Tap the page, move to the top or bottom edge, swipe down, or press Tab to reveal reading controls. Use the arrow keys or swipe sideways to turn pages.

← ExitCandida Phoenix Philosophica
Part I — Theorem II

Daß auß dem Wasser alle Ding erschaffen.

Gestalten ein solches bereits im vorhergehendem Capitel / so fern angezeigt / in deme vermeldet worden / was massen Gott der HErr erstlich das Gewässer / und darauß die Erden erschaffen habe / so wohln auch die andere Elementa auß dem Wasser herkommen / und geschaffen seyen. Welches dann / und so viel vors Erste die Meynung / daß nemblichen GOtt anfänglich das Gewässer und folgends darauß die Erde geschaffen / anbelangt / nicht allein obangeführter massen der Grund-Text mit sich bringt (ohngeachtet die particulæ ha und hay, vor denen Worten Schamaym und Ærez stehen / als die diß Orts nichts anders inferiren können / weder daß es in unserer Teutschen Muttersprach heissen mag: Im Anfang schuf Gott das Gewässer / die Erd / &c.) sondern auch / wie gleichfalls oberwehnt / mit der experienz, und also à posteriori zu beweisen:

Sintemahln / wann man ein Wasser recht putreficiren läst / dasselbe allezeit eine Erde niedersetzt. Worauß ohnfehlbahr zu schliessen / daß auch anfänglich die Erde auß dem Wasser geschaffen worden / und entsprungen seye. In Betrachtung der Allerhöchste und allein weise GOtt / einer jeden Creatur / wie er sie von Anfang geschaffen; Also auch dardurch zugleich derselben ein Gesetz und Ordnung eingepflantzet hat / welche sie annoch unauffhör- und unverbrüchlich hältet. Unde rectè dicitur: Natura servat sua jura.

So ist / am andern / der Lufft gleicher gestalt auß dem Wasser herkommen: Denn alsbald das Wasser geschaffen gewesen / und die darauß gemachte Erd / in demselben dar gelegen / hat vermög des klaren Texts mehrangezogenen 1. Capitels des ersten Buchs Moysis / der Geist Gottes ob dem Wasser geschwebt. Gestalten ich mich alhier ebenfalls auff die experienz beruffe / angesehen / wann man ein Regenwasser in ein Glaß verschliesset / und dasselbe etwas leer lässet / die subtileste Spiritus in Form kleiner Tröpfflein sich oben anhängen und erscheinen. Dahero / und in Erwegung vorangezogenen axiomatis, dieser Schluß ebenmässig bestätiget: Zu deme der Lufft an sich selbst nichts anders / als das allersubtileste Wasser ist.

Deßgleichen und drittens mag nicht widersprochen werden / daß das Feuer ebenfalls verborgener Weiß im Wasser sey. Und wie solchem nach / das Wasser eine Mutter und Ursprung aller andern Elementen / und alle Elementa nichts anders / als ein Wasser; also ist nicht weniger bekannt / und unlaugbar / was massen alle sichtige Ding durch die Chymische Kunst in die Elementa und ein Wasser zu resolviren / so schliesst sichs / daß sie auch gedachter massen alle darauß bestehen / gemacht / und entsprungen seyen. Unde etiam illud vulgare: Omnia in id resolvuntur ex quo orta sunt. Worauß hinwiederumb folgt

Contents

Sign in to save your reading →