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← ExitThe Golden Chain of Homer
23 What the Generation of Minerals Is and Which Principles Constitute Them

Ein gescheider Artist wirfft einem Künstler keine solche Unmöglichkeit vor. Denn die Kunst kan das Werck der Natur nimmer auf ein Haar nachäffen. Denn entweder macht ers geschwinder, oder gar langsamer, also daß 1000. Artisten nicht werden erhalten den ad Amussim Scopum Naturae, aber in etwas dergleichen und similibus Principiis homogeneis. Dicis: Warum nimmst du Kiesel und nicht andere Erde? Soll dann die Natur aus Kiesel Metall machen? Ich hätte vermeynt, der Stein wäre das Geschirr und nicht die Materie Metall zu machen? Diesem antworte ich: Es sind gar wenig Chymisten, welche den Kiesel kennen, vielleicht möchten sie eher zur Kunst kommen. Der Kiesel ist dem Bley am nächsten, und auch dem Gold, denn es ist ein viscosum Mercuriale alcalisatum, ein Gluten minerale, so alle Feuer bestehet, und könte billig der Mercurius metallorum genennet werden, dem nichts abgehet als ein Acidum, welches ihn metallisch macht, es ist das Figens fixissimum. Man gebe dem Kiesel nur eine metallische Farbe, oder, wie sie es heissen, Sulphur im Fluß, so wird man sehen, wie amicissime er solche annimmt, und sein Corpus durchaus damit vereiniget. Giebt man ihm mehr, so macht er endlich einen Regulum, treibt man solchen ab, so findet man das Korn, so er gemacht hat durch seine figirende Art. So man ihn aber zur Kunst gebrauchen wolte, muß man ihm seinen Fluß vermehren mit seines gleichen: denn anders müste er gar zu starckes Feuer haben.

Darum vermehre ihm seinen Fluß mit leichtflüßigern, homogenen und gleichen Dingen, daß er gantz flüßig und fix mit ihnen fliesse, wie ein flüßiges Saltz, so dann wird er einen grossen Sprung gethan haben, flüchtige Dinge zu figiren und flüßige Pulver in eine metallische Natur und Art zu bringen. Allein es heisst mit dem Kiesel hier: in Metallis, cum Metallis, per Metalla etc. Es nehme einer nur Mineram oder Ertz vor sich in die Hand und examinire es auf obbesagte Manier, und betrachte das Erste, Mittelste, bis zum Letzten, so wird er unterschiedliche Subjecta antreffen, als naß und trockene, flüchtige und fixe Sachen, auch leichtflüßige und hartflüßige, nachdem die Minera ist, als die Bley- und Zinn-Ertze sind flüßiger als Eisen- und Kupffer-Ertz, Silber und Gold steht im Mittel, sind nicht so flüßig. Nun muß der Artist den Gradum fusionis im Kiesel ponderiren. Ist er zu hartflüßig, so setze er ihm ein Subject zu, das um 1. Grad flüßiger ist. Ists ihm zu seinem Werck noch zu hartflüßig, so gebe er ihm immer ein leichtflüßigeres, bis ihm der Fluß zu seinem Werck angenehm, so findet er Sigillum Hermetis, welches hindert, daß der flüchtige Himmel nicht im Abgrund ausbrechen könne. Denn solch Sigillum ist nicht allein das Schloß, zu verschliessen, sondern auch ein Band, das Flüchtige zu binden. Es ist der Kiesel ein edeles Subject, welcher die Natur über Gold in die Fixität erhöhet, und der Kiesel ist im Anfang und Grund der edelsteinischen Beständigkeit. Denn er ist ein reines Wasser, ein Wasser der Beständigkeit & Permanentia, denn er fliesst im allerstärcksten Feuer wie ein Oehl unverzehrlich, solchen hat die Natur aufs höchste gebracht: Denn die Natur gehet über die Steinheit und Glasigkeit nicht ferner, sondern eher wieder zurück; wie auch die Kunst nicht ferner gehen kan als zu der Glaß-Art, hernach muß sie wieder zurück ad Primum gehen.

