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Part I — Theorem IV

Daß zu præparirung einer Universal-Medicin, kein particulare, und weder ein Animale, Vegetabile noch Minerale, sondern ein Subjectum Universale und Catholicum gehöre.

Alhier ist zu præsupponiren / daß / gleichwie die gantze Welt bekannter massen in superiorem & inferiorem unterschieden: Also wird mundus inferior (als welche der Mensch besitzt / und davon anjetzo mein Vorhaben zu reden) hinwiederumb in diese drey Subalterna, benanntlichen die Animalia, Vegetabilia und Mineralia getheilet.

Ohngeachtet nun / wie oben deducirt / alles auß dem Wasser und den Elementen herkommen / auch alles wieder in ein Wasser / und die Elementa zu resolviren; So dann und nicht weniger speculative und theoreticè (zum Exempel) der Mensch auff den Samen / der Same auffs Blut / das Blut auff den Chylum, der Chylus auffs Brodt: Ferner und wiederumb / das Brodt auffs Meel / das Meel auffs Korn / das Korn auff die Erde / die Erde auff das Wasser: Deßgleichen die Metalla auff ihren Mercurium, Sulphur und Sal, und diese ebenfalls auff die Elementa zu reduciren; So kan doch re verâ und practicè keine reductio noch resolutio der particularien in primam materiam & principia universalia geschehen.

Derowegen / und zwar anjetzo allein von denen Vegetabilien und Mineralien zu reden (weil die Animalia zu unserm Vorhaben nicht dienlich seynd) durch die Chymiam auß solchen Vegetabilien / und Mineralien nichts anders / als vegetabilisch Wasser / Oel und Saltz / ein Mercurius, Sulphur, und Sal, Saturni, Jovis, Veneris, Martis &c. zuwegen zu bringen / keines wegs aber dieselbe wieder in ihre erste materiam und die Elementa, und principia universalia zu reduciren. Gestaltsam das uhralte Philosophische axioma, jederzeit wahr ist und bleibt: Quod nempe non detur regressus in naturâ. Dahero weder auß einem animali, vegetabili, noch minerali, noch auch auß diesen allen sämbtlich eine universal Medicin zu præpariren / sondern ein für alle mahl ein Subjectum universale und catholicum darzu gehörig ist. Nam qualis causa talis effectus. Wie dann auch Ristius sagt: Ein jeder Anfang muß von seinem Ende / und ein jedes Ende von seinem Anfang zeugen.

Insonderheit aber schreibt der Author des contra Glauberum außgangenen und Sudum Philosophicum intitulirten Tractats / recht und wohl: Das Philosophische Universal, wird nicht darumb also geheissen / als wann alle Dinge der Welt darzu dienen müsten / sondern dieweil in unserer Materia die Kräffte der gantzen Natur versamblet zu finden.

Da aber so wohl in genere, als auch / was das Regenwasser in specie anbelangt / vorgeworffen werden möchte: Ob schon das Regenwasser kein Animale, Vegetabile, noch Minerale, wäre es nichts desto weniger ein particulare, und kein universale und catholicum, angesehen / die Wasser zwar anfangs durch das ewige universal Wort Gottes / aber in einer massa geschaffen worden; dahingegen dieselbe anjetzo in unterschiedliche Theil geschieden / also solche Wasser nicht mehr universal seyen. Allermassen auch einige diesen Einwurff gebrauchen: Weil man der ersten von GOtt erschaffenen Materiæ, darauß alles andere geschaffen worden / nicht theilhafft- und fähig seye: So könne auch keine universal Medicin zuwegen gebracht werden. Derwegen diesen zwar ohne das unerheblichen Einwürffen zu begegnen zu wissen ist:

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