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Part II — Chapter 14: The World and Its End

Das Vierzehende Capitel. Von der Welt und deren Ende.

Gleich wie ich den Anfang dieses Tractätleins von Erschaffung der Welt gemacht habe; Also will ich nunmehr / da ich zu dessen Beschluß zu schreiten gedencke / von derselben Ende handlen / und setze derhalben diese Frag anhero: Ob / nemblichen die Welt nicht nur denen zufälligen Dingen / sondern auch der Substanz und Wesen nach vergehen werde? Als von welcher Frag / wie bekannt / bey den Theologis, und zwar so wohl zwischen denen unserigen / benanntlich denen Evangelischen selbst / als diesen / und denen der so genannten Reformirten Religion zugethanen / unterschiedliche Meynungen seynd / alwo der eine diese / der andere jene behaupten will / und vielleicht nichts desto weniger einer / wie der andere (bonâ pace tamen tantorum virorum) im Irrthumb stecket.

Und ob ich wohl abermahl viel zu wenig bin / hiervon zu reden / oder zu schreiben. Dieweil ich aber durch Gottes Gnade die Hermetische Kunst gelernet / auch nicht wenig tentirt habe / so wird mir meine einfältige Meynung darvon gleichfalls zu entdecken erlaubt seyn. Schliesse derowegen mit andern unsern Philosophis auß dem Vorbild der operation unsers Subjecti, und der perfection unsers Magisterii kürtzlich / was massen zwar am jüngsten Tage / die Welt auff folgende Weiß ein Ende nehmen / in deme nemblichen denen Accidentien / und dergestalt nach / so gar die Elementa zerschmeltzen / die terra excrementitia, die wir mit unsern Augen sehen / und mit unsern Füssen betretten / mit allem was drinnen ist / corrumpirt und verbrennt: Ingleichem die jetzige bewegliche Himmel vergehen:

Deren Substanz aber durch sothane Vergeh- Zerschmeltz- Verbrennung und corruption, in Chrystallinische Klarheit / und ein allervollkommenstes geistliches Wesen werde transmutirt und verwandelt werden. Gantz ohne dannoch / daß alles / eben gleich wie man etwas in einen Tigel zusammen schmeltzt / und einer oder der andere etwan zu spotten pflegt / werde zusammen geschmeltzt: sondern / da werden die particular-Naturen in die Elementa und principia universalia resolvirt: Diese universal-Naturen aber / gedachter massen / in ein allervollkommenstes Geistliches Wesen / und Chrystallinische Klarheit verwandelt / und also ein neuer (unbeweglicher) Himmel / und eine neue Erde / damit ich des Propheten Esaiæ Wort gebrauche / geschaffen werden. Gestaltsam / verhoffentlich / ein jeder / der die H. Schrifft so wohl an einem: als am andern Ort hiervon gelesen / dabenebenst die Natur nicht nur theoreticè, sondern auch practicè verstehet / mir hierinn Beyfall geben wird;

Die Ratio ist: Dieweil die universal-Naturen / wie oben deducirt / durch das Universal- und Substantial-Wort Gottes geschaffen / welches ewig / und unvergänglich ist / derohalben auch solche Universal-Naturen ewig und unvergänglich seynd: Allermassen und ob schon die Decreta Dei, das Wort und Befehl / so Gott in der Schöpffung geredt / und außgesprochen / (gleich wie sonsten das gepredigte Wort Gottes) und demnach auch die particular-Naturen / sowohln der jetzige bewegliche Himmel selbst / gäntzlich auffhören / und per Resolutionem in principia universalia, wie oberwehnt / vergehen / so werden jedoch jetzt- und mehrberührte Universal-Naturen nicht gäntzlich auffhören / noch dem Wesen nach vergehen / sondern mehrbedeuteter massen transmutirt, und verwandelt werden:

Da wird alsdann das jenige / was anjetzo unsichtbar ist / sichtbar; da wird ein neuer Himmel / und eine neue Erde: da wird also zu reden oder zu schreiben / die rechte terra foliata seyn. Finis denique est, & ut paucis me expediam, gloria DEI, quo ergò non caret, ut aliqui garriunt. Und so viel kan man von dem Ende der Welt / und deren künfftigen Zustand / oder der Beschaffenheit des Paradises / auß H. Schrifft / und der Erkantnuß der Natur / in dieser Sterblichkeit wissen / und discurriren. Dessen die jenige / so die Natur / auch was propriè & physicè Substantia oder Accidens: Item corruptio, resolutio &c. sey / nicht verstehen / noch begreiffen können / daß eben die corruptio das medium, dardurch alle Substantien / und zwar insonderheit auch die Elementa, von ihren excrementis und superfluitatibus liberirt, und in eine neue plusquamperfecte Form gebracht werden / entpehren müssen. Welche gleichwohl andere hierin meistern / und ihrer / wie erwehnt / spotten wollen.

Demnächst folgt hierauß eine stattliche Versicher- und Vergewisserung der Aufferstehung der Todten / und der Verwandelung unserer Leiber in ein ebenmässig-allerperfectestes Wesen; Wie davon oben in vorhergehendem Capitel gedacht worden / und S. Paulus in seiner 1. Epistel an die Corinther im 15. Capitel mit mehrerm lehret. Worbey ich mich under andern gleichfalls erinnere / was der Prophet Daniel berichtet: Die Gerechten werden leuchten / wie des Himmels Glantz / und die viel zur Gerechtigkeit bekehrt haben / wie die Sterne immer und ewiglich. Item was abermahl St. Paulus sagt / daß unsere Leiber werden ähnlich werden / dem verklärten Leibe Christi.

So ist auch keines wegs zu vergessen / was uns eben unser HERR und Heyland Christus selbsten eröffnet hat / daß wir werden den Engeln Gottes gleich seyn. Im übrigen aber bleibt es noch zur Zeit / in allweg darbey / was wiederumb St. Paulus schreibet: Daß kein Auge gesehen / kein Ohr gehöret / und auch in keines Menschen Hertz kommen ist / was GOTT bereitet hat / denen die ihn lieben.

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