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Das Zwölffte Capitel. Vom König Salomone / und ob derselbe von der Hermetischen Kunst gewußt / solche gehabt / und exercirt habe? Die jenige / welche diese Kunst für unwahr außschreyen / brauchen unter andern vornemblich zu ihrem Behelff / und wenden vor / daß Salomon davon nichts gewißt / noch dieselbe gehabt und exercirt habe. Und wollen solch ihr suppositum daher beweisen / weil Er nemblich Gold auß Ophir holen lassen / vermeynend / wann Er selbst Gold machen können / würde sothane Abholung nicht geschehen seyn.
So wenig aber folgt: Solomon hat Gold auß Ophir holen lassen. Ergo so hat Er nicht selbst Gold machen können. Eben so wenig folgt / wann Er schon nicht selbst Gold gemacht / oder mehrberührte Hermetische Kunst exercirt / Ergo so hat Er darvon nichts gewißt / noch dieselbe gehabt: Dann warumb er fürs Erste Gold auß Ophir holen lassen / das wird in seiner Weißheit gnugsam angezeigt / nemblich dieweil Er / als ein weiser Mann / wohl gewußt / daß GOtt nicht will / daß da ligen bleibe / was seine Göttliche Weißheit geschaffen hat.
Am andern / so seynd deren heutiges Tags noch mehr / welche mit Beyseit- und Hindansetzung der Kunst und practic sich an solcher hohen Wissenschafft / und Betrachtung der Natur und Gottes Wunderwercken allein contentiren; Wie dann insonderheit Salomon sich in seiner Weißheit am 7. Capitel / und zwar billich rühmet / daß Er die Weißheit den Königreichen und Fürstenthumben / auch allen andern Schätzen und Reichthumben der Welt vorgezogen. Zu geschweigen / daß denselben die vielfältige Regierungs-Geschäffte abgehalten haben mögen / sothane Kunst zu exerciren. Gantz ohne jedoch nochmahln / daß Er darumb auch deren Wissenschafften / als des höchsten Schatzes der irdischen Weißheit (secund. Basilium ubi supra) ermangelt haben solte.
Zumahln Er der Weiseste unter allen Königen / die vor und nach ihme / auch vermög der Historien die Kunst bey den Juden mehr / als etwa bey andern Nationen bekannt: Massen das Urim und Thumim nichts anders / weder das Album & Rubrum Philosophicum gewesen / wie in folgender Epistel / und dem dreyzehenden Capitel auch etwas davon Meldung geschehen wird. Zu deme und über diß alles mehrbesagte Wissenschafft höchstgedachtem König in seiner Weißheit an gedachtem 7. Cap. nicht undeutlich geschrieben wird / wann daselbst stehet: Gott hat mir gegeben gewisse Erkäntnuß alles Dings / daß ich weiß wie die Welt gemacht ist / und die Krafft der Element.
Meines Theils ist mir ebenfalls gnug / in deme ich zuvorderst GOTT und meinen HErrn und Heyland Jesum Christum / und dann die Natur / so weit gleichsamb in dieser Sterbligkeit zu kommen / erkenne. Derowegen / und wie ich mit dem Psalmisten auß dem 92. Psalm intonire: HERR du lässest mich frölich singen / von deinen Wercken / und rühmen die Geschäffte deiner Hände; Also thue ich im übrigen und auff allen fall mit dem Authore deß Tractats de Metamorphosi Metall. antworten: Si etenim ars hæc reale in Naturâ habeat fundamentum, cur ego sollicitus essem, utrum hic vel ille intellexerit necne? ut qui cognoverimus ejus cultores atque peritos summo sese studio occultasse &c.