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Part II — Chapter 6: Rainwater as a Subject

Wie ingleichem oben / welcher gestalt in dem Wasser / und zwar in specie in dem Regenwasser Gold sey (dann das Philosophische Oel und Gold notoriè eins ist) experientiâ ipsâ: so wohln auch und nemblich in dem ersten Capitel dieses Andern Theils / von der Natur / dargethan / und erwiesen worden / daß das Wasser lebendig sey und ein Leben habe. Worauß folgt / daß solch Gold ebenmässig lebendig seyn / und ein Leben haben müsse; Gestalten auch sonsten (wann es nicht lebendig- spiritualisch- und Philosophisch Gold oder die Goldwesenheit gewesen) andere geringere Metall nicht damit in Gold tingirt werden können / und es nochmahln darbey bleibt: Daß kein schwaches einem andern zu helffen vermag.

Daß aber die Philosophi unserm Subjecto so viel mineral- und metallische Nahmen gegeben / schliesse ich an meinem wenigen Ort / daß es erstlich darumb geschehen / weil es die metall- und mineralische Natur vor allen andern gantz reichlich hat / sonderlich aber / und zum andern / ist zu distinguieren inter materiam crudam & materiam à superfluitatibus jam separatam; Wiewohl sie es auch / drittens / die Unwissenden dardurch zu verführen: So dann / und viertens die Veränderung der Form- und Farben unsers Subjecti in dessen operation dardurch zu bemercken / gethan haben mögen: Inmassen nachgesetzte Sprüche bezeugen.

Und zwar also singt die avicula Hermetis catholica: Die Philosophi sagen / Antimonium ist Mercurius, und Vitriolum ist Sulphur, dardurch sie ihre Meynung wohl zu verstehen geben / worinn unser Schwefel und Mercurius zu suchen sey. Nichts desto weniger / wann man der Natur ein wenig nachdencket / so findet sich re ipsâ, daß weder Antimonium, noch Vitriolum, zu unserm Vorhaben dienlich &c.

Bevorab aber spricht Antonius de Abbatia: Und wo ihr werdet wissen recht zu laboriren / so werdet ihr sehen / unser vegetabilisch Saltz / unser spiritualisch gemachtes Gold / unser Silber / unser Bley / unser Zinn / unser Kupffer / unser Eisen / unser Arsenic, unser Salarmoniacum, unsern Vitriol, unsere Magnesiam, unsern Alaun / unsern Hybith, unsern Sulphur, unsere Milch / Essig / und Kinderharn / das weisse Honig / den Brunnen / den Thau der himmlischen Gnaden / den sauersten Essig / unsern Wein / unser gewürtztes Menstruum, den gesegneten Götter-Tranck.

Worauß insonderheit auch erscheinet (neben deme diese Sprüche obangezogene / und beedes die bekannte Sendivogianische / als auch die / in dem zu L. gefundenen Scripto enthaltene Wort / gleichfalls sattsam erklären) daß diejenigen unrecht daran seynd / welche das gemeine / oder auch Römisch- oder Hungarische Vitriolum für das Subjectum artis Hermeticæ halten wollen: Sintemahln / und ob sie schon diese rationes und fundamenta etwa für sich zu haben vermeynen möchten / als:

1. Daß von denen Philosophis ihr Subjectum also genennet werde. 2. Daß das Vitriolum auch gleichsam ein truckenes Wasser sey. 3. Daß die Philosophi von ihrem Subjecto also sprechen: Die Natur hats angefangen / aber nicht außgemacht. Welches dann von dem Vitriol ebenmässig könne gesagt werden. 4. Daß das Vitriolum viel vortreffliche Kräffte und Tugenden habe &c.

So ist doch fürs erste vermög vorangeführter rationum und Sprüche gnugsam dargethan / was die Philosophi mit solchen und andern dergleichen Nahmen bedeuten wollen. Wie auch

Fürs zweyte oben im Ersten Theil gnugsam gemeldet worden / was eigentlich das Philosophische truckene die Händ nicht netzende Wasser seye.

Drittens stehet jenigem Spruch: Die Natur hats angefangen &c. (under andern und mehren) stracks dieser entgegen: So balden unsere Materia die Erde berühre / so ist sie zu unserer Kunst nichts mehr nutz. So dann / und

Viertens des Vitriols vortreffliche Kräfften und Tugenden anreichend / will ich ihme an meinem Ort / dieselbe gantz nicht benehmen. Es folgt aber keines wegs: Dieses oder jenes Subjectum hat viel und vortreffliche Tugenden: Ergo, so ists ein Subjectum universale und catholicum. Inmassen weder à priori, noch à posteriori demonstrirt werden kan / daß der Vitriol ein Universale sey / und die Universal-Krafft habe / sondern es ist vielmehr gleichfalls bekannt / und unlaugbar / daß er / wie alle andere Mineralien / ein particulare, (Sintemahln und ob schon die Erde an sich selbst universal, so ist doch alles / was auß derselben kommt / und in derselben generirt wird / particular) dahero auch keine Universal-Medicin noch Tinctur darauß zu præpariren. Auff obige hierinn beschehene Deduction und beygebrachte fundamenta mich beruffend.

Welches alles und was bißanhero von der Materia der Metallen gesagt worden / und noch gesagt werden wird / ich nicht weniger von denen Edelgesteinen will verstanden haben. Inmassen auch bereits oben im fünfften Capitel erwehnet worden / daß selbige auß eben der materia, wie die Metalla (& quidem etiam primâ instantiâ, absque ullo semine, seu materiâ proximâ) entspringen. In Erwegung / wie vorgedacht / das Wasser und die Elementa, die mineralische Natur actu & potentiâ haben. Deme dann ebenfalls keinen Abbruch thut / daß der Philosophorum Meynung nach / der Diamant allein auß dem vapore Naturæ, ut loquuntur, & absque Sulphure gezeugt werde, in Betrachtung derselbe so wenig ohne Schwefel / als ohne Saltz (utpotè quod teste Nuysemann. ipsi duritiem præbet) seyn kan. Taceo quod aliàs in nostrâ Philosophiâ, utrumque & album & rubrum Sulphur detur.

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