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Part II — Chapter 7: Other Waters and Philosophical Earth

darinn er under andern außtrücklich bekennt / daß wann sein Aurum Auræ an die Sonne gesetzt / selbiges bleich werde / und die Farb verliere. Worauß also sattsam zu erkennen / daß es kein Aurum Philosophicum Hermeticum seye: Derowegen Er auch den Nahmen Hermes unrecht führet / und zu Erlangung des Lapidis Philosophorum sich vergebliche Hoffnung macht.

In fernerer Betrachtung / ob schon oben im Ersten Theil gedacht worden / daß der Wind und Lufft der Philosophorum Spiritus Mundi sey / ist doch solches allein respectivè zu verstehen. Allermassen bekannt / daß underschiedliche Regiones der Lufft: So seynd beede die Feuer und Wassers-Tinctur, das fermentum und der Azoth zu dem Philosophischen Werck gehörig: Gestalten es an einem allein nicht genug / wie unden erwehnet werden wird / danebenst auch ein für alle mahl beede auß einer Wurtzel gezogen müssen.

Gleichwohl will ich sein B. Fleiß und curiosität gerühmet / auch seine Medicin, was das Aurum Auræ und Spiritum Mundi anbelangt / nicht verachtet haben / sondern bekenne mit dem Authore der Offenbahrung Göttlicher Majestät / daß in dem Wind und Lufft nicht wenig Geheimnuß seyen. Es mangelt aber / sage ich nochmahln / dem B. einen als den andern Weg das rechte Geheimnuß. Will geschweigen / daß die Astronomia Inferior für phantastisch haltet / wann man den Lufft durch sonderbahre Instrumenta auffängt:

Und was weiter den Mayenthau anbetrifft / ohngeachtet derselbe oberwehnter massen dem Subjecto artis Hermeticæ sich eines theils mehrers / weder das Regenwasser vergleichen lässt / ist solcher dannoch nicht jetzt- und offtgedachtes Subjectum.

Sonsten und daß auch nur der destillirte Mayenthau in hitzigen Kranckheiten grosse Hülffe thut / mag ebenmässig nicht unbekannt seyn.

Im übrigen habe ich bey gegenwärtigem Capitel auch dieses anmercken wollen / daß weil das Wasser anatisirt werden kan / darauß abzunehmen / daß es auch ersten anfangs ein / wie mehr erwehnt / gleichförmiges (ob schon rohes) Wasser / und kein confusum chaos, kein Mischmasch &c. gewesen. In Ansehung / wir die Natur durch die Kunst zwar verbessern / aber nicht verändern können; Wie auch ein jedes Ende so wohl von seinem Anfang / als ein jeder Anfang von seinem Ende zeugen thut.

Welchem ebenmässig nichts derogirt / daß die darauß geschiedene Elementa einander / auch das Wasser contrar- und widerwärtig. Et quod de privatione ad habitum non fiat regressus.

Anerwogen / solche jetztmahlige disproportion, contrarietät und Widerwärtigkeit nur accidental und nicht substantial, und die Elementa allein quoad qualitates & accidentia, nicht aber quoad essentiam gegen einander disproportionirt und einander zu wider seynd. Gestalten auch mehrangeregte anatisatio, und perfectio nostri Magisterii, nicht anders / als (wie abermahl obgedacht) superflua removendo geschiehet / secundum illud vulgare: Nihil addendum, nihil minuendum, sed tantum superflua removenda.

Hingegen aber ist solch Magisterium so wenig wieder in seine vorige Form und crudität zu bringen / so wenig / als auß Meel wieder Korn zu machen &c. Da also vorangezogenes axioma (nimirum de privatione ad habitum non fieri regressum) waar bleibt.

Will demnach dieses Capitel nunmehr / und zwar mit nachfolgender nicht allein meinem Instituto gemässer / sondern auch sonst nothwendig erachteter Frag beschliessen.

Nemlich: Ob die in Dr. Helvetii Vitulo aureo befindliche / von dem so genannten Elia artista gegen ihme geredte Wort: Daß das gantze Philosophische Werck / in vier Tagen / im freyen Feuer / und im Tiegel verrichtet werde &c. dem Buchstaben nach zu verstehen?

Daß nicht wenig derjenigen seyen / welche uff diese Meynung gerathen und solche Wort dem Buchstaben nach verstehen / auch hierdurch irr gemacht werden / ist ausser Zweiffel. Massen einer der nicht geringen Verstand in nostrâ Philosophiâ & arte zu haben / sich persuadiren möchte / sothane Meynung gegen mir auffs äusserste behaupten wollen. Aber: O des grossen Irrthumbs! O der groben Unwissenheit der Natur! Sintemahln / und wann wir dieselbe nur im wenigsten betrachten / so befinden wir / daß sie in allen dreyen Regnis, in ihren operationibus, per gradus, und nicht per saltus, auch gantz lieblich / und keines wegs gewaltthätig agiret / nicht weniger alles mit der Zeit verrichtet / und vor der Zeit nichts herfür bringt.

Damit ich nun ohne fernere Umbschweiff recht zum Zweck schreite / so will ich einem jeden frey stellen / zu glauben / oder nicht / daß ich die Materiam Lapidis bißhero recht beschrieben. Es wird aber ein jeder / der anders gesunder Vernunfft / mir gleichwohl wenigst hierinn Beyfall geben / daß es ein für alle mahl eine gantz rohe materia seye. Dargegen ist ausser Zweiffel / daß der Lapis Philosophorum das aller perfecteste Wesen; als welches dann auch obgedachter massen ausser des Menschen Seel / das alleredelst- und köstlichste Ding auff Erden. Wie kan nun demnach der Vernunfft und der Natur gemäße seyn / daß eine dergleichen rohe materia, in vier Tagen / in einem ebenmässigen / und dem allerstärcksten Grad des Feuers zu ihrer plusquamperfection mag gebracht werden?

Jedoch will ich weder D. Helvetium, noch gedachten Artisten Lügen straffen / sondern sage vielmehr / daß sie beede die Warheit geredt haben; Allein auff folgende philosophische Weiß / daß nemblich durch die vier Tage die vier Hauptfarben verstanden werden; wie ich auch solcher gestalt und sothaner Philosophischer Redart nach / mich (Gott sey gedancket) rühmen kan / daß ich den Lapidem perfectum oder Regem rubrum in dreyen Tagen (anerwogen eigentlich nur drey Hauptfarben seynd) verfertigen sehen.

Deßgleichen redt gedachter Artista auch gar recht / wann er spricht / die Philosophi hättens nicht anzeigen wollen / (wie bald das Werck zu verfertigen) massen sichs auch nicht eigentlich thun lässt: Dann es ist zwar waar / daß / wie vor gedacht / die Natur ihre Zeit hält / und vor der Zeit nichts herfür bringt / als nemblich und zum Exempel / daß man im Frühling nicht erndten / und im Sommer nicht Wein lesen kan &c. Es gibt aber dannoch die Erfahrung / daß nach deme die Sonne viel oder wenig scheinet / je einmahl die Früchten und Weintrauben eher / oder langsamer zeitig werden / weder das andere mahl. Eben also ists auch mit diesem Werck beschaffen / und nach deme man fleissig oder unfleissig ist / das Regiment des Feuers recht oder unrecht führet / wird das Werck eher / oder langsamer verfertigt / auch wohl gar verderbt.

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