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Part II — Chapter 3: Comets and Other Meteors

Das Dritte Capitel.

Der vorherige Discours von denen Elementen und Philosophischen Principien / veranlasset mich ebenmäßig / zumahl in nächstvorhergehendem Capitel von dem Blitz / wiewol nun etwas weniges / gedacht worden / noch ferner von einigen andern von denen heydnischen Philosophis und ihren imitatoribus also genannten Meteoris, etwas Meldung zu thun. Gestaltsam ein solches zu Erkanntnuß der Natur gleichfalls nicht wenig dienlich seyn mag. Und zwar erstlich zu reden:

Von den Cometen.

Da man dann Anno 1664. und 1665. bey Erscheinung desselben Cometen gnugsam erfahren / was für seltsame Judicia, die Philosophi von diesen Sternen / so wohl ratione ihres Ursprungs / als auch deren Bedeutung zu fällen pflegen.

Gleich wie ich aber in meinem Ersten damahls nemblichen besagten 1665sten Jahrs von dem Regenwasser geschriebenen Tractätlein / meine wenige Meynung hiervon kurtz- und ohngefahrlich dahin eröffnet / daß nach deme / mehrangeregter massen / keine Natur sey / die etwas würcket / auch wir in H. Schrifft nicht lesen / daß GOTT der HErr Sternen geschaffen / die biß zu einiger Zeit verborgen seyn / sondern die auff die Erden scheinen sollen / sothane Sternen einig und allein von Gott dem HErrn / wann Er dieselbe auff Erden scheinen lassen / und uns dardurch etwas andeuten will / geschaffen / und nachmahls wieder weg genommen worden;

Inmassen / und daß es / so viel deren Bedeutung anbelangt / Wunder- und Zornzeichen Gottes des Allmächtigen seynd / wir nun etliche Jahr hero an underschiedlichen Orten gnugsam und im Werck erfahren haben; Also lasse ichs auff dißmahl annoch darbey bewenden / und schreite hierauff zu einem andern discours, als nemblichen:

Von dem Donner / Blitz / und Regen.

Ob wohl die Gelehrte erkennen / daß vermög der H. Schrifft / GOTT der HErr der jenige seye / welcher donnert / und blitzet / so wohln auch die Wolcken in der Lufft hoch herführet / und regnen lässt auff Erden; So wollen sie jedoch ihme hierinn die causas secundas, und Natur zu viel zugesellen / und solches derselben fast am meisten zuschreiben; Ohngeachtet sie nochmahl (kurtz darvon zu reden) nicht wissen / noch bedeuten können / was ihre causæ secundæ, oder ihre Natur eigentlich sey. Wie dann auch zu sagen:

Von denen Erdbeben.

Allwo die Philosophi nicht weniger sehr manichfaltig- und seltsame Ursachen beybringen / darauß die Erdbeben entspringen sollen. Und zwar thun die meiste die Ursachen derselben denen exhalationibus crassis calidis & siccis zuschreiben; Ohnangesehen der Psalmist / auß Eingeben des H. Geistes / viel ein andere causam efficientem anzeiget / wann er im 8. Psalm spricht: Die Erde bebete und ward beweget / und die Grundfeste der Berge regeten sich / und bebeten / da Er zornig ward. Item im 104. Psalm: Er schauet die Erde an / so bebet sie / Er rühret die Berge an / so rauchen sie. Wie dann und über das erstbesagter Psalmist also an jetztangezogenem Ort die Ursach der exhalationum, GOTT dem HErrn ebenmäßig zueignet.

