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Zu deme das Wasser dißfalls nicht in seiner diffusion, und überflüssigen humidität und qualität, sondern in seiner coagulirt- und fixen Wesenheit zu betrachten / als welche coagulation auch eben in der Erden (die gleichfalls an sich selbst nichts anders / weder ein coagulirtes Wasser ist) geschiehet.
Dannenhero und gleich wie angeregter Canon nochmahl wahr bleibt; Also folgt eo ipso, daß durch erstbesagte Wesenheit (als den Lapidem Philosophorum) alle unvollkommene Metalla in Gold tingirt werden können. In Betrachtung derselbe (nächst des Menschen Seel) das alleredelst und perfectest Ding auff Erden / auch weit / weit höher und edler / weder das Gold ist.
Gestaltsam demnach die jenige / welche darauß gemelten Lapidem und die Tincturam Physicam præpariren wollen / gröblich contra principia irren / und gantz thöricht handlen: In fernerer Erwegung gleichfalls bekannt / daß wann die Natur ihren Terminum erreicht hat / selbige nachmahls nicht höher zu bringen. Worauß abermahl zu schliessen / daß weil das Gold seinen Terminum erreicht / es nicht höher zu bringen / noch mehrgedachte Tinctur (als welche angeregter massen weit / weit höher und edler weder das Gold selbst ist) darauß zu præpariren.
Wie dann ein ebenmässiger Irrthum / da man das Gold in seine primam materiam und Semen (ut loquuntur) und alsdann in eine neue und bessere Form zu bringen vermeynt / quia semper firmum manet: quod non detur regressus in natura. Zumahl auch solche reductio (so wohln auch die regeneratio) nicht anders / dann per corruptionem & putrefactionem, durch die Tödt- und Zunichtmachung (welches alles bey den Philosophis eins ist) zu verrichten; Ubi pertinet illud: Corruptio unius est generatio alterius; Dargegen aber das Gold keiner corruption noch putrefaction underworffen. test. non solum Nuysemanno, & Authore Astronomiæ inferior. sed etiam ipsa experientia.
Wiederumb zu geschweigen / daß dasselbe / wie oben ebenfalls sattsam und überflüssig demonstrirt worden / kein Leben hat: Und wo kein Leben ist / da kan auch keine Tödtung vorgehen. Quandoquidem privatio præsupponit habitum. Solimodè ergò (inquit Filius Sendivogii in Lucerna sua Salis Philosophorum) in nostro Azoth & nullâ re aliâ Mundi fortissimæ fortitudinis fortitudo indaganda & obviam speranda; nam in universâ naturâ rerum, res non est nisi una, ex quâ ars nostra se veram esse profitetur, & in ea tota consistit &c.
Derowegen der gemeinen Alchymisten und Sophisten gantze Kunst / in specie aber ihre putrefaction, Tödt- und Zunichtmachung des Goldes / anders nichts ist / weder daß sie dasselbe dergestalt zu nicht machen / und der jenige / dem sie es auß der Truhen / und dem Beutel geschwätzt / sein Lebtag nichts mehr davon sihet: Inmassen abermahl die Erfahrung / und zwar vorlängst auch öffters bezeuget hat / und es also mit diesen Leuthen / hierinn falls recht / auch sonsten fast heisset / wie der Author des eröffneten Philosophischen Vatterhertzen spricht: GOtt der HErr hat auß nichts alles erschaffen / so machen die gemeine Alchymisten auß allem nichts.
Jedoch ist ein anders / wann man die Medicin erstlich uffs beste bereitet / und dann mit Gold fermentirt / da ein Theil zwar tausent Theil allerhand gemeiner Metallen in Gold tingirt / aber nachgehends das Werck sich nicht mehr multipliciren lässet; Wovon Basilius clav. 12. handelt. Welches rechtschaffene Philosophi und Artisten wohl / aber solche Betrüger nicht zu practiciren wissen.
