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Part II — Chapter 7: Other Waters and Philosophical Earth

Das Siebende Capitel. Von den Wassern auff- und in dem Erdboden.

Q. Nachdem oben statuirt: welcher gestalt das Regenwasser (wie auch andere Wasser) in der Scheidung an sich selbst nicht verändert worden / und derowegen auß jetzt- und offtgedachtem Regenwasser / als einem Subjecto catholico, eine universal-Medicin und Tinctur zu Verbesserung der Metallen præparirt werden: Ob dann solches nicht ebenmässig auß dem Meer- und andern Wassern auff- und in dem Erdboden geschehen könne?

R. Auff sothane Frag antworte ich kürtzlich: Ob schon oben / was massen die Wasser an sich selbst nicht verändert / statuirt; so ist jedoch danebenst angezeigt / wie je eines durchsichtiger / dünner / und zarter / auch von mehrer Krafft / und Würckung / weder das andere gemacht: Gestalten auch je eines an ein ander Ort / weder das andere verordnet worden. Derohalben ein anders ist das Wasser ober dem Himmel / ein anders das Regenwasser / ein anders das Meer- und andere darauß herkommende / und wiederumb dahin fliessende Wasser auff- und in dem Erdboden: Wie dann in einem die animalische: in dem andern die vegetabilische: und wiederumb in einem andern die mineralische Natur &c. prædominiret.

Gleich wie nun oben im Ersten Theil angezeigt worden / daß GOtt der Allmächtige in der Schöpffung / das gröber- und schwerere der Wasser unden gegen das Centrum verordnet / und darauß vornemlich die animalia und vegetabilia geschaffen; Inmassen Er ihnen zu dem Ende / und solche herfür zu bringen / einen sonderbaren Seegen und Befehl gegeben; Also will ich mich / so viel diese Frag anbetrifft / auff das in vorhergehendem Capitel von dem Schmaragd angezogene / auch folgendes Exempel beruffen haben / da obberührter Fürstl. Medicus mir ferner erzehlt / welcher gestalt Dr. Bier / eben auß demselben Wasser / neben gedachter Massa pellucida, ein schön granum Solis bekommen / und unden in fundo des Geschirrs gefunden: Welches dann / daß es corporalisch Gold gewesen / ein jeder ohnschwer erachten kan.

Worauß also klärlich erscheint / daß sothane Wasser allein corporalische und todte zu unserer Kunst undienliche / und keine geistlich- und lebendige zu derselben gehörige metalla und mineralia haben; zu deme die Erde in der Tieffe / alwo diese Wasser entspringen / gantz mineralisch; hingegen der allgemeine / aller Eigenschafften fähige WeltGeist nicht feyert / sondern in solchen mineris sich so balden specificirt.

Wie dann auch demnechst dieses zu observiren / daß keine Elementa, so von Gott dem Allmächtigen einen sonderbahren Seegen und Befehl / sondern solche / die denselben nicht empfangen / zu unserer Kunst erfordert werden: In Erwegung ob schon dieselbe an sich selbst vorangeregter massen ebenfalls universal; Ingleichem berührter Seegen und Befehl nur allein auff die animalia und vegetabilia sich erstreckt / so seynd jedoch solche Elementa auch quoad hunc ordinem, und was die mineralische Natur anbelangt / in ihrer Eigenschafft particular. Derohalben so wohl auch propter ipsarum spissitudinem, keine geistlich- und lebendige Metalla in ihnen zu finden.

Gestalten dann was oben gesagt worden / daß das Gold / so durch die Kunst auß dem Wasser gebracht werde / lebendig sey / und ein Leben habe / von denen Wassern / die / wie erwehnt / keinen sonderbaren Seegen und Befehl von Gott dem Allmächtigen empfangen / und nicht von jenen zu verstehen ist; Als darauß zumahl / in Betrachtung / sie sich auff- und in dem Erdboden befinden / keine Erde / so über unsern Häuptern geschwebt / kommen kan.

