil aufmachest, und wollte in Zeit 1. oder anderthalb Stunde nicht gehen, so mache noch eins auf, und wenn es im Gang ist, so stopffe das andere wieder zu, bis es wieder zu eröffnen vonnöthen ist. Auf solche Manier wird man nicht irren können. Derowegen, wie ich zuvor gesagt habe, ziehe das Humidum von der Erden ab, und so vom Acido oder Oehl ja etwas aufstiege, so schütt es wieder zurück; jedoch gieb wohl acht, denn so du zu starck Feuer giebst, daß das Oehl steiget, so schmieret sich das Oehl im gantzen Kolben aus und verlierest einen edlen flüchtigen Theil deiner Erden: Habe deßwegen wohl acht auf den Grad des Feuers. Nun mercke, ad philosophicam Calcinationem & Reverberationem notandum, der edelste Theil des chaotischen Wassers wird sich coaguliren und figiren, und was ihm zu viel und überflüßig ist, das läßt es von sich per Distillationem übergehen, welches die Artisten als eine Lehre mercken: Die Natur nimmt nicht mehr, als ihr vonnöthen, auf einmal zu sich, als hier in Coagulatione & Fixatione, und so es einmal solches coaguliret, figiret und gantz trocken gemacht, so hat es wieder Feuchtigkeit vonnöthen, und so ihr diese gegeben wird, so nimmts aber so viel davon, als ihr vonnöthen, das übrige läßt es wieder davon gehen. Dieses mercke einer wohl, so ist er vieler Mühe, Arbeit und Unkosten überhoben.
Wenn nun das Acidum und Oehl auf die Kohlen coaguliret ist, und anders nichts übergestiegen, als ein abgeschmacktes Wasser ohne Säure und Krafft: so thue dieses hinweg, denn solches hat die Natur selbst als ein Superfluum von ihr gelassen. So dieses geschehen, so gieb ein klein wenig stärcker Feuer, damit sich die Materia im Glase wohl ausdörre und gantz trocken wird. Diß ist die philosophische Calcination und Reverberation, welche zum öfftern also geschehen muß, hierdurch wird die Erde coagulirt und figirt und dadurch durstig. Je trockener aber und durstiger dieselbe ist, je lieber und mehr begehrt sie ihre eigene Feuchtigkeit: Denn der Himmel muß die trockene Erde befeuchten, sonst kan sie keine fähige Frucht bringen. Derowegen nimm die 3. rectificirte des Himmels, Lufft und Wasser, solche müssen die Erde befeuchten, gieß nach rechtem Gewicht zusammen und begieß die Erde damit, so wird die Erde solviret, und das Wasser coaguliret also: Rec. Coeli subtilissimi 3. Partes, subtilioris 2. Partes, subtilis 1. Partem, gieße sie alle 3. zusammen in ein Glaß, so ist ein Himmel in den andern descendirt, wie im ersten Theil gesaget, daß sich allezeit der subtileste Himmel in dem dickern fange und figire, und also descendendo in Aerem, Aquam & Terram endlich gar irdisch werde, wie hier zu sehen wird seyn.
Wenn dieses geschehen, so Rec. etiam Aeris subtilissimi 3. Partes, Aeris subtilioris 2. Partes, subtilis 1. Partem, gieß auch zusammen in ein Glaß. Denn so Rec. Aquae subtilissimae 3. Part. subtilioris 2. Part. subtilis 1. Part. gieß auch zusammen. Wenn nun jedes Theil wieder conjungiret ist, so nimm das Wasser, und schütte die Lufft und den Himmel darzu, und wenn der Himmel, Lufft und Wasser beysammen, so ists der Nectar Ambrosianum oder Götter-Tranck, welches unsere Alte verjüngern und beleben oder regeneriren muß. Derowegen gieß von diesem Wasser so viel auf deine trockene Erde, daß es erstlich feuchte werde, wie ein dicker Honig, rühre es mit einem Holtze wohl zusammen, denn geuß mehr Wassers, daß es werde wie ein dünn zerlassener Honig, so hats Feuchte genug zu seinem Wachsthum vor diesesmal.
