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Part II — Chapter 6: Rainwater as a Subject

Da dann berührter Philosophischer Wege und Proceß einer / jetzt- und mehrberührten Lapidem, oder Tinctur zu præpariren / in folgenden alten Versen deutlich / ob schon gantz kurtz / begriffen:

Si fixum solves, faciesque volare solutum. Et volucrem figes, faciet te vivere tutum.

Deme auch dieser beyzusetzen:

Fac Mercurium per Mercurium, per aquam Mercurialem.

Auff die viert- und letzte objection ebenmässig zu antworten / ist und bleibt der angeführte Canon an sich selbst waar.

Es erscheinet aber gleichwol auß sothaner objection gnugsam / daß dieser Philosophus nicht weiß / was die Hermetische vorher beschriebene Kunst und Goldmachen ist: Ingleichem weder die causas & principia rerum verstehet / noch auch deren interiora zu scrutiren gelernet hat / sondern sich allein mit dem blossen äusserlichen Ansehen eines und des andern Dinges behelffen muß.

Dahingegen / und wann man beedes / und so wohl speculative und theoreticè die causas rerum zu betrachten / und dieselbe auff ihren rechten Ursprung zurück zu führen (welches der Weltberühmte Andreas Kellæus recht / und weißlich philosophiren heisset) als auch eines und das andere practicè in seine principia zu zerlegen weiß / so wird man viel anders von der Sache judiciren.

Wir haben oben an underschiedlichen Orten / die universal- und particular-Naturen / und angeregte causas & principia rerum gnugsam betrachtet / so wohln auch und insonderheit des Regenwassers in sich habende universal-Krafft / tam à priori, quam à posteriori, demonstrirt und erwiesen.

Wann wir nun eines und das andere wiederumb physicè, wie oben im ersten Theil geschehen / auff seinen Anfang zurück führen / und dißmahl mit gäntzlicher Hindansetzung der / zu unserm Vorhaben nicht dienlichen animalien / von den vegetabilien anfahen / und (zum Exempel) die schöne Negelblumen vor uns nehmen / so kommen wir von der Blumen auff den Stock / und von dem Stocke auff den Saamen.

Weil aber einem Philosopho mehr / weder einem Gärtner dißfalls zu wissen gebührt / als fahren wir weiter fort / und gehen von dem Saamen auff die Erde / und von der Erden / auff das Wasser.

Woran es jedoch ebenmässig nicht genug: Derowegen und dafern wir zugleich physicè und auch theosophicè, und demnach nicht nur / wie bereits angeregt / die Blumen auff den Stock / und den Stock auff den Saamen / sondern auch den Saamen auff das Wort: (Es lasse die Erde auffgehen &c.) So dann und wiederumb nicht nur den Saamen auff die Erde / und die Erde auff das Wasser / sondern auch das Wasser (so wohln das Wort: Es lasse die Erde auffgehen &c.) auff das Universal- und Substantial-Wort Gottes:

Item / und zu denen ohne einigen particular-Saamen auß den Elementen entspringenden Mineralien und Metallen (dann was obgedachten Mercurium, Sulphur, und Sal, so wohln das Colostrum den Bergschwaden / Metallferck &c. auch die in den Bergwercken befindliche Gur &c. wie eines und anders also genannt wird / anbelangt / ist solches alles nichts anders / als respectivè die ad mineralia & metalla specificirte Elementa, ein mineralisches Wasser und unzeitiges Metall / oder Minerale &c. wie auß oberzehlter Historia von dem Bierischen Wasser / auch anderwerter Erfahrung darzuthun und abzunehmen) zu schreiten / dieselbe gleicher gestalt nicht nur auff jetzt- und mehrerwehnte Elementa, sondern auch sothane in hoc ordine secundariò selbst operirende / und ebenmässig ohne einig particular-Wort und Befehl sich specificirende Elementa, abermahls auff das Universal- und Substantial-Wort Gottes zurück zu ziehen:

So finden wir alsdann aller Dinge veram causam, das rechte principium per se influens esse in aliud &c. (Gestalten Christus der HERR obangezogener massen in der Offenbahrung Joann. cap. 3. selbst sagt / daß Er sey der Anfang der Creatur Gottes) welches die heydnische Philosophi zwar also benennt / aber selbst nicht erkennt / noch abermahl / was sie damit bedeuten wollen / gewußt haben mögen.