Es laß ihm einer den Kiesel wohl recommendiret seyn, will er etwas geschwind beständig machen. Denn in ihm und seinem anhangenden Grado, wie auch im Crystall, der gar ein durchleuchteter Kiesel ist, ist der Haupt-Punct aller Beständigkeit; doch nicht also crude zu verstehen, sondern nach unterschiedlicher Praeparation: Denn anders wircket er also rohe, anders so er zu Wasser und Oehl gemacht wird, anders so er ein Saltz ist, und anders so er ein hart- oder weichflüßiges Glaß ist. Denn wer nur die Gradus der Natur verstehet, der gehe hinter sich und für sich. Er macht das Fixe flüchtig und das Flüchtige fix, wie die Natur selbst, doch viel geschwinder. Denn wer den Ursprung recht verstehet, der kan die Metalle zurück treiben zu einem Marcasit, den Marcasit zu Arsenic oder Schwefel, diesen zu Vitriol, den Vitriol zu einem corrosivischen Dampff oder primam Materiam, oder aber solchen Dampff wieder zu Vitriol, den Vitriol zu Schwefel, den Schwefel zu Arsenic, diesen zu Marcasit, solchen zu Metall, inde in die Extremität und Final der Natur, nemlich zu Glaß und Stein. Ich will es einiger Massen zum bessern Nachdencken anweisen. Als: so ich will ein Metall zu Marcasit machen, so schon finirt, geschmoltzen, und von seinen spröden Partibus durch öffters Schmeltzen geschieden ist, so muß er ihm wieder das zusetzen, was es verlohren hat, in eben solcher Ordnung, wie es gewachsen, und wie es solche Theile verlohren hat, in eben solcher Ordnung muß er solche Theile wieder addiren, so wird aus dem finirten Metall wieder das, was und wie es im Berge gewesen.

Als im Schmeltzen hat das Metall verlohren den Marcasit, den Arsenic, den Schwefel, den Vitriol oder den Sp. Vitrioli. Will ich nun das Metall zum Marcasit machen, so muß ich ihm sein eigen Marcasit aus seinem Berge geben, oder einen gleichen; und gleichwie der Marcasit das Metall im Gewicht und Quantität überwogen, also muß ich ihm hier auch mehr Marcasit zusetzen, und also ist es in allen zu mercken. Derowegen Rec. das Metall, setze ihm einen Regulum marcasiticum oder Marcasit zu, und schmeltze es zusammen. Wenn solche conjungirt, so gieb denn ihm Arsenicum, hernach den Schwefel, und so die conjungirt, so gieb ihm den Spiritum oder Ol. Vitrioli vel Aluminis, nachdem das Metall weiß oder roth ist, der Sp. Vitrioli vel Aluminis bringet es denn mit seiner excedirenden Quantität wieder dahin, was es im Anfang gewesen, nemlich ein Vitriol, und so es so weit gebracht ist, so kan solcher Vitriol gantz und gar zu einem lautern Dampff oder corrosivischen Wasser, wie es im Anfange gewesen, gemacht werden: So ist das Letzte zum Ersten und das Unterste zum Obersten worden. Inferius factum est superius. Also gehet es auch für sich. Denn aus dem Acido Vitriolino kan er Vitriol, aus diesem einen Arsenic, aus solchem ein Marcasit, aus diesem Metall, aus dem Metall Glaß machen. Kurtz: Du must das Metall mit seinem Schwefel, Arsenico & Marcasit versetzen, denn gieb ihm seine steinigte Mutter in excedirender Quantität oder Gleiche, und schmeltze es zusammen, so wird ein Glaß daraus.

