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Part II — Chapter 8: Philosophical Water

Das Achte Capitel. Von dem Wasser ober dem Himmel.

Daß Wasser ober dem Himmel seyen / wird niemand der gesunder Vernunfft und ein Christ ist / also die H. Schrifft für waar hält / laugnen. Es lassen sich aber die Sophisten dieser Frag gelüsten. Nemblichen: Weil sonsten alles zu dem Ende geschaffen / daß es dem Menschen zu gutem kommen solle; und aber von dem Wasser ober dem Himmel (wie sie die Sophisten vorgeben) kein Tropffen herab / noch dem Menschen zu gutem komme: zu was Ende dann dasselbe geschaffen sey?

Diese Frag zu beantworten / ist erstlich zu wissen / daß uns Gottes Wunderwerck alle und gründlich zu erforschen unmüglich: Gestalten solches der Allweise GOtt / seinen frommen Knecht Hiob hiermit underweisen wollen / wann Er zu ihme under andern gesprochen: Weistu wer des Regens Vatter ist &c.?

Am andern / und dieweil deren so viel seynd / die ihrem eigenen Dünckel nach davon reden / werde ich auch einfältig sagen dörffen / daß ein weiser Baumeister gleich anfangs dahin gedencke / wie er sein vorhabendes Gebäu mit einem guten Grund / auch sonsten also versehen und verwahren möge / damit es weder an einem oder andern Ort außweichen / und einen Fehler gewinnen könne. Ein Gewölb aber / je mehr es beschwehrt / je fester / und beständiger es dadurch gemacht wird. Deßgleichen ein Circul oder Kugel / wann sie in eine andre eingeschlossen / wird sie dadurch in ihrer Runde desto mehr erhalten.

Eben also wird auch sothanes wunderbare Circul- und kugelrunde Gebäu / und Gewölb des Himmels / und die in demselben von dem Lufft beschlossene Erde / in und mit dem über solch prächtiges Gebäue ebenmässig wunderbarlich verordneten Last des Gewässers / in seiner beständigen Form und Runde conserviret / auff daß je eines in dem andern dergestalt gantz wunderbar bestehe / gleich wie dieses alles sambtlich zuvorderst in Gottes Wort bestehet: Dann es ist alles von ihm / und zu ihm geschaffen / und es bestehet alles in ihm.

Derowegen Drittens / und so wenig gelaugnet werden kan / daß Himmel und Erden dem Menschen zu gutem geschaffen / und zu gutem kommen / eben so wenig kan auch gelaugnet werden / daß das Wasser ober dem Himmel demselben zu gutem erschaffen seye / und zu gutem komme. In gleichmässiger Erwegung / wie ebenfalls oberwehnt / die gantze Natur an einander hanget / und je eines in das andere seine Influenz und Würckung hat: Und gleich wie derohalben eines dem Menschen zu gutem geschaffen worden / und zu gutem kommet / also und per consequens muß auch das andere demselben zu gutem geschaffen seyn / und zu gutem kommen.

Allermassen zum Vierten / obbedeuteter Sophisten Irrthumb / daß von dem Wasser ober dem Himmel kein Tropffen herab / und dem Menschen zu gutem komme / eigentlicher zu entdecken und zu widerlegen / also respondirt / und umb das Subjectum artis Hermeticæ desto eigentlicher zu beschreiben / auß offtangezogenem unserm Authore angezeigt wird / was gestalten das Wasser oben / und bey der Feste des Himmels / geistlicher Weise zu uns herab komme / wie auch der gantze Lufft voll Wassers seye. Welches zumahl dem Menschen gantz heylsamlich zu gutem kommet / angesehen / auß diesem Wasser / eben der rechte Balsam / und die allerbest- und heylsambste universal-Medicin zu præpariren:

Dann das ist das rechte Element / so keinen sonderbaren Seegen / und Befehl von dem Allmächtigen empfangen: Das ist die beste güldine Kette / wormit die Erde an den Himmel gehefftet: Das ist die rechte Erde / so über unsern Häuptern schwebt. Welches eine Erde von Anbeginn / und doch nie keine Erde gewesen: Das Fischlein Echeneis: die Nympha Helmontii: des Theophrasti Electrum minerale immaturum: des Basilii übernatürlicher geistlicher Mercurius und himmlischer Schwefel: ja sein des Basilii alles im allem.

Allwo ich mich zwar zu erinnern weiß / was andere Philosophi de generatione nostræ materiæ, de patre & matre spiritus mundi Sole scilicet & Luna &c. geschrieben haben / und solcher meiner Meynung zuwider scheinen möchte. Aber mit dieser dapffern Leuth Erlaubnuß / und Vorbehaltung ihrer Ehr / zu reden / oder zu schreiben / thue ich einem jeden Verständigen zu erkennen geben / ob solche ihre opinion (also simpliciter) bestehen könne? Sintemahl wider die Ordnung der gantzen Natur / daß das jenige / darauß ein anders geschaffen ist / von demselben wiederumb soll gezeuget werden / oder damit ichs in etwas klärer gebe / daß eine particular-Natur / so auß der universal-Natur geschaffen / hinwiederumb diese / nemblich die universal-Natur produciren und zeugen solle.

Wie dann so wohl die Astra, als die Animalia, Vegetabilia, und Mineralia auß diesem Subjecto herkommen / und entsprungen seynd / und es also der Astral- animal- vegetabil- und mineralischen Natur theilhafftig ist / bevorab aber diese / die mineralische / darinn prædominiret. So ist die distinctio inter materiam universalem nondum specificatam, & materiam metallicam per Naturam (ut ajunt) præparatam compositam & specificatam &c. welche jetzt- und mehrangeregte Philosophi beyzubringen sich bemühen / dißfalls auch nicht relevant: Inmassen sothane præparatio, compositio, und specificatio an sich selbst nichts anders / als die Würckung der Astrorum, und sonderlich der Sonnen / in mehrberührtes Wasser / daher der concentrirte Mercurius kommt.

Wie ein jeder / der dieses Wassers Eigenschafft / und die Natur in hoc passu recht zu betrachten weiß / mir hierinn / auch daß unser Subjectum alhie recht und eigentlich describirt sey / wird Beyfall geben müssen.

Sonsten möchte einen oder den andern folgendes hiervon und dieser meiner Meynung beyzupflichten abhalten / weil nemlich viel seligerwehnter Arnd auß dem Job inferirt: Expandes fortia æthera sicut speculum fusum &c.

Hingegen aber und im fall man sich erinnert / wie es zugehet / wann es im Winter außwendig des Zimmers kalt / und inwendig warm ist / daß die Fenster davon schwitzen / und also die Lufft durch das Glaß tringt / so wird man auch leichtlich begreiffen können / wie dieses Wasser durch die Feste des Himmels tringe / und dann obgedachter massen zu uns herab komme.

Letztlich sage ich meines theils / dem Allmächtigen GOtt abermahl inniglichen Danck / daß Er mich nach seiner unermeßlichen Barmhertzigkeit so hoch gewürdiget / und mir offtbedeutes Subjectum, und den König aller Geheimnussen (secund. Polemann.) eröffnet / auch diese Königliche Wissenschafft verliehen hat / und lasse auff allen Fall gleichwohl einen jeden bey seiner opinion verbleiben.

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