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← ExitThe Golden Chain of Homer
23 What the Generation of Minerals Is and Which Principles Constitute Them

Es verstehen gar wenig Artisten die heimliche Signification solcher Principiorum Mercurii, Sulphuris, Salis, denn die alten Väter haben es anders verstanden, als es die dumme Welt hernach heraus gerechnet. Sagen sie nicht: Alle Dinge sind ex Mercurio, Sulphure und Saltz gemacht und componiret? und aus wem sie componiret sind, in das resolviren sie sich wieder. Wenn ihr nun wolt argumentiren: Der Character des Mercurii ist das lauffende Quecksilber, und der Schwefel ist der brennende Schwefel, und das Saltz ist das gemeine Saltz, so fehlet ihr weit über Himmel und Erden. Denn welcher findet im animalischen oder vegetabilischen Reich einen lauffenden Mercurium, da doch ihr volatilischer Pars eben mit solchem Mercurio bezeichnet ist? Welcher findet in solchen Reichen einen gelben brennenden Schwefel, oder ein gemein Speise-Saltz, welche eben mit solchen Characteren Sulphuris & Salis bezeichnet sind? Siehest du nun hieraus, wie sich die Welt bekriegt, und wie der Welt Verstand manchmal ein Ding contraire expliciret, deme denn gleich viel tausend folgen. Die Alten habens nicht also verstanden. Denn ob sie schon den currentem Mercurium mit diesem Character bezeichnet, so ist er eben so wenig der Mercurius universalis, so wenig Schwefel und Saltz ist.

Und obschon Mercurius currens aus den Metallen kan gemacht werden, so geschiehet solches per Accidens und nicht per Fabricam metallorum naturalem. Denn wenn das gilt, so kan ich aus Mercurio ein Wasser machen, oder einen Praecipitat, oder Sublimat, oder einen Vitriol, oder Saltz etc. ein Oehl, einen Spiritum etc. ergo so muß ich judiciren, und das Wasser, den Praecipitat, den Sublimat, Vitriol, Saltz, Oehl oder Spiritum für die Principia Naturae erkennen, daraus die Natur die Metalle schmiedet? Nein, das ist weit verfehlet, und wird solcher die Fabricam Naturae mit seiner accidental und casual Practica die Natur-Ordnung nicht umstossen, aber eine Verwirrung in die gantze Natur bringen: Inde Mundus errorum plenus, weilen sie immer in der Circumferenz herum lauffen, und ihre Augen niemals auf das Centrum richten, und wie sie es machen und beschreiben, so lehren sie andere auch, und führet ein Blinder den andern in die Grube, es folget einer dem andern und unter 1000. weiß keiner den Grund. Daher gehen so viel Kosten auf die Metalla potabilia und mineralische Medicinen, geschweige der Alchymia, daß sie die Mineras und Metalla mit lauter untüchtigen Menstruis aus dem animalischen, vegetabilischen und mineralischen Reich tractiret haben; und ob sie schon ein rechtes und homogenes Menstruum darzu gebrauchen, so haben sie vermeynet, das Mineral oder Metall soll gleich zu einem süssen zuckerhafften Oehl werden, in welchem sie sich hefftig betrogen, und denn die Kunst für falsch auszeichnen.

Denn es hat keiner jemals nachgedacht, daß das mineralische Reich von Natur durchaus acidisch und corrosiv nothwendig seyn muß, will sie anders die rohe Steine und Erde verdünnen, solviren und zu Metall kochen. Solches hat keiner nachgesonnen, auch dieses nicht, daß sie gedacht, sie müsten das mineralisch-corrosivische Medicament gleich der animalischen Natur beybringen, wie es auch aus dem Feuer kommt, da doch die Natur selbst eine augenscheinliche Wand und Vorhang zwischen den Animalien und Mineralien hat vorgeschlagen und gehänget. Solche Wand, nemlich das vegetabilische Reich als eine Mittel-Natur darzwischen, solche sind sie allezeit umgangen, oder so sie selbige gebraucht, haben sie sie contrair adoptirt und sind mit sehenden Augen blind gewesen, und haben nicht gemercket, wenn sie 2. widerwärtige Dinge conjungiren wolten, daß sie müsten ein Mittel brauchen. Darum haben sie lauter corrosivische Medicinas praepariret oder leer wirckende Praecipitata und Pulver, was sie aber damit auswircken, wissen sie schon selbst.