Deme keinen Abbruch thut / daß mehrbedeute Philosophi etwan inter terræ motum naturalem & supernaturalem distinguiren. Sintemahln mehrberührter Psalmist hierinn im geringsten nicht distinguiert, bevorab auch dißfalls keine causa subalterna zu finden / oder zu erweisen / und bemelter Philosophorum Natur / mehrerwehnter massen / nichts ist. Derowegen dieselbe im wenigsten hilfft / daß sie ihre opinion damit zu stabiliren vermeynen / weil an einem / und sonderlich denen jenigen Orten / wo es viel Schwefel gibt / mehr Erdbeben weder am andern sich ereignen:

Gestalten unser HErr GOtt mit der Natur nach ihrer qualität und Eigenschafft handelt / und in derselben würcket. Daher wir sehen / daß im Sommer mehr Wetter entstehen / weder im Winter; Wie auch im übrigen / ob schon der Erden ins gemein / das Wort und der Befehl Gottes herfür zu bringen Kraut und Graß &c. gegeben und eingesprochen worden / so thut jedoch an sehr sandigt- und magern Orten (ob impotentiam nimirum passivam germinandi) wenig / oder gar nichts wachsen. Welches mich also verursacht / alhier gleichfalls etwas zu wiederholen.

Von dem Winde.

Was für seltsam- und wunderliche Ursachen abermahl dem Winde / insonderheit ratione seines Ursprungs und Bewegung von denen Philosophis vulgaribus zugeschrieben werden / das ist am Tage. Wann wir aber das Werck der Schöpffung / und die Wunderwerck Gottes / wie sie von dem H. Geist / und den Männern Gottes beschrieben werden / betrachten / so seynd wir viel anders darvon zu judiciren verbunden: Dann was zum ersten dessen Ursprung anbelangt / ist oben im Ersten Theil gnugsam demonstrirt und dargethan / was massen Wind und Lufft eines / und derselbe auß dem Wasser herkommen und geschaffen worden. Worbeynebenst ich mich auch nochmahl auff des Nuysement dictum: Ventus nihil aliud est, quam aër commotus, beruffe.

Allermaßen / und was fürs andere dessen Bewegung anbetrifft / man die Ursachen derselben gleichfalls wohl wissen kan / dafern man consideriret, was der Psalmist sagt: Du machest deine Engel zu Winden / und deine Diener zu Feuerflammen. Deßgleichen welcher gestalt der Evangelist Joannes in seiner Offenbahrung am 7. Capitel meldet / daß vier Engel / an den vier Enden der Erden gestanden / und die vier Winde gehalten / damit kein Wind auff Erden wehen können.

Dahero auch und wiederumb auff das vorige propos zu kommen / und von dem Erdbeben noch etwas wenigs anzuregen / des Helmonti Meynung nicht zu verwerffen ist / da Er (referent. etiam Bechmann.) mit Anführung des Exempels Matth. 28. vers. 2. die Ursach der Erdbeben den Engeln zuschreibet.

Bevorab aber und daß der Allweise Gott / in solchen und dergleichen allen / sich einig und allein das Regiment vorbehalten / und sothane Wunderwerck also gleichsam immediatè von Seiner Göttlichen Allmacht herrühren / das bezeuget Moyses im andern Capitel seines ersten Buchs mit diesen Worten: Der HERR hatte noch nicht regnen lassen auff Erden. Wie es auch Gott selbsten Job 38. cap. mit mehrerm andeutet und erklärt / wann Er under andern spricht: Bistu gewesen / da der Schnee herkombt / oder hastu gesehen / wo der Hagel herkombt? die ich habe verhalten / biß auff die Zeit der Trübsal &c. Item / Wer hat dem Platzregen seinen Lauff außgetheilet / und den Weg dem Blitzen und Donner. Ferner und in specie: Kanstu deinen Donner in den Wolcken hoch herführen &c.

Derohalben David im 18. Psalm ebenmäßig recht sagt: Dampff gieng auff von von seiner Nasen / und verzehrend Feuer von seinem Munde / daß es davon blitzet &c. Gestaltsam GOtt der HErr der Natur dißfalls / wie erwehnt / keine sonderbare Ordnung und Befehl gegeben / noch einige causa subordinata, oder Erschaffungs-Wort in H. Schrifft zu finden ist / sondern uns vielmehr der 148. Psalm gleicher massen berichtet: Daß Feuer / Hagel / Schnee / Dampff / und Sturmwinde / sein Wort außrichten.

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