Nun mercke aber einer diesen Haupt-Punct: Gleichwie er das Metall zu Vitriol und Spiritum zu machen allezeit eine grössere Quantität flüchtiger Stücke genommen, weil es hat flüchtig werden sollen; also muß er hier eine grössere Quantität Fixes und eine kleinere Quantität Flüchtiges nehmen: Denn sonst arbeitet er zu Schaden. Denn so ich will fix machen, so muß ich die Species mit häuffiger Quantität Flüchtigen nicht überladen, und so ich hingegen flüchtig will machen, muß ich nicht so viel Fixes, sondern viel Flüchtiges nehmen, sonst figirt man mehr, als man flüchtig macht. Also muß man flüchtig und fix machen, sonst wird wenig ausgerichtet werden. Denn man sehe nur die wunderliche alchymistische Augmenta an deren, die den Mercurium currentem mit den vollkommenen Metallen wollen figiren, da sie sine Ratione & Consideratione zu 1. Theil vollkommenen Metall 7. 8. 9. bis 12. Theil flüchtigen Mercurium nehmen. Sehen sie denn nicht, daß es contra Naturam ist, und wider alle ihre Regel? Denn so einer figiren will, so soll er eher contrair nehmen, als 12. Theil Fixes und 1. Theil Flüchtiges oder Mercurii, und so dieses fix, so wird es sich mit der Zeit schon vermehren, daß er mehr Flüchtiges zusetzen darff, da er denn Nutzen davon haben kan. Aber in der Erst muß er sich gedulden. Solche Augmentatores haben denn noch einen Nebel vor den Augen. Denn sie sehen nicht, daß ob sich schon der Mercurius anhänget an das Metall, so conjungiret er sich doch nicht intime & per Minima. Daher sie mercken solten, daß ein Medium abgehet.

Solches solten sie suchen, denn der Mercurius ist ein flüchtiges und conglomerirtes Metall. Nun gehet ein Metall in das andere in keine wahre Vermischung ohne ihre Mittel, die ihnen benommen sind auf den Schmeltz-Hütten. Dahin gehe und hole es, oder nur ein gleiches. Derohalben solcher Fehler alle Welt voll ist, da sie das Allerflüchtigste als Extremum, und das Allerfixeste als alterum Extremum zusammen setzen, und wollen gleich eine Conjunction damit machen, da sie denn im Wercke sehen, daß sie überall fehlen. Denn nehme einer nur den flüchtigen Schwefel und setze ihn zum Gold, setze es mit einander ins Feuer, so siehet er ja den Schwefel ohne Verletzung des Goldes davon fliehen. Nehme er aber die Media, als den Arsenic und Marcasit, und lasse das Gold fliessen und trage solche auf, so wird es das Gold gleich zu Staub machen. Nun sind deren Media ja genug vorhanden. Zu den rothen Astris ist nicht vorhanden der Vitriol? der gelbe und rothe Arsenic? das Antimonium und Gold-Marcasit? Zu denen weissen Astris ist nicht vorhanden der Alaun? der weisse Arsenic? der Wißmuth? Aus solchem kan ein jeder weise werden. Wir haben nun das mineralische Reich auch in etwas expliciret, und einige Haupt-Puncte von seinem Ursprung und Ende uns bemühet anzudeuten; allein der Haupt-Punct in solchem Reich ist dieser: Welcher sich unterwindet etwas zu fixiren und beständig zu machen, coaguliren, inspissiren, der hat in diesem Reich den schönsten Weg und Compendium, jedoch, wie ich durchaus ermahnet, per Gradus medios, non vero per Extremum ad Extremum.

Wiewohl aber auf dieses so exact nicht zu mercken, nemlich den Punctum extremae Fixationis, dieweil jedes Reich ein sufficiens Fixativum hat, wie anderswo gelehret wird. Denn so einer figiren will, so muß er nicht zusammen nehmen volatilissimum & fixissimum, sondern volatile, fixum, fixissimum & Gradus medios: Dann so kommt man zum erwünschten Ende und alles per Homogenea magis quam Heterogenea.

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