Nun wieder ad Rem. Ich habe in dem Capitel vom vegetabilischen Reiche erwähnt, daß das Acidum sey contrahirend, constringirend, styptisch, stopffend etc. Hier aber habe ich gesagt, daß es flüchtig mache. Damit mich nun keiner eines Contrarie, so viel ich mercken können, überweise, so will ich auch diesen Punct enodiren. Man siehet, wo die Natur wenig Acidum beygefüget hat zu vieler Erde, daß es lauter constipirende, constringirende und stopffende Sachen machet, z. E. an Eisen, Antimonium, Blutstein, Rödelstein, Magnet, Schmirgel, Bolus etc. Denn das wenige Acidum hänget sich an solche Erde so starck an und solviret sie, und wenn die Central-Hitze zu starck und jähe ist, so figirt und trocknet es in solche hartflüßige Mineras aus. Wo aber die Hitze nicht gar zu starck ist und das Acidum oder Corrosiv ein wenig stärcker kommt, so macht es etwas flüßige Mineras und Metalla, und wegen mehres Acidi und weniger oder schwächerer Exsiccation und Fixation bleiben solche Minerae und Metalla gar offen, daß sie wenig beständig bleiben, wie Eisen und Kupffer etc. Entgegen wo das Acidum überhäufft kommt, da macht es flüchtige Mineras, wie per Mechanicam zu erweisen: Rec. Kreide oder Calcem vivam, geuß ein wenig Spiritum Nitri, vel Vitrioli, vel Sulphuris, vel Salis, vel Oleum commune acidum corrosivum darauf, und ziehe es wieder gantz trocken und starck ab, dann glühe es auf einer Treib-Scherben unter der Muffel oder in einem Tiegel aus, so wird es eine Terra styptica werden und flüßig, und da es zuvor styptica war, so ist es jetzo noch mehr, und läßt sich das Acidum glühen und figiren mit der Kreide etc.

Geuß nun auf eben diese Erde mehr Acidi und ziehe es starck ab, glühe es wie das vorige aus, so wirst du sehen, daß es flüßiger ist als zuvor. So du nun noch mehr Acidi darüber giessest und figirest damit, so wird es immer flüßiger, ja endlich wie Saltz fliessen. Denn dieses soll noch zum Nachdruck und öffterer Erinnerung der Artist wissen, daß je stärcker das Acidum in die Erde arbeitet und je häuffiger, je mehr und stärcker es durch die Hitze ausgetrocknet und figirt wird, je mehr solch Acidum alcalisirt, concentrirt und ponderos wird. Zuvor heissts Sal, alsdenn Sulphur, auf die letzte heissts Mercurius fixatus. Denn wie der Mercurius zuvor ein lauter flüchtiger und sehr ringer Dampff ist, also wird er hernach fix und sehr schwer, je mehr dieses Acidum alcalisirt wird; oder je mehr es zu der Fixität absteigt, je mehr verändert es seinen Namen: 1) heissts Dampff, 2) Gur und Vitriol, 3) Sulphur, 4) Arsenic, 5) Marcasit, 6) Metallum, und wird aus dem Acido fixo ein Mercurius, wie bey allen Marcasiten zu sehen, welcher in Gestalt eines fixen Pulvers kan dargewiesen werden, und soll billig heissen Mercurius verus. Denn so der Mercurius currens mit einem Acido praecipitiret wird, wird er auch ein solch schwammig Pulver, und weil es nicht genug Acidum sulphureum und Arsenicum fusibile fixum hat, so wird es in seiner Reduction, so es fix ist, zu Glaß. In solchem Glaß steckt dann das fixeste Metall, der beste Sulphur tingens, deme sein Acidum fusibile entgangen und entwichen ist, welches ein Chymist wohl mercken soll und ein Metallurgus notiren und soll Tag und Nacht nachsinnen, wie er solche 2. Dinge beybringe, 1) ein arsenicalisch d. i. ein mercurialisch flüßig Subject, 2) ein Praecipitans, wie solche denn leicht zu finden.

Denn der Bley steckt voll Mercurii und ist das edelste Subject, die fixe Pulver zu reduciren und zu Metall zu machen. Allein man muß ihm seinen Mercurium noch mehr verstärcken, sonst ist er gar zu unflüßig, wie aus seinem Vitro zu sehen. Der Bley-Mercurius soll mit seines gleichen Zusatz zu einem flüchtigen Vitro gemacht werden, daß er auch bey einer Kertzen fließt, wie Wachs. Das Praecipitans ist fast jedem bekannt. Denn Eisen praecipitiret Kupffer und die Kupffer Eisen, die Kupffer Silber & Bley, die Silber Gold & Zinn, wie auch der Mercurius Silber und Silber Mercurium. Man muß aber nicht die feinen Corpora nehmen, sondern ihren Unrath. Denn die feinen Corpora praecipitiren im Fluß nicht, sondern mischen sich mit den andern Cörpern, welchen sie beygesetzt werden. Was das für ein Unrath ist, deme dencke einer nach, er ist leicht zu finden und ist nicht allein in allen Kramläden zu kauffen und zu praepariren, sondern in den Bergwercken wirfft man solchen als unnütz hinweg, solchen klaube du aus und mache ihn dir zu Gute. Dicis: Du schreibest wohl die Metallurgiam seu Genealogiam metallorum, wie die Natur per Gradus procedirt Metalla & Mineras zu machen, allein wenn du solche Principia nehmen und ein Metall oder Mineral per eos Gradus heraus bringen soltest, so würdest du wohl darüber anstehen.

Resp. Ob die Natur schon aus denen corrosivischen Dämpffen allein und aus der Erden und Steinen die Metalla schmiedet, so hat sie doch nicht einerley Erde und Stein, auch nicht einerley Hitze und dergleichen Impedimenta mehr, dadurch die Natur unterschiedliche Mineras & Metalla machet; und ob sie schon ihren Endzweck fortsetzet Gold zu machen, so machen doch die Impedimenta andere Gestalten. Und gleichwie die Natur keine gewisse Gestalt machen kan, die sie ihr vornimmt, als nachdem die Erde oder Steine sind; also will ich dir zu Liebe ein solches Experiment setzen, und dich aus Erde oder Stein, welches eins ist, ein Metall zu machen lehren, es komme heraus, was für eins wolle, denn kein gewisses verspreche ich dir eben nicht. Rec. einen reinen Wasser-Kiesel, den glühe offt und lösche ihn allezeit in Spiritu Salis & Nitri ab, daß er gantz zu Pulver falle, solch Pulver thue in ein Kolben-Glaß, geuß darauf so schwer Aqua Regis aus 1. part. Aquaf. und 3. part. Spiritus Salis gemacht; oder aus 1. part. Aquaf. und 3. part. Spiritus vel Olei Vitrioli, vel Sulphuris laß im Sand per certos Gradus digeriren, denn ziehe es ab ad Oleum usque. Dieses laß schiessen im Keller so bekommst du theils Vitriol oder Crystallen, theils eine subtile herum schwimmende Erde. Also hast du die Gur und den Vitriol, solche setze wieder ins Feuer in Sand, und ziehe öffters das obige Aqua Regis davon ab, oder besser, das aus dem Aquafort und Spiritu Vitrioli ziehe bis auf die Trockene ab, so daß es zusammen fliesse zu einem flüßigen Stein, welcher sehr brüchig wie Schwefel seyn wird, und so man dessen auf glühende Kohlen wirfft, so brennt er und läßt einen sulphurischen Gestanck von sich.

Diesen nimm und pulverisire ihn aber, setze ihn in einen Kolben in Sand, geuß wieder Aqua Regis drauf, aber nicht viel, nur so viel, daß er solviret werde, denn sonst machst du ihn flüchtig, daß es per Alembicum herüber steige in Forma Liquoris. Ziehe das Aqua Regis ab, wie vor, daß es im 3ten oder 4ten Grad zum Stein fliesse, solchen Stein nimm heraus, pulverisire ihn, thue ihn in Kolben, geuß darauf distillirtes Regen-Wasser, setze es in gelinde Digestion, laß es 1. Monat also stehen, so wird sich eine gläntzende metallische Terra zu Boden setzen, und immer mehr und mehr verkehren und eine marcasitische körnichte Art seyn, in welcher der Arsenic beygemischet ist. Solche Terra thue in einen Schmeltz-Tiegel, an calcinirte und pulverisirte Kiesel, cementire per Gradus Rotationis, daß der Tiegel endlich starck glühe, brichs auf, nimm die Massam heraus, und siede es mit Bley an auf dem Treib-Scherben, hernach capellirs, so wirst du ein Korn Silber oder Gold finden, aber wenig Nutzen. Denn so du mit diesem Proceß Reichthum suchest, so gebe ich dir Brieff und Siegel, daß dein Haus in kurtzen drauf gehet. Curiositatis gratia kans einer probiren. Dicis: Die Natur hat keine Oefen, Sand-Capellen, Kolben, Tiegel etc. Resp. Gieb mir Ignem centralem, ein von Stein gemachtes Geschirr will ich dir darzu schaffen. Schaffe mir die centralische Dämpffe in Copia, so will ich dir solche Generation, Operation, auch einrichten. Allein warte du es 100. Jahr aus, so wirst du endlich auch was ausbrüten.

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