Sonsten habe ich hierbey noch dieses zu annotiren / keines wegs umbgehen mögen / daß ohngeachtet in vor allegirtem Spruch / des Mercurii nicht minder außtrücklich gedacht wird / man sich jedoch dadurch auch keines wegs irr machen zu lassen / sondern hingegen vielmehr in acht zu nehmen / was der Author brevis manuductionis ad Rubinum cœlestem erinnert: Sine nostro Mercurio (inquit) in hâc arte nihil fit: Vide ergò ne vulgari illo Mercurio decipiaris, qui ad opus nostrum penitus est inutilis, si enim ad extremum usque diem cum illo opereris, nihil in eo reperies.
Idem: tam multi tamque docti viri, vulgari illo Mercurio sunt decepti. Quamvis enim aqua mineralis sit, non tamen similis cum auro Naturæ, seu essentiæ &c.
Deßgleichen sagt das Sudum Philosophicum: Wann man auch den gemeinen Mercurium für sich allein / oder mit Gold oder Silber zehen gantzer Jahr auff gemeine Weiß in der Wärme hielte / solte er in der Warheit seine Flüchtigkeit nicht ablegen; Und solches allein daher / daß er kein proprium agens in ihm offenbar hat / dardurch er von innen herauß möchte alterirt werden.
So habe ich zwar in einem uhralten zu Löwenstein gefundenen und von einem guten Freund mir abschrifftlich communicirten Scripto, gelesen: Von dem aqua ☿ mercke / wenn ich sage von aqua ☿ / so meyne ich nicht den gemeinen ☿ / sondern den Mercurium der Philosophen / das ist der Mercurius, der da ist eine rothe Substanz, loßgezogen mitten von der mineren. Wie auch jene Sendivogianische Wort bekannt: Si ad genua usque foderis foveam &c.
Es sagt aber wiederumb ein anderer Spruch: So balden unsere Materia die Erde berührt / so ist sie zu unserer Kunst nichts mehr nutz.
Gestalten auch folgender Spruch wohl zu observiren: Merck! Merck! Kein schwaches kan einem andern helffen: Und ich nochmahln erinnert haben will: daß man die Stärcke nicht in dem schwachen / noch die Krafft in dem ohnmächtigen suchen solle: Dann weil / wie erwehnt / das Gold selbst zu schwach / und darauß keine Tinctur zu Verbesserung der Metallen zu præpariren / massen es auch sonsten / ohngeachtet es das best- und perfecteste Metall ist / gleichwohl von sothaner seiner perfection und Güte nichts entbehren / und einem andern geringern mittheilen / und selbiges dardurch zu gleicher perfection und Güte bringen kan / so ist leichtlich zu erachten / daß solches noch viel weniger ein anders geringeres Metall oder minerale, es habe gleich Nahmen wie es wolle / zu thun vermögen / oder zu præparirung mehrbemelter Tinctur dienlich seyn werde.
In fernerer Erwegung / ob wohl abermahl ein anderer Philosophischer Spruch sagt: Wann man etwas machen will / das den Metallen soll tüchtig seyn / so muß es auß Metallen / durch Metallen und mit Metallen geschehen. So warnet jedoch Sendivogius hinwiederumb außtrücklich / und mit folgenden Worten: Hanc tibi habeto cautelam (ait) ne in metallis vulgi illud quæras punctum (scilicet semen metallorum) in quibus non est: Nam hæc metalla, præsertim aurum vulgi, mortua sunt, sed nostra sunt viva Spiritum habentia, quæ omnino sumenda.
Dahero und gleich wie hierauß überflüssig erhellet / daß keine gemeine / sondern allein lebendig- und geistliche Metalla und Mineralia, eben so wenig auch ichtwas anders / so die Erde jemahls touchirt hat / zu unserm Werck dienlich: Also seynd sothane lebendig- und geistliche Metalla und Mineralia, und die Wurtzel / und Saamen der Metallen nirgend anders / als im Wasser zu suchen / oder zu finden. Allermassen es der seel. Arnd / so wohln der Author des Tractats de Metamorphos. Metallorum, und andere mehr / ebenfalls außtrücklich bezeugen.