Allermassen / und ob zwar nicht ohne / daß mehrbedeuteter Spiritus, sonder die Erde nicht zu coaguliren noch zu figiren. Gleich wie aber fürs Erste nach Lullii und des Authoris des Eröffneten Philosophischen Vatter-Hertzen wohlmeynender außtrücklicher Lehr und Erinnerung / nicht die Erde / die wir mit unsern Füssen betreten / sondern eine Philosophische und eine Erde / die angeregter massen / über unsern Häuptern schwebt / hierzu gehörig: Also muß fürs andere selbe Erde von allen superfluitatibus liberirt, gantz rein und ohne Macul seyn.

Da alsdann diese seine eigene Erde / und die Hände nicht netzendes Wasser / wann es wieder mit sothanem Spiritu, sampt dessen Seel / als dem lebendigen Gold imbibirt, und fermentirt / auch so dann wachsflüssig gemacht / oder nach Redart des Eröffneten Philosophischen Vatter-Hertzen / mit dem wässerigen Feuer und feurigem Wasser gewaschen und gebadet / auch nach deme die Materi gummosisch worden / mit dem Philosophischen Feuer außgekocht wird / sich in Krafft und Tugend dergestalt vermehret / daß es nicht nur alle unvollkommene Metalla in pur Gold tingiren / sondern auch alle Ungesundheit des menschlichen Leibs hinweg nehmen kan: Und wer durch Gottes Gnade so weit kommen / der weiß gewiß / daß das Wasser schwerer / weder die Erde ist.

Dieses wenige habe ich in supplementum etlicher massen dessen / was oben de secundâ operatione angeregt / alhier also obiter notiren wollen. Ad propositum aber wieder zu kommen / so schliesse ich auß bißhero angeführten / auch andern mehr Ursachen nochmahln / daß weder auß dem Meer- oder andern Wassern auff- und in dem Erdboden / noch einigem andern Dinge / das die Erde jemahls touchirt hat / eine universal-Medicin, und vorträgliche Tinctur zu Verbesserung der Metallen / præparirt werden möge.

Alwo dann im Gegenfall ebenmässig unfehlbar folgt / weil auß dem Regenwasser / vermög mehrangezogenen Exempels / ein lebendig- spiritualisch- und tingirendes Gold zu wegen zu bringen / daß es / wie oben in definitione angezeigt / keinen sonderbahren Seegen / und Befehl von Gott dem Allmächtigen empfangen / auch seine Residenz in der Lufft / und under der Feste des Himmels habe.

Worbey ich mich nicht minder letzlichen des Thaus erinnere / da ich nicht sehe / wie demselben / umb bißhero angeführter Ursache willen / der Nahme universal zu denegiren / auch ein oder andern theils das was Noldius (referent. Sperling.) davon rühmet / zu widersprechen. Zu geschweigen / daß er dem Subjecto artis Hermeticæ mehrers / weder das Regenwasser zu vergleichen. Sintemahln aber meine Gewohnheit nicht ist / nur blosse Speculationes an Tag zu geben; Und ich dann von diesem Subjecto nemlichen dem Thau &c. keine Experienz, wie von dem Regenwasser / und sonderlich (GOTT sey gedanckt) dem Subjecto artis Hermeticæ habe: Als will ichs andern anheim gestellet seyn lassen.

Worbey ich dann zu vermelden nicht umbgehen kan / was massen ... B. seinen Spiritum Mundi, Aurum Auræ und Balsamum Mundi, gantz unrecht für eine Hermetische Medicin venditiret. In Erwegung / es gehe gleich eine oder die andere auß dem Thau / oder dem / von Dr. Nietardten beschriebenen / und gleichfalls also genannten Spiritu Mundi; So ists dannoch keine Hermetische Medicin, wie besagter sein Spiritus Mundi, Aurum Auræ, und Balsamus Mundi (als welcher zumahl vielmehr ein Excrementum, weder eine Hermetische Medicin ist) so wohl auch sein Aurum Auræ intitulirtes Scriptum selbst bezeugen;

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