Was demnechst das Scrutinium interiorum und die practicam anbelangt / sintemahln ich mich biß dahero der Negelblumen zum Exempel bedienet; So will ich davon noch nicht außschreiten.

Nach deme aber auch so gar fast einem jeden Mägdlein bekannt ist / daß solche auß ihrem eigenen Saamen herkommt / als bleibt mir dißfalls nichts mehr übrig / zu berichten / weder dieses / daß nemlichen / wann solch Samkörnlein auffgeschlossen / darinn nichts anders / dann ein wenig Wasser und Erde / gefunden wird. Welches gleichwohl gnugsam bezeuget / daß dasselbe auß sothanen Elementen anfänglich geschaffen worden / und entsprungen seye.

Gantz ohne jedoch nochmahln / daß auß solchen und dergleichen Wassern (als welches keine Elementa, sondern Elementata seynd) eine Universal-Medicin zu præpariren: Inmassen oben im Ersten Theil etwas mehrers darvon angezeigt worden / dahin ich mich dißfalls / so wohln auch was die mineralia, und deren so genannte reductionem in primam materiam anreichet / kürtze halben referire.

Ferner und in dem vorigen proposito fortzufahren: Ob zwar alhier von Außziehung des groben Kittels unsers Subjecti, und dessen Entblössung ferner etwas zu handlen / nicht ungereimt seyn möchte; So will ichs doch umb jetztberührter und anderer Ursachen willen / bey deme / was oben im zweyten Capitel dieses Andern Theils / und anderstwo hiervon erwehnt worden / beruhen lassen; Wie ich mich auch derentwegen / so viel das Regenwasser anbetrifft / ebenmässig auff das / was oben im Ersten Theil in hoc passu angeregt / nemlich / daß vermittelst dessen Zerbrech- und Auffschliessung / ein herrlicher Spiritus, Oel / und Saltz darauß zu wegen zu bringen: Insonderheit aber auff vorgemelte mit sothanem Oel beschehene projection, deßgleichen andre obangeführte Exempla: und dann uff den Sperlingium beruffen thue / da Er sagt: Contra experimenta Scriptorum nulla authoritas.

Derohalben und weil Sennertus in eben dergleichen materia mit folgenden des Aristotelis eigenen Worten ebenfalls respondiret: Quærere rationes & dimittere sensus imbecillitas quædam mentis est. Als muß derjenige mit doppelter Schwachheit behafftet seyn / der weder die rationes, noch die Exempla und sensus achten will. In ansehung das Wasser die Wurtzel der Metallen und Goldwesenheit hat / auch auß dem Regenwasser tingirendes Gold zu wegen gebracht; wie beedes oben demonstrirt und dargethan worden.

Zu geschweigen / daß ob- und mehrerwehnter opponent, sich gleichsam selbsten contradictirt, in deme er vermög mehrangezogenen Canonis negiret / daß das Gold auß dem Wasser entspringe / und doch hingegen dessen Ursprung der Erden zuzuschreiben vermeynet. Dann wer sihet nicht / daß das Wasser ein edler corpus, weder die Erde? Und was die schwere anbelangt / ist zu beobachten / daß selbige eben von dem Wasser herkommt / anerwogen / wann man eine Erde calcinirt / und auff das Wasser wirfft / selbige nicht eher zu boden fallen wird / biß sie sich zuvor wieder voll Wassers gezogen.

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