Setze den Kolben in B. M. in primo Gradu ignis, laß Tag und Nacht darinnen digeriren, daß die Erde wohl durchweichet oder solviret werde, denn so distillire die Feuchte davon, und so per eos Gradus nichts mehr gehet, so setze in Aschen und mache es wie zuvor, daß die Erde per lentos Gradus wieder gantz dürre, trocken und durstig werde, ja daß sie vor Dürre möchte aufspringen oder sich spalten; jedoch treibe es anfänglich nicht zu starck, denn sie ist noch zu flüchtig. Wenn es nun wieder so trocken ist, so gieb ihm wie zuvor frisches Wasser, und machs in allen wie vor, mit Imbibiren, Digeriren, Abstrahiren, Sicciren und Reverberiren lentissime in Aschen, und diß Imbibiren und Coaguliren treibe so lange, bis die Terra vom Himmel, Lufft und Wasser wohl geschwängert ist, welches an diesem zu sehen: Nachdem du vermeynest, daß es viel vom Himmel, Lufft und Wasser an sich gezogen, so gieß eine Hand hoch des abgezogenen Wassers darauf, setze in B. M. Tag und Nacht, laß solviren und abstrahiren ad tertiam Partem, denn laß es erkalten, setze es in Keller, ut crystallisetur. Hat es nun viel Crystallen geschossen, so viel von dem Volatile, oder Himmel, Lufft und Wasser hats coaguliret, und auch die Terram gantz subtil gemacht. So es dieses Zeichen hat, wie es denn bald bekommt, so ists Zeit zu figiren.
Auf dieses so nimm den Kolben, ziehe das Humidum in B. M. ab, und letztlich in Aschen, trockne die Erde wohl aus, und gieb ein klein wenig stärcker Feuer, so wird es sich auf dem Boden des Kolbens reverberiren, braun oder roth werden mit vermischten Farben, Exsicciren und Reverberiren in Aschen gehet in einem Tag aus. Bey der Nacht nimm den Kolben aus, stich die Materia mit einem Holtz heraus auf einen Reibe-Stein, reibe es wohl zusammen gantz subtil, und thue es wieder in Kolben, gieß sein abgezogenes Wasser, oder ein frisches so viel darauf, daß es nur wie ein dick Honig sey, setze es ins B. M. ziehe die Feuchte ab, denn in Asche coaguliret und exsicciret, gieb ein wenig stärcker Feuer, daß sie sich reverberire, und eine Farbe erlange, wie zuvor; denn so lasse es erkalten, nimm die Terram aus und reibs wieder durcheinander. Thue es abermal in Kolben, begieß mit seiner abgezogenen Feuchte, wie zuvor, zu einem dicken Honig, setze es ins B. M. denn in Asche, coagula, exsicca, reverbera etc. Diese Operation treibe so lange, bis die Erde durchaus in der gelinden Reverberation einerley Farbe sey, denn so leidet sie schon stärcker Feuer.
So diß geschehen, so nimm die Erde wieder aus dem Kolben, reibs klein durcheinander, thue es wieder in Kolben, befeuchte es mit seinem abgezogenen Wasser, und setze es jetzt fortan in Aschen, ziehe erstlich gelinde das Feuchte ab, hernach immer gelinder per Gradus coaguliret, und endlich ein wenig stärcker als zuvor reverberiret. Es erlanget die Erde übermal eine fixere Farbe unten auf dem Boden, wie zu sehen, wenn du den Kolben ausnimmst, so es kalt ist. Nimm den Kolben aus, reibe die Erde wieder klein, und procedire wie zuvor in allen. Es ist eine Operation, und ist jetzt an diesem gelegen, daß die Erde stärcker reverberiret werde, und wieder durchaus einerley Farbe gewinne und immer mehr durch Feuer beständiger werde. Solches Imbibiren, Coaguliren und Reverberiren muß geschehen bis die Erde durchaus nach und nach per fortiorem Reverberationem feuer-roth und fix werde in Aschen, denn kan es per Gradus im Sande noch mehr reverberiret werden, bis es endlich so fix, daß es öffentlich Feuer ausstehen kan: So ist das Magisterium fertig. Du solst aber mercken, daß du aus dem Sand-Grad nicht gleich ins offene Feuer eilest, sondern setze es zuvor in Hammerschlag per Gradus 4. 5. und so es diesen hat ausgestanden, denn thue es in zwey Tiegel verschlossen, und laß es in Circkel-Feuer auf 4. Stunden per Gradus gehen, so denn nimm es aus: So ist der Himmel und das allerflüchtigste Wasser zum corporalischen und fixesten Stein worden und heisst jetzt juxta Hermetem, Vis ejus integra est, si versa fuerit in Terram.
Das ist nun die Medicina universalis generalis, dessen 1. 2. 3. bis 6. Gran alle Morbos radicitus curiren und das Humidum radicale, Spiritum animalem, vitalem & naturalem, und den gantzen animalischen Lebens-Balsam restauriret. Nun siehet der Liebhaber aus diesem General-Exempel, wie aus dem allerflüchtigsten Wasser-Dampff das allerfixeste Corpus lapidosum ist worden, aus dem unsichtbaren unbegreifflichen ist das sichtbare begreiffliche worden. Jetzt mercke das Exempel wohl, denn nach diesem reguliren sich alle Animalia, Vegetabilia und Mineralia, daß sie erstlich putrificiret werden, denn separiret, rectificiret und wieder coaguliret, figiret, und in ein Corpus gloriosum pellucidum regeneriret, jedes per Homogenea, wie folgen wird. Es wird mancher sagen: Diese Operation scheinet recht abentheuerlich, erstlich ist es sehr lang und verdrießlich, 2.) gehet es gerade contra Regulas omnium Philosophorum. Er sagt wohl von Putrificiren, Separiren, Distilliren, Coaguliren, Figiren, Rectificiren, Conjungiren und Generiren: Allein die Philosophi haben nach der Separation die Principia in gewisse Pondera conjungirt, in eine Phiole geschlossen und gantz und gar verschmeltzet, daß kein Athem, geschweige ein Wasser heraus gekonnt, und solches haben sie in einem Ofen, in einem Glaß, in einem Regimine ignis, auch in einem Geschirr, ohne weiteres Anrühren, bis zur Perfection ausgekocht.
Dieser aber befiehlet die Partes zu conjungiren und immer abzudistilliren, wieder zu imbibiren, sicciren, coaguliren, reverberiren, die Massam aus dem Glaß zu nehmen, zu reiben, wieder imbibiren, abstrahiren, exsicciren, coaguliren, reverberiren, von B. M. in Aschen, von dieser in Sand, denn in Hammerschlag, hernach ins offene Feuer zu setzen, welche Modos kein eintziger aus denen Philosophis gelehret. Dazu zeiget er nichts an de Separatione Foecum, sondern läßt Speck und Dreck s. v. und alles beysammen, welches die Philosophi absolute & strenue befehlen hinweg zu thun, sonst würde das Werck eher zu Gifft als Medicin werden: Die Philosophi sagen auch, man solle die Hitze nimmer ausgehen lassen. Antwort: Daß dieses Werck lang und verdrießlich sey, gestehe ich selbst, und habe es nicht darum hieher gesetzt, daß man also nothwendig procediren müsse, sondern darum, damit ein Leser sehe, wie das chaotische Wasser gar schön in seine Gradus subtilitatis & fixitatis könne abgetheilet werden, verlange auch nicht, dahin zu weisen, daß er solchen Weg gehen soll, ausser er wolle solchen Curiositatis gratia vornehmen; sonst giebt es wohl kürtzere und lustigere, wie nachfolgend etliche Modi werden angezeiget werden.
Jetzt erinnere sich der Leser, daß ich im ersten Theil gesagt, daß das grosse uralte Chaos sey in 4. Theile zertheilet worden, in den Himmel, Lufft, Wasser und Erde; solche 4. Theile sind abermal in ihnen selbst zertheilet und unterschieden worden in ihre Gradus subtilitatis & crassitudinis, wie in Cap. 2. Lib. I. von der Erden ausführlich zu sehen solche Gradus subtilisandi & incrassandi, wie dem Liebhaber selbst zu Nutzen durch vorgegangenen Proceß wollen zu verstehen geben, damit er sehe, wie daß allezeit das Subtilere von dem Gröbern steigt und sich scheiden lässet, welchem das Grobe auf dem Fusse folget, und diesem immer das Gröbere, und denn das Gröbste. Ich habe diesen Modum nur dieserwegen hieher gesetzt, damit jeder sehe, wie die Natur pulcherrimo Ordine durch ihre Stuffen und Gradus mediatim semper ascendendo & descendendo arbeitet, der Liebhaber hieraus Naturae laborem besser erkennen und mit Händen greiffen soll. Vid. P. I. C. 2. Denn gleichwie junge Studenten ihre Gradus comparationis haben, also hat es die Natur, nempe das Subtilissimum & Volatilissimum, das Volatilius & Subtilius, & das Subtile & Volatile; wiederum das Grossum und Fixum, das Grossius & Fixius, das Grossissimum & Fixissimum.