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← ExitThe Golden Chain of Homer
The Author’s Preface

Vorrede

Ein hochgeneigter Artist und Liebhaber soll mercken / daß dieser Tractat gantz simpel secundum ipsam naturam theoretice und practice durchaus gehet / mit Anzeigung und Beweisung allenthalben derer gründlich wahren Ursachen und Rationen / wie / auf was Weise / warum und aus wem dieses und jenes entstehet und wird / und dieses darum: Denn so ein Künstler den Weg der Natur nicht weiß / weiß auch nicht / wie die Natur arbeitet / derselbe kan ohnmöglich die Natur verstehen / sondern er muß blind auf die vorgeschriebene Processe fallen / solche arbeiten und vielfältig drinnen fehlen / dieweil er weder regulam noch rationem naturæ verstehet. Aus diesen Ursachen sind viele tausend den Weg ihres zeitlichen Verderbens / und auch viele aus Desperation des ewigen gelauffen.

Aus gegenwärtigem Tractat aber soll er die schönste und simpleste Ordnung der Natur / eine regulirte Richtschnur haben / welche ihm nicht unanständig den Weg aller Gebährung und Zerstörung der natürlichen Dinge klar / wie man die Kinder das A. B. C. lehret / weisen wird / und überall sagen: Warum dieses oder jenes / wie / auf was Weise / und zu was Ende solches geschehe.

Damit ich mich auch nicht lange aufhalte in sehr weitläufftiger Beschreibung natürlicher Dinge / weilen solche unterschiedene Autores genugsam und überflüßig mit gantzen Folianten ausgestrichen und ausgezieret / also gehe ich gantz kurtz / mit weniger Berührung derer unnothwendigen Dinge / durch die Quantität des Pappiers zuförderst den Verdruß des Lesers abzuwenden. Es ist auch zu mercken / daß hier keine Zierde der Wohlredenheit und geschraubten Styli zu suchen / indem ich selbst simplex simpliciter secundum ipsius Naturæ simplicitatem incedire.

Ist auch einem Artisten nicht nutz / die Zierde der Worte zu betrachten / und daß er die schönen constructiones harmonicas desideriret / sondern seinen Beutel und Gesundheit und deren Interesse zum Guten wende / daß er die Theoriam mit gegenwärtiger Praxi practicam mit Kopff und Händen werckstellig / sicht und greiffbar mache. Sonsten aber / wo es nur in einem theoräischen Hirn stecken bleibet / so kan er sich zwar einen Disputanten aber nicht Practicanten nennen.

Derjenige nun / der sich vornimmt das Wesen aller natürlichen Dinge zu betrachten / deren Geburth / Leben und Tod / der soll und muß den Ursprung der Natur vom Anfange biß zum Ende wohl betrachten / das ist / wie und aus wem die Natur die hier in denen vier Elementen enthaltenen Dinge / jedes Ding insonderheit / als die meteora, Universalia, Thiere / Kräuter und Ertz gebähre / erhalte und wieder zerstöre / wie die Natur selbe solvirt / coagulirt / wieder resolvirt und regenerirt: Denn was die Natur macht / und durch was sie es ausmacht / durch eben dasselbe zerstöret sie alle Dinge wieder.

Also hat ein jedes Ding seinen eigenen coagulatorem und resolutorem bey sich / sein Leben und Tod selbst auf seinem eigenen Rücken / durch eines wird es gebohren und erhalten / und durch eben dasselbe wird es wiederum zerbrochen und zerstöret. Denn nach Unterscheid der Operation und modum operationis kommt eine unterschiedene Würckung und Effect heraus.

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