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The Original Editor to the Reader

Vorerinnerung des Editoris

Dem geneigten Leser præsentiere ich hiemit ein in 2. Theile verfaßtes Physicalisch und Chymisch Wercklein von sehr grossem Werth / dergleichen ihm wol schwerlich noch zu Gesichte kommen seyn wird / und hat man das Manuscript vor diesem wol ehe mit tausend Thaler bezahlet / wie glaubwürdig berichtet worden; ja noch vor kurtzen und diese Zeit her hat mancher 30. 40. 50. biß 60. Thlr. vor dessen Communication gegeben / und schreibet mir ein auswärtiger Liebhaber der Chymie, nachdem ich ihm aus besonderer Freundschafft eine Copey überschickt hatte / unterm 27. Jun. dieses 1722. Jahres folgendes davon zu:

„Den Methodum dulcificandi und alcalia fixa zu volatilisiren habe vor 9. Jahren practiciret / und dadurch per tertium ungemeine und wunderwürdige Curen in Krebs / kalten Brand / Calculo und Pleuritide verrichtet / und hätte vor zwölff Jahren tausend floren mit Freuden vor ein solches Manuscript gezahlet. Anjetzo ist es ein Vergnügen / zu sehen / daß andere denselben Weg gewandert und ex praxi ein gleiches gefunden.“

Es werden zwar verschiedene / denen dieses Scriptum in Händen ist / gar ungern sehen / daß nun solches im Druck erscheinet und gemein gemacht wird. Alleine / da des zu dato noch unbekannten Autoris Intention allerdings gewesen / daß es durch die Publication vielen zu Nutz kommen soll / wie allhier hin und wieder / sonderlich aber p. 315. klar zu sehen; Zudem es auch in diesen Jahren ziemlich häuffig abgeschrieben worden / so daß man starcke Vermuthung bekommen / es werde doch von einem oder dem andern ans Licht gegeben werden: Als hoffe ich / sie werden mir dieses Unternehmen nicht so sehr verargen / die andern aber Danck wissen / daß ihnen eine solche hochschätzbare Sache um ein geringes aus guter Meynung mitgetheilt wird / und zwar aufs allerfideleste und vollständigste.

Denn nachdem mir 3. verschiedene Exemplaria von differenten Orten zu Händen kommen / habe ich solche zusammen mit Hülffe eines guten Freundes fleißig conferiret / und da das eine ein gut Theil mehr als das andere enthalten / so ist der Mangel / den der meisten ihre Exemplaria haben / hier ersetzt worden. Inzwischen habe doch nichts eigenmächtiger Weise daran ändern / noch dasjenige / so etwan vorhin im Abschreiben versehen oder nicht recht gelesen worden / corrigiren mögen / sondern ich habe mit Fleiß alles so stehen gelassen / wie ichs gefunden / nur daß man dann und wann in parenthesi darneben gesetzt / wo varians lectio gewesen.

Ist hier und da dem Autori das Latein nicht wohl gerathen etc. so kan mans ihm leicht zu gut halten / besonders wenn man ihn betrachtet / wie er sich pag. 152. beschreibet. Und was ist dem Leser an zierlichen Worten und Stylo gelegen? Gnug / wenn der Vortrag sonst deutlich ist und mehr gründliche Wissenschafft daraus geschöpffet werden kan / als ich mit vielen Worten in diesem engen Raum heraus zu streichen vermag. Bey dem Titel des Buchs hat man alle Charlatanerie vermeiden und ihn lieber so schlechthin setzen wollen / wie ihn der Autor selbst entworfen hat.

Man hätte hier wol einen dritten Theil de Transmutatione Metallorum beyfügen können / als welchen die Possessores unserm Schreiber zueignen wollen / und sehr hoch æstimiren / er selbst auch pag. 236. von dergleichen in etwas Meldung thut: Alleine man hat solches zu thun zur Zeit noch Bedencken getragen. Was aber dißfals ins künftige noch geschehen möchte / wollen wir der Zeit überlassen. Inzwischen brauche der geneigte Leser diese zwey Theile zur Ehre GOttes / als wohin uns alle Erkäntniß auch in der Natur führen soll / und lebe